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Das Mysterium um Stonehenge

Reportage · Wiltshire
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Stonehenge ist das wahrscheinlich bekannteste prähistorische Monument der Welt. Tausende Besucher kommen jährlich in den Süden Englands, um den Steinkreis bei Amesbury zu besuchen. Zahlreiche Theorien sind im Laufe der Zeit entstanden und einige Geheimnisse gelüftet und doch bleibt Stonehenge ein großes Rätsel inmitten einer ganz besonderen Landschaft.

Wer baute Stonehenge und wozu?

Im Laufe der Jahrhunderte haben sich immer wieder Dichter und Wissenschaftler mit dem imposanten Steinkreis beschäftigt. So kam es zu den verschiedensten Theorien und Legenden um die Errichtung und Nutzung von Stonehenge.

Historische Stätte · Wiltshire

Stonehenge

Wiltshire
Der berühmte Steinkreis bei Amesbury in Südengland ist mehrere Jahrtausende alt und ist das ...
von Wiebke Hillen,   Outdooractive Redaktion

Durch Geoffrey Monmouth kam es zu der Annahme, Stonehenge stünde in Verbindung mit der Artussage und dem Zauberer Merlin. Druiden wurden daraufhin häufig mit dem Steinkreis in Verbindung gebracht ebenso wie die Kelten, die von John Aubrey als Erbauer angesehen wurden – dabei tauchten diese erst Jahrhunderte nach der Errichtung Stonehenges in der Region auf.

Die Entstehung des Steinkreises wird in der Regel grob in drei Phasen eingeteilt, die sich etwa von 3100 bis 2000 v. Chr. ziehen. Die Errichtung wird als besondere Leistung der Erbauer angesehen, die für die damalige Zeit auf einem hohen technischen Stand waren. Steinzeitcomputer, Orakel, Ritualtempel, Ort der Ahnenverehrung – Stonehenge wurden viele Zwecke zugeschrieben. Nicht alle konnten belegt werden. Heute wird zumeist die These unterstützt, dass es sich bei dem Steinkreis um einen prähistorischen Tempel handelt, der auf die Bewegungen der Sonne ausgerichtet ist.

Eines unter vielen!

Stonehenge ist nicht das einzige vorzeitliche Merkmal in der Region im Süden Englands. In den Jahrtausenden vor unserer Zeitrechnung wurde hier einiges errichtet und gebaut, das auf eine aktive Rituallandschaft hindeutet. Die gesamte Anlage rund um den berühmten Steinkreis soll mindestens 11.000 Jahre alt sein. Das Monument ist Teil einer beeindruckenden Landschaft aus frühen neolithischen, späten neolithischen und frühen Bronzezeit-Monumenten.

In der damals stark bewaldeten Region wurde auf einer freien Lichtung Stonehenge, das auffälligste Bauwerk, errichtet. Drumherum und vor allem auch unter der Erde wurden aber viele weitere Spuren unserer Vorfahren entdeckt. Unter anderem Dörfer, Gräber und weitere Pfahlkreise, sogenannte Woodhenges. Hier wurden Menschen begraben, Rituale abgehalten und Zusammenkünfte fanden statt. Die Menschen kamen aus weiten Teilen des Landes und die Anlage wurde immer weiter ausgebaut, vergrößert und verändert.

Die ganze Umgebung ist somit eine riesige Rituallandschaft, die sich im Laufe der Jahrhunderte vergrößerte und entwickelte. Gut möglich, dass sich auch der Zweck nach und nach verändert hat. Allein die Stonehenge-Anlage wurde über 2500 Jahre hinweg immer wieder erweitert und genutzt, die Rituallandschaft drumherum bereits viele Jahrhunderte zuvor. Länger als das Christentum heute alt ist – da kann sich das Verständnis schon mal grundlegend ändern.

Stonehenge

Und was bedeutet das für uns?

In neuerer Zeit war Stonehenge immer wieder der Treffpunkt für neopagane Zusammenkünfte zur Sommersonnenwende. Die sogenannten Neuheiden zelebrieren hier ihre Überzeugungen, obwohl längst belegt ist, dass Stonehenge mit den Druiden – ihren Vorgängern – nicht in Verbindung steht.

Wanderung · Großbritannien und Nordirland

Stonehenge

18.04.2017
mittel
21,5 km
5:30 h
100 hm
100 hm
Zum bedeutendsten steinzeitlichen Bauwerk EuropasStonehenge, das hinsichtlich seiner Bedeutung in einer eigenen Liga spielt, nähert man sich ...
von Sabine Gilcher,   Rother Bergverlag

Aber auch andere Besucher kommen, um sich den bekannten Steinkreis anzusehen und in die Geschichte einzutauchen. Obwohl nur noch Ruinen des ehemaligen Bauwerks stehen, ist es ein imposanter Anblick, der mit Sicherheit Gefühle anregt und die eine oder andere Idee in den Köpfen der Besucher hervorbringen kann. Durch weitere Forschungen gibt es immer neue Erkenntnisse zur Rituallandschaft rund um Stonehenge. Diese wäre ohne den auffälligen Steinkreis möglicherweise nie entdeckt worden.

Das Mysterium um Stonehenge bleibt bestehen. Das Monument ist vielleicht einfach zu alt, um alle Rätsel endgültig zu lüften. Aber vielleicht ist das ja auch gerade der Reiz, den es für die Besucher ausmacht: nicht zu wissen, selbst zu spekulieren und über die damaligen Menschen, ihre Lebensweise, Motivationen und Überzeugungen nachzudenken.


Verantwortlich für diesen Inhalt
Outdooractive Redaktion 
outdooractive.com User
Autor
Wiebke Hillen 
Aktualisierung: 23.03.2020

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