Weitere Geschichten

Teneriffa: Abenteuer auf zwei Rädern

Reisebericht · Teneriffa
In App öffnen
Teilen
Merken
Meine Karte

Wenn ich mir meine erste Reise nach Teneriffa vorstellte, sah ich mich immer wandern. Zu Fuß durch die wilde Natur des Anaga-Gebirges streifen, den Teide erklimmen und die Masca-Schlucht durchqueren. Doch dann saß ich plötzlich im Sattel und ein ganz anderes Abenteuer begann.

Mit dem Fahrrad in die Berge – eigentlich ist das ja nicht so meins. Radtouren mache ich in der Regel im Flachland. Gerne weite Strecken, aber nicht unbedingt zu viele Höhenmeter. In den Bergen bin ich zu Fuß unterwegs. Ich sah mich also einer Herausforderung gegenüber, als ich die Einladung von Turismo de Tenerife annahm, die Insel auf zwei Rädern zu erkunden.

Der erste Tag: unterwegs im Süden

Die erste Radtour oder Rennradtour bringt uns – eine internationale Gruppe von etwa 25 Personen – mit unseren Reisebegleitern von Turismo de Tenerife, Tenerife Bike Training und Bike Point Tenerife in den Süden Teneriffas. Hier ist es wie in einer Wüste und so sieht auch die Landschaft aus: sehr trocken und braun, nur durchsetzt von einigen grünen Pflanzen. Ende März gibt es noch wenig Farbe.

Blick in die Umgebung im Süden Teneriffas

Der Ablauf bei den Touren wurde uns bereits am Tag zuvor bei einem Briefing im Hotel erklärt: Es gibt einige Begleiter auf zwei Rädern, die uns den Weg weisen und dazu einige Support-Vans, die die Verpflegung transportieren und uns im Notfall samt Rad einladen können, falls uns die Puste ausgeht. Außerdem werden wir auch von Fotografen auf Motorrädern begleitet, die immer wieder an Kurven auf uns warten, um Fotos zu schießen und Videos zu drehen.

Hotel · Teneriffa

Sandos San Blas 5*

Hotel Der Innenhof des Hotels Sandos San Blas
ab 180,00 €

von Wiebke Hillen,  Outdooractive Redaktion
Rennrad Die TF-28 auf Teneriffa
10.04.2019
mittel
68,6 km
4:30 h
1128 hm
1549 hm
von Wiebke Hillen,  Outdooractive Redaktion

Einige sehr geübte Rennradler legen gleich mit viel Tempo los und ich merke schon bald, dass ich es lieber etwas ruhiger angehen lassen will. Ich geselle mich also zu einer etwas langsameren Gruppe: Wir halten häufiger an, um Fotos zu machen und einfach den Blick in die Landschaft zu genießen. So eine Wüstenumgebung kenne ich aus Deutschland immerhin nicht.

Bei einem Zwischenstopp nach ca. 25 Kilometern, um die Energiereserven wieder aufzuladen und die Gruppe wieder zu vereinen, können wir uns zwischen zwei Varianten des Weges entscheiden: Die schwierige führt bis hinunter an die Küste und wieder hinauf, die leichtere folgt weiterhin der Straße. Doch die Strecken hier sind generell anspruchsvoll, es geht immer rauf und runter. Man befindet sich zwischen Anstrengung auf dem Weg nach oben und den Händen an den Bremsen auf dem Weg hinab.

Mit der Radtour ist der Tag keineswegs vorbei, unsere Organisatoren haben sich viel Mühe gegeben, um uns das Komplettpaket Teneriffa zu zeigen. Am ersten Tag geht es dabei auf ein Boot zu einer Walbeobachtung. Wale lassen sich zwar leider nicht blicken, aber ein paar Delfine führen ein schönes Tänzchen für uns auf! Und auch der Blick auf die Küste zeigt uns die Insel aus einer ganz neuen Perspektive.

Delfin im Meer vor der Südküste Teneriffas

Der zweite Tag: das Anaga-Gebirge

Die zweite Tour führt uns in den Nordosten der Insel und somit den glatten Kontrast zur Wüstenlandschaft am ersten Tag. Das Anaga-Gebirge ist grün und voller Bäume und Pflanzen. Hier ist es recht feucht und die Vegetation dementsprechend üppig. Wir haben Glück: Sonnenschein, keine Regenwolke in Sicht.

Blick in das Anaga-Gebirge

Die Strecke hat es auch hier in sich und einige von uns greifen zwischendurch auf die Möglichkeit zurück, ein Stück des Weges im Support-Van zurückzulegen. Kilometerlang geht es immer nur hinauf. Wir treten und trampeln und freuen uns über kleine Ausbuchtungen an der Straße, an denen wir kurz halten, um ein Foto zu schießen. Doch dann geht es wieder in den Sattel und wir hecheln weiter den Berg hinauf.

Aussichtspunkt · Teneriffa

Mirador Pico del Inglés

Aussichtspunkt Ausblick vom Pico del Inglés
Teneriffa
Pico del Inglés ist der höchste Punkt und beliebter Aussichtspunkt im Anaga-Gebirge.
von Wiebke Hillen,  Outdooractive Redaktion
Rennrad Abfahrt aus dem Anaga-Gebirge nach San Andrés
10.04.2019
mittel
58,7 km
4:30 h
1821 hm
2313 hm
von Wiebke Hillen,  Outdooractive Redaktion

Sind die Strapazen es wert? Oh ja! Denn vom Pico del Inglés bietet sich ein so atemberaubender Blick über das Anaga-Gebirge, den Teide und – bei guter Sicht – sogar bis nach Gran Canaria, dass man die Anstrengung beinahe vergisst. Außerdem folgt auf den Anstieg immer die Abfahrt. Wer kurvenreiche Strecken mag, ist hier im Paradies. Beinahe ebenso lang wie es zuvor hinauf ging, fahren wir nun hinab: durch zahlreiche enge Kurven und mit bestem Blick in die atemberaubende Umgebung. Die Finger sind dabei durchgängig an der Bremse – zu schnell runtersausen kann ich hier nicht!

Über kurvige Straßen durch das Anaga-Gebirge
Strand · Teneriffa

Playa de Las Teresitas

Strand Der Sandstrand von Las Teresitas, San Andrés
Teneriffa
Der Strand Las Teresitas liegt im Nordosten Teneriffas in San Andrés.
von Wiebke Hillen,  Outdooractive Redaktion

Unten am Strand wage ich mich nach einer guten Stärkung in einem Restaurant in San Andrés zum ersten Mal auf ein Brett zum Stand-Up-Paddling. Meine Befürchtungen, ins Wasser zu fallen, sind groß – vor allem, weil mittlerweile die Sonne hinter den Wolken verschwunden und das Meerwasser Ende März noch ziemlich kalt ist. Doch ich schlage mich gut und falle nicht – anders als einer meiner Begleiter, der gleich dreimal in das kalte Nass abtaucht.

Der dritte Tag: Punta de Teno

Unser zweites Hotel liegt ganz im Westen der Insel, also ist es klar, dass wir auch eine Tour zur Punta de Teno machen. Der westlichste Punkt Teneriffas ist wirklich atemberaubend schön. Völlig abgeschieden und sehr einsam liegt hier ein Leuchtturm in der rötlich-braunen Lavalandschaft des Teno-Gebirges. Von hier sehen wir die mächtigen Klippen Los Gigantes an der Westküste, aber auch die Nordküste ist nicht weit.

Die Strecke ist für Radfahrer besonders reizvoll, da sie die meiste Zeit für Privatfahrzeuge gesperrt ist. Nur montags bis mittwochs zu bestimmten Zeiten darf man mit eigenem Auto die Straße nehmen. Ansonsten ist man auf Busse angewiesen oder man nimmt wie wir das Rad. Natürlich geht auch diese Tour bergauf und bergab – etwas anderes gibt es auf Teneriffa nicht. Aber mittlerweile haben wir uns an das Höhenprofil der Insel gewöhnt und schaffen auch diese Strecke.

Die Nordküste Teneriffas

Nach drei Tagen auf dem Rad wird uns an diesem Nachmittag eine Pause gegönnt. Wir genießen eine Massage und vor allem das Relaxen in der Sonne. Das Hotel ist wunderschön und wir haben den Poolbereich für uns.

Der vierte Tag: Vuelta al Teide

Am vierten Tag wollen wir den Nationalpark rund um den Teide besuchen, den großen Vulkan auf Teneriffa und größten Berg Spaniens. An diesem Tag soll die Vuelta al Teide stattfinden: ein Radrennen über 160 Kilometer und über 4000 Höhenmeter. Nichts für Flachland-Radfahrer wie mich. Einige aus der Gruppe haben sich jedoch für die Gesamtstrecke angemeldet, andere für die Media Vuelta al Teide, also die halbe Strecke. Ein paar von uns haben sich stattdessen für eine Radtour durch den Nationalpark entschieden – zugegeben, etwas gemütlicher.

Der Teide mit Schneehaube über den Wolken

Es kommt dann jedoch alles anders. In der Nacht hat es so stark geregnet und auf dem Teide geschneit, dass der Plan komplett geändert werden muss. Die Gesamtstrecke des Rennens wird verkürzt, die halbe Tour komplett abgesagt und auch wir können bei mehreren Zentimetern Schnee nicht mit den Rädern in den Nationalpark. Etwas enttäuscht – denn auf diese letzte fehlende Landschaft Teneriffas habe ich mich sehr gefreut – feuern wir unsere Starter beim Rennen an.

Kurz vor der Zieleinfahrt der Vuelta al Teide in Santiago del Teide

Damit wir dennoch etwas von diesem letzten Tag auf der Insel haben, fahren unsere Organisatoren mit uns nach Masca und wir blicken staunend hinab in die Schlucht und bis zum Meer. Die Landschaft ist hier so großartig und so anders als zu Hause. Im Anschluss an das leider nicht ganz so eindrucksvolle Rennen besuchen wir noch das kulinarische Festival in Los Realejos und probieren einige kanarische Spezialitäten.

Blick über Masca bis zum Meer

Unsere Organisatoren können natürlich nichts dafür, dass der letzte Tag ins Wasser gefallen ist – wer kann schon das Wetter bestimmen? Und so habe ich immerhin einen guten Grund, zurückzukehren, denn eine Tour durch den Nationalpark und zum höchsten Punkt der Insel gehört bei einem Besuch Teneriffas eigentlich dazu. Und wer weiß – auch wenn ich es vorher niemals gedacht hätte – vielleicht komme ich sogar wieder mit dem Fahrrad!


Verantwortlich für diesen Inhalt
Outdooractive Redaktion
outdooractive.com User
Autor
Wiebke Hillen 
Aktualisierung: 24.04.2019

Kommentare und Bewertungen

Kommentieren
 Kommentar
Du hast noch nichts ausgefüllt. Schreib' doch was nettes, lade Bilder hoch oder bewerte, was du siehst.
Limit erreicht! Bitte nicht mehr als 12 Bilder und 50 MB je Upload auswählen.
Veröffentlichen