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Von tiefblauen Seen und grünen Wäldern auf der Finnischen Seenplatte

Reisebericht
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Nach meiner erfolgreichen Reise durch die Nationalparks in Lappland, wollte ich dieses Mal die Finnische Seenplatte und damit die vielleicht typischste Landschaft Finnlands erkunden. Ich träumte von tiefblauen Seen, dichten grünen Wäldern und Abenteuern zu Fuß sowie mit dem Kanu. Und auch dieses Mal wurde ich nicht enttäuscht.

Finnland in Miniaturformat: im Nationalpark Leivonmäki

Natürlich ist auch die Finnische Seenplatte groß, aber nach eingehender Recherche hatte ich mir einige Nationalparks ausgesucht, die ich unbedingt erkunden wollte. Gestartet habe ich im Süden, im Leivonmäki Nationalpark nicht weit entfernt von Jyväskylä.

Der Nationalpark gilt als Miniatur Zentralfinnlands und so fühlte ich mich schon bei meiner Ankunft mittendrin im finnischen Abenteuer: Wälder und Moore, Seen und Stromschnellen und die in der Eiszeit entstandenen Hügelrücken, die sogenannten Esker. Das bekannteste Ziel im Park ist der Joutsniemi Bergrücken. Der 1,5 Kilometer lange Esker ragt in den Rutajärvi-See hinein und unterteilt diesen in zwei Seebecken. Der Blick über die Landschaft ist atemberaubend.

Ein verstecktes Juwel ist hingegen der Rutajoki-Fluss. Ideal erkunden kann man ihn auf dem Koskikaran Kierros Trail – klares Wasser, schäumende Stromschnellen, hier bekommt man ein eindrucksvolles Bild der finnischen Natur.

Mitten auf dem Wasser im Linnansaari Nationalpark

Zunächst ging es weiter nach Osten, bevor mich meine Route nur immer weiter in den Norden tragen würde. Der Linnansaari Nationalpark wartete auf mich. Mitten im Saimaa-See, dem größten See Finnlands, gelegen, ist der Linnansaari ein echter Wassernationalpark. Und so erreichte ich ihn auch ganz einfach per Boot. Hier kann man die Besonderheit der finnischen Seenplatte besonders gut entdecken: eine Landschaft aus Seen und Flüssen und im Wasser zahlreiche Inseln und Inselchen. Und mit ein bisschen Glück kann man auch die seltene Saimaa-Ringelrobbe sehen, die hier heimisch ist.

Einen tollen Ausblick habe ich vom Linnavuori-Felsen genossen. Der hohe Felsen im Nordwesten der Hauptinsel des Parks ragt über die Umgebung hinaus und bietet einen tollen Blick über eine der schönsten Landschaften der Seenplatte. Linnavuori heißt übrigens Festungshügel – auch wenn hier keine Reste von Burgen oder Festungen gefunden wurden, mit seiner erhöhten Lage und den geschützten Ufern ist er ein idealer Verteidigungsplatz.

Saimaa

Finnland von oben im Koli Nationalpark

Wer kennt ihn nicht, den Ausblick vom Ukkokoli, der höchsten Erhebung der Koli-Berge. Der wahrscheinlich meistfotografierte Blick Finnlands. Wer jetzt denkt, da muss ich nicht hin, kenne ich ja von den Fotos, irrt gewaltig!

Berggipfel · Lakeland

Ukkokoli

Berggipfel Aussicht vom Koli-Berg
Lakeland
Der Ukkokoli ist der höchste Gipfel des Koli-Berges am Pielinen-See in Finnland.
von Wiebke Hillen,  Outdooractive Redaktion

Die Aussicht ist sagenhaft. Das typische Finnlandbild wird hier bestätigt: Mein Blick schweifte über die tiefblauen Seen und die dichtbewachsenen grünen Inseln – genauso hatte ich mir das vorgestellt. Und spätestens jetzt war ich angekommen – in Finnland, auf der Seenplatte, in meiner Auszeit von der Welt.

Der Koli Nationalpark überzeugt generell mit seiner vielseitigen Landschaft. Sanfte Hügel, alte Wälder, farbenfrohe Wiesen und die Spuren der Brandrodungslandwirtschaft – jede Tour ist abwechslungsreich. An den Klippen kann man die tektonische Plattenverschiebung nachvollziehen und die Eiszeit zeigt sich in den riesigen Felsbrocken mit Riffeln. Auch wenn die Koli-Berge zu den meistbesuchten Natursehenswürdigkeiten Finnlands zählen, ist man vom Massentourismus weit entfernt und kann auch hier die einsame Ursprünglichkeit der finnischen Natur erleben.

Die Hügel- und Seelandschaft des Koli Nationalparks

Hiidenportti Nationalpark: ab in die Wildnis

Im Hiidenportti Nationalpark stieß ich auf die echte Wildnis Finnlands. Ideal für Ruhesuchende gibt der Park einen beeindruckenden landschaftlichen Eindruck: Raue wunderschöne Moore und vor allem Wälder prägen das Gebiet. Zwei Drittel der Region sind mit Fichten und Kiefern gespickt. Die Moore schlängeln sich in die Schluchten hinein.

Wanderung Hiidenportti Schlucht
17.02.2019
mittel
5,2 km
2:30 h
63 hm
62 hm
von Arto Heikkinen,  Outdoors Kainuu

Bekannt ist Hiidenportti für die gleichnamige Schlucht, die natürlich auch ich mir nicht entgehen ließ. Das Tal ist eingegrenzt von massiven senkrechten Wänden und am Boden finden sich dunkle Teiche mit moosbewachsenen Ufern. Für einen Kilometer durchquerte ich den beeindruckenden Canyon auf dem Hiidenkierros Trail.

Immer weiter in den Norden zum Hossa Nationalpark

Die Wildnis bricht so weit im Norden der Finnischen Seenplatte natürlich nicht ab und so gelangte ich zur letzten Station meiner Reise durch die Nationalparks des Seenlandes: dem Hossa Nationalpark. Hier gibt es 90 Kilometer markierte Wege, die ich natürlich sofort erkundete. Die prächtige Landschaft mit ihren Kiefernwäldern und Anhöhen, den Flüssen und glasklaren Seen entdeckte ich aber auch vom Kanu aus – wozu ist man schließlich auf der Seenplatte unterwegs?

Julma-Ölkky Canyon-See

Besonders gut gefallen hat mit der Julma-Ölkky Canyon. Der See wurde in diesem mehrere Kilometer langen Tal geformt und die Felswände ragen bis zu 50 Meter in die Höhe – beeindruckend. Die kleine Felsmalerei im Zentrum ist auch schön anzusehen. Eindrucksvoller sind jedoch die Värikallio-Felsmalereien: Die größten prähistorischen Felsmalereien in Finnland wurden vor 3500 bis 4500 Jahren gemalt. Und zwar wirklich gemalt, nicht in den Fels eingeritzt. Die 61 einzelnen Figuren zeigen Jagdszenen und schamanische Rituale und wurden vom Boot aus gemalt – oder im Winter vom Eis. Vor dem Felsen ist extra eine Plattform angebracht, damit man die Malereien bestaunen kann.

Viel zu kurz war mein Ausflug nach Finnland. Aber wieder einmal hat mich die einzigartige und einsame Natur des Landes fasziniert. Und ich kann nicht sagen, welche Region ich am liebsten habe, aber zurückkehren werde ich auf die Seenplatte auf jeden Fall.


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Outdooractive Redaktion 
outdooractive.com User
Autor
Wiebke Hillen 
Aktualisierung: 06.06.2019

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