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Faszination Vesuv: der neapolitanische Feuerberg

Reportage · Napoli
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„Gewiss wäre der Neapolitaner ein anderer Mensch, wenn er sich nicht zwischen Gott und Satan eingeklemmt fühlte.“ Zu dieser Aussage kommt Johann Wolfgang von Goethe, als er im März 1787 bei seinem Abstieg vom Vesuv einen herrlichen Sonnenuntergang beobachtet. Und es ist tatsächlich diese Mischung aus dem Schrecklichen und dem Schönen, die weltweit für Faszination sorgt: der gefährliche Vulkan am wunderschönen Golf von Neapel.

Weltweiter Ruhm

Berggipfel · Napoli

Vesuv

Berggipfel Vesuv
Napoli
von Hartmut Wimmer,  Outdooractive Redaktion

Jedes Kind in Italien kennt den Namen des feuerspuckenden Berges, in dessen Nähe sich die Millionenmetropole Neapel tummelt. „Vesuvio“ nennen ihn die Italiener und jedes Jahr strömen tausende Touristen aus aller Welt zum Schicksalsberg. Dabei ist weit und breit bekannt, dass der Vulkan jederzeit und ohne großartige Vorwarnungen ausbrechen könnte …

Er ist der einzige aktive Vulkan, der sich auf europäischem Festland befindet, und eine der populärsten Touristenattraktionen des Landes – was bei der reichen italienischen Kulturgeschichte schon etwas heißen will. Allerdings gehen die Gründe für seinen weltweiten Ruhm Hand in Hand mit Katastrophen und Unglücken.

Das dunkle Ende Pompejis

Neben dem Vesuv zieht es Touristen vor allem nach Pompeji. Dabei existiert die Stadt seit Jahrhunderten eigentlich nicht mehr. In der Antike war Pompeji eine wohlhabende Stadt am Mittelmeer. Sie befand sich auf einer hochgelegenen Ebene zehn Kilometer südlich des Vesuvs und von den Palästen der Stadt muss der Blick über den Golf von Neapel prächtig gewesen sein.

Vesuvkrater

Am 24. August 79 nach Christus verdunkelte sich plötzlich der Himmel über Pompeji. Tägliche Erdbeben hatten den Ausbruch des Vulkans über Wochen angekündigt. Hauswände waren aufgerissen und Wasserleitungen zerbrochen. Aber nicht alle Pompejier wussten diese Warnzeichen rechtzeitig zu deuten. Die Panik, die beim Anblick der bedrohlichen Aschewolke ausbrach, kam zu spät. In nur wenigen Stunden wurde die Stadt samt ihrer Einwohner unter Ascheregen und Glutlawinen begraben.

Vesuvausbruch von 1774
Gemälde von Jacob Philipp Hackert

Das einst so prächtige Pompeji gerät für lange Zeit in Vergessenheit. Jahrhunderte später werden immer wieder erstaunliche antike Funde in der Region gemacht, die in der Renaissance heiß begehrt werden. Plünderer und Historiker decken das Geheimnis der verschollenen Stadt langsam auf, aber erst im 18. Jahrhundert wird sie systematisch und nahezu „unversehrt“ ausgegraben. Pompeji steigt wie ein Phönix aus der Asche, denn der Bimsstein des Vulkanausbruchs hat die Stadt und die Toten regelrecht konserviert. „Es ist viel Unheil in der Welt geschehen, aber wenig, das der Nachwelt so viel Freude gemacht hätte“, stellt Goethe bei einem Besuch der Grabungsstätte fest.

Ein Vulkan als Touristenattraktion

Der Ausbruch des Vesuvs im Jahr 79 soll nicht der einzige bleiben. Größere Ausbrüche folgen in den Jahren 472 und 1631. Der bisher letzte Ausbruch ereignete sich am 18. März 1944. Seitdem befindet sich der Vesuv in einer Ruhephase, deren Dauer schwer vorherzusagen ist.

Historische Stätte · Napoli

Pompeji

Napoli
Pompeji ist eine der am besten erhaltenen Ruinen-Städte der Antike. Seit 1997 steht die Grabstätte ...
von Cathrina Maria Beckers,  Outdooractive Redaktion

Einen Besuch Pompejis und die Besteigung des Vesuvs darf man sich bei einem Aufenthalt in der Region Napoli nicht entgehen lassen. Die Gefahr des Vulkans, des erlebbaren Untergangs der Stadt und der trotzdem unbestreitbaren Schönheit von Berg und Antike am Mittelmeer – der Vesuv und seine Geschichten haben nicht nur Goethe in den Bann gezogen.


Verantwortlich für diesen Inhalt
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outdooractive.com User
Autor
Cathrina Maria Beckers
Aktualisierung: 15.07.2019

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