Kulturweg Petersberg

Wanderung · Rheinhessen
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Strecke
8,3 km
Dauer
2:14 h
Aufstieg
149 hm
Abstieg
141 hm
Mit 246 Metern gehört der Petersberg zu den höchsten im rheinhessischen Hügelland. Was ihn seit dem 10. Jahrhundert über andere Kuppen erhebt, ist die einst dreischiffige Basilika auf dem „Mons beati petri". Sie wurde im 30-jährigen Krieg zerstört. Bis dahin war die Peterskirche wegen ihrer besonderen Krypta-Architektur, die man sonst nur in Mittelitalien findet, einmalig in der Region.

Dies können Besucher des Petersberges seit kurzem wieder nachempfinden: Ende April wurde das restaurierte Fundament feierlich eingeweiht. Zugleich ist ein Wanderweg eröffnet worden, der den Gipfel umrundet; von vier Punkten führen Stichwege hinauf.

Rheinhessen: Beliebter Wanderweg

Ein günstiger Startort ist der Parkplatz an der Petersberghalle in Gau-Odernheim. Von dort weisen die Markierungen im Uhrzeigersinn schon bald über die Selz hinweg in die offene Feld- und Weinbergsgemarkung hinein.


Erstes Ziel ist der Ortsrand von Bechtolsheim, an dem man ein Stück entlangschlendert. Auf Höhe des Sportplatzes biegt die Route zum Engelborner Brünnelchen (Rastplatz mit Schutzhütte) ab. Von dort führt der Weg mit einem kleinen Schlenker in den Weinbergen bis dicht an den Petersberg heran.


Eilige schlendern direkt zum Gipfel hinauf. Genusswanderer indes folgen den Markierungen zunächst noch einmal ins Wildtulpental hinab. Die wärmeliebende Pflanze aus Südeuropa hat in den Weinbergen am Lieberg ihre größte Verbreitung in ganz Deutschland. Aus dem Tal führt ein Zuweg (1,3 Kilometer) durch die Weinberge zum Petersberggipfel hinauf. Oben angekommen belohnt der prächtige Blick für die Mühen des Aufstieges.


Das 360-Grad-Panorama reicht über das rheinhessische Hügelland hinweg zum Donnersberg (Pfalz), dem Rochusberg (bei Bingen) und dem Feldberg (Taunus) sowie bis zum Melibokus (Odenwald).


Die Fundamente der früheren Krypta, die 1877 erstmals freigelegt und 2015 aufwendig restauriert wurden, lassen die Ausdehnung der einstigen Kirche erahnen. Mauern, in die sich zum Teil noch Originalsteine fügen, zeugen von der Bauweise. Großflächige Bild- und Texttafeln auf dem Gipfel informieren über die Historie der Krypta, die Sage von ihrer Entstehung, die wärmeliebende Tier- und Pflanzwelt am Petersberg sowie seinen geologischen Aufbau.


Für 2015 haben sich die Beelsemer (Bechtheimer) und die Oremer (Gau-Odernheimer) etwas Besonderes ausgedacht: „Wenn die Fahne weht, wird ausgeschenkt!" bedeutet, dass bis September bei schönem Wetter sonntags von 13 bis 17 Uhr an einem der Tische des Weines Getränke (Wein und Wasser) ausgeschenkt werden. Die Rolle der Gastgeber teilen sich Vereine, Winzer und Privatpersonen.


Dies gilt als weiterer Beleg dafür, dass die Bewohner der beiden Orte den Fehdehandschuh längst begraben haben. Gegenseitige Frotzeleien sind selbstverständlich weiterhin ausdrücklich erlaubt – zeugen sie doch getreu dem Motto „Was sich liebt, das neckt sich!" von tiefer Zuneigung.


Vom Petersberg führen mehrere Wege hinab. Der schönste folgt dem Herrgottspfad, auf dem Gläubige seit Jahrhunderten zum Gipfel pilgern. Kaum hat man die Anhöhe verlassen, weist die Markierung auf den Wiesenpfad, der von Hecken gesäumt wird. So gelangt man zu einem Feldkreuz, wo sich der Blick auf Gau-Odernheim öffnet. Nun sind es nur noch wenige Minuten zum Start – eine schöne Wanderrunde schließt sich.

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Höhenlage
242 m
139 m

Sicherheitshinweise

Keine

Ausrüstung

bequemes Schuhwerk

Weitere Infos und Links

www.kulturweg-petersberg.de

Start

Gau-Odernheim (Petersberghalle), Bechtheim (Sportplatz) (140 hm)
Koordinaten:
Geographisch
49.784819, 8.195783
UTM
32U 442107 5515016

Ziel

Gau-Odernheim / Bechtheim

Öffentliche Verkehrsmittel

Busverbindung

Anfahrt

A 63 (Abfahrt Biebelnheim), Landstraße bis Gau-Odernheim / Bechthehim

Parken

An den Startpunkten
Anreise mit der Bahn, dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad

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Verantwortlich für diesen Inhalt
Rhein Main Presse
outdooractive.com User
Autor
Wolfgang Blum
Aktualisierung: 05.05.2015

Zum Reiseführer: Wanderungen in Rheinhessen

Kommentare und Bewertungen (1)

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J K
17.04.2017
Sehr schönen Weg mit tollen Ausblicken über Rheinhessen.
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0 150 300 450 m km 1 2 3 4 5 6 7 8