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Machu Picchu: geheimnisvolle Stadt über den Wolken

Reportage · Peru
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Machu Picchu – die Ruinenstadt hoch oben in den peruanischen Anden wurde im 15. Jahrhundert von den Inka gebaut. Fälschlicherweise wird sie oft als „verlorene Stadt der Inka” bezeichnet. Heute ist die Stadt eine der beliebtesten Touristenattraktionen in Südamerika und die große Besucheranzahl bedroht Kultur- und Naturerbe.

Stadt über den Wolken

Die Inka-Stadt Machu Picchu wurde von etwa 1450 bis 1460 auf einem Bergrücken in den Anden erbaut. Auf 2430 m Höhe zwischen den Gipfeln Machu Picchu und Huayna Picchu (dt. Alter und Junger Gipfel) und knapp 80 km von Cusco entfernt liegt die terrassenförmige Ruinenstadt.

Historische Stätte · Peru

Machu Picchu

Peru
Machu Picchu ist eine alte Ruinenstadt der Inkas und heute das Wahrzeichen Perus. 
von Natalie Seelos,   Outdooractive Redaktion

Die Terrassen sind durch Treppen verbunden. Über 200 steinerne Bauten lagen in der Anlage, die bis heute größtenteils erhalten oder rekonstruiert sind. Die Stadt verfügte über eine Wasserversorgung und auch über ein Abwassersystem. Bis zu 1000 Menschen konnten in der Stadt leben. In verschiedene Bereiche wie Wohnviertel, Paläste, öffentliche Gebäude (z. B. Tempel) und Landwirtschaftsflächen gegliedert, ist die Annahme einer kompletten Bevölkerung mit Herrscherfamilie, Bediensteten, religiösen Spezialisten sowie Arbeitern und Bauern wahrscheinlich.

Die „Entdeckung” der Inka-Stadt

Hiram Bingham III. vor seinem Zelt nahe Machu Picchu im Jahr 1912

In der Regel wird der Amerikaner Hiram Bingham als Entdecker der Inka-Stadt bezeichnet. Im Jahr 1911 war er mit einer Expedition der Yale-Universität auf der Suche nach der „verlorenen Stadt der Inka” in den Anden unterwegs. Mit der Entdeckung Machu Picchus glaubte er, diese gefunden zu haben. Als echte verlorene Stadt gilt jedoch Vilcabamba, die erst in den 1960er Jahren durch amerikanische Luftbildaufnhamen und nachfolgende Expeditionen entdeckt wurde.

Vor Bingham waren zahlreiche andere „Entdecker” in Machu Picchu unterwegs, sodass nicht wirklich von einer Entdeckung gesprochen werden kann. Nachdem die Inka ihre Stadt in der Zeit der spanischen Eroberung im 16. Jahrhundert aufgaben, wurde sie zwar von den Spaniern nicht entdeckt, im Laufe der Geschichte stießen jedoch immer wieder Entdecker oder Landvermesser auf die Ruinen. Auch der indigenen Bevölkerung waren die Existenz und der Standort Machu Picchus mit Sicherheit bekannt. Durch Bingham wurde die Ruinenstadt auch international bekannt, weshalb ihm meist der Status des Entdeckers zugesprochen wird.

Die Ruinenstadt als Sommerhaus des Königs

Warum wurde Machu Picchu erbaut? Es gibt verschiedene Theorien zum Zweck der Inka-Stadt. Mittlerweile wird in der Regel davon ausgegangen, dass der Inka-König Pachacútec Yupanqui (er regierte 1438 bis 1471) den Bau befahl und Machu Picchu als zweiter Wohnsitz des Herrschers diente. Die Königsfamilie zog sich zur Erholung in die Berge zurück und hatte vor Ort Bedienstete, die durchgängig in Machu Picchu wohnten. So fehlte es bei einem Aufenthalt an nichts. Diese Theorie wird aufgrund von archäologischen Funden (den Ruinen und Skelettfunden) als wahrscheinlichste Vorstellung eingestuft.

Machu Picchu

Tourismus als Gefahr

Machu Picchu zählt seit 1983 zum UNESCO-Welterbe und wurde 2007 als eines der neuen sieben Weltwunder ausgezeichnet. Die Ruinenstadt ist eine der größten Touristenattraktionen Südamerikas. Täglich kommen etwa 4000 Besucher, um die Stadt in den Wolken zu besichtigen.

Der Tourismus gefährdet das Naturerbe und belastet die Umwelt enorm. Die UNESCO fordert eine Reduktion der täglichen Besucheranzahl auf 800 Personen und wehrt sich vehement gegen das Vorhaben, eine Seilbahn zur Stadt hinauf zu bauen. Machu Picchu liegt sehr abgelegen in den peruanischen Anden und ist nur schwer zu erreichen. Durch eine Seilbahn würde den Touristen der Aufstieg erleichtert. Jedoch würde dadurch der Menschenstrom nochmal gesteigert und auch die Gefahr eines Erdrutsches würde sich erhöhen.

Verständlicherweise wollen viele Menschen die Ruinenstadt besuchen, allerdings sollte jeder dabei auch die Erhaltung des Kulturerbes im Kopf haben, die durch immer mehr Menschen eben nicht gewährleistet ist.


Verantwortlich für diesen Inhalt
Outdooractive Redaktion 
outdooractive.com User
Autor
Wiebke Hillen 
Aktualisierung: 30.04.2020

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