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Wie das Monument Valley zum Inbegriff des Wilden Westens wurde

Reportage
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Jeder kennt den Anblick – die rötliche Wüste mit den hoch aufragenden, imposanten Felsformationen, beliebt als Fotomotiv mit der darauf zulaufenden Straße: Monument Valley. Heute ist die Ebene auf der Grenze von Utah und Arizona ein beliebtes Ausflugsziel und taucht in vielen Köpfen als das Bild des Wilden Westens auf.

Vor Millionen von Jahren entstand die heute so bekannte rote Ebene mit ihren besonders geformten Felsen, die an Fausthandschuhe, Elefanten, Kamele, Drachen oder einen Totempfahl erinnern. Ursprünglich lebten die Anasazi auf dem Gebiet, aus unbekannten Gründen verließen sie es jedoch bereits im 13. Jahrhundert. Später kamen die Navajo und siedelten sich im Monument Valley an.

Die Idee Harry Gouldings

Harry Goulding und seine Frau Leone, genannt Mike, kamen 1921 ins Monument Valley. Der Schafhirte hatte ein Stück Land erworben und lebte die ersten Jahre gemeinsam mit seiner Frau in einem Zelt. Sie gründeten eine Handelsstation, in der die ansässigen Indianer ihr Vieh und ihre handgearbeiteten Waren gegen andere Handelsgüter eintauschen konnten, die im Gebiet schlecht zu bekommen waren. Die Gouldings waren am Wohlergehen der Navajo interessiert und bei ihren Nachbarn beliebt und für ihre Ehrlichkeit bekannt. 1928 konnten sie schließlich ein Gebäude bauen, in dem sie sowohl wohnten als auch ihr Handelszentrum einrichteten.

Utah
Das Museum im Monument Valley wurde 1989 eröffnet.
von Wiebke Hillen,   Outdooractive Redaktion

Mit der Wirtschaftskrise waren in den 1930er Jahren Arbeitsplätze knapp und das Leben hart. Als die Gouldings hörten, dass der berühmte John Ford nach einem Drehort für seinen neuen Film – einen Western – suchte, machten sie sich auf den Weg nach Hollywood. Im Gepäck hatten sie einige Fotos ihres Freundes Josef Muench vom Monument Valley. Irgendwie gelang es ihnen, zu dem Regisseur vorzudringen und ihm ihre Fotos zu präsentieren. Ford überlegte nicht lange – noch im selben Monat reisten die Schauspieler und das Filmteam ins Monument Valley. Die neue Kulisse für den Film war gefunden und sollte das Bild des Western und des Wilden Westens bis heute prägen.

Monument Valley

Das Monument Valley als Filmstar

John Ford drehte insgesamt neun Filme im Monument Valley, der erste war 1938 „Stagecoach” (dt. „Ringo”) mit John Wayne. Danach kehrten er und auch Wayne noch mehrmals zurück, um das Bild des Wilden Westens in den Köpfen des Kinopublikums weiter mit dem Monument Valley zu verbinden.

Aussichtspunkt · Arizona

John Ford's Point

Arizona
Der John Ford's Point ist ein Aussichtspunkt im Monument Valley.
von Wiebke Hillen,   Outdooractive Redaktion

Die amerikanischen Siedler kamen zwar nicht in dieses Gebiet der Navajo, aber es steht als Metapher für die Eroberung des Landes und wie vielleicht keine andere Gegend für den amerikanischen Westen. In Fords Filmen übernahmen die Navajos die Rollen der Apachen und Komantschen und die gesamte Belegschaft der Filme musste versorgt werden – so wurden Arbeitsplätze geschaffen.

Auch heute noch leben das Monument Valley und seine Bewohner von den Nachwirkungen von Fords Filmen: Über 450.000 Besucher kommen jährlich, um den Wilden Westen zu erleben. Die bekannten Felsformationen wie die Mitten Buttes oder der Merrick Butte liegen in dem Bereich des heutigen Monument Valley Navajo Tribal Parks, der für alle zugänglich ist. Einen tieferen Einblick bekommen Gäste aber natürlich mit einem Navajo-Guide, der zu den besten Aussichtsplätzen führt und interessante Details zum Land geben kann.

Fords Filme waren natürlich nicht die einzigen, die das neue Potenzial Monument Valleys ausnutzten. Weitere Western wie „Spiel mir das Lied vom Tod” nahmen das Gebiet als Kulisse, aber auch andere bekannte Filme wie „Easy Rider”, „Zurück in die Zukunft 3”, „Forrest Gump” oder „Indianer Jones und der letzte Kreuzzug” wurden teilweise hier gedreht. Auch Musikvideos und Werbeclips wurden im Monument Valley aufgenommen und so wurde es zu einem der beliebtesten Ausflugsziele in den USA, besonders jedoch zum Inbegriff des Wilden Westens – auch wenn der hier gar nicht in der Form stattgefunden hat.

Monument Valley

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Autor
Wiebke Hillen 
Aktualisierung: 09.09.2019

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