Von der Teufelsmauer in das Bodetal im Harz

Wanderung · Harz
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Bewertung
Schwierigkeit
mittel
Strecke
15,7 km
Dauer
5:00h
Aufstieg
410 hm
Abstieg
373 hm
mit Bahn und Bus erreichbar Streckentour aussichtsreich Einkehrmöglichkeit familienfreundlich geologische Highlights botanische Highlights faunistische Highlights Bergbahnauf-/-abstieg Gipfel-Tour

Diese Tour ist eine Streckenwanderung mit einem speziellen Charakter, weil sie unterschiedliche Kontraste des Harzes abbildet. Zum einen die saftigen Streuobst- und weiten Ackerlandschaften an der malerischen Teufelsmauer zwischen Neinstedt und Warnstedt, zum anderen der Ort Thale und letztlich das tief eingeschnittene "grüne" aber recht turbulente Bodetal mit seinen erdrückenden Granitwänden.

Harz: Beliebter Wanderweg

Die hier vorgestellte Wanderung ist eine echte Frühaufstehertour, wenn wir im Rahmen einer Tagesreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen möchten. Dafür werden wir insbesondere an der Teufelsmauer mit wunderschönen Fotomotiven belohnt. Aus diesem Grund ist die Tour für Hobbyfotografen zu empfehlen. 

Während die meisten Besucher dieser Region das Bodetal mit den Seilbahnen zu den Aussichtspunkten zum Ziel haben, sind wir zum Beginn unserer Wanderung spürbar einsamer unterwegs.

Wer bisher geglaubt hat, dass es jenseits von höheren Bergen keine schönen Aussichten geben kann, wird hier eines Besseren belehrt. Die erhöhte Lage der Felsformation sowie des gesamten Kamms lässt wunderbare Weitblicke zu. Auf der südlichen Seite die bewaldeten Täler des Harzes, auf der anderen Seite u. a. die malerische Holländische Turmwindmühle bei Warnstedt oder aber das Gebiet um Quedlinburg mit seinen historischen Gebäuden, die sich unter Zuhilfenahme der Karte bestimmen lassen.

In den Sommermonaten ist es hier aber nicht nur für die Augen eine Wohltat. Wir werden nämlich verwöhnt mit dem Duft von Blumen- und Streuobstwiesen, die in einer solchen Pracht und Weite vor uns liegen, dass wir wahrlich beeindruckt sind und das hier so nicht vermutet hätten. In regelmäßigen Abständen angebrachte Lehrtafeln erklären die örtliche Geographie, Fauna und Flora, so dass zumindest dieser Teil der Wanderung für Familien mit Kindern geeignet ist.

Das Bodetal an den Seilbahn-Talstationen mit den Kinderattraktionen ist dagegen ein Kulturschock. Auch hier wird es erst ruhiger, wenn wir tiefer in das Tal vordringen. Bis zum schönen Biergarten Königsruhe schaffen es wegen des ebenen Weges sogar die meisten Nichtwanderer problemlos. Dagegen sind wir erwartungsgemäß beim steilen Serpentinen-Aufstieg durch den Hirschgrund nahezu allein unterwegs - lediglich ein paar Wanderer kommen uns entgegen. 

Auch am und um den Hexentanzplatz herum ist ganz schön was los. Aber die Aussicht ist derart schön, dass es sich auf jeden Fall lohnt, hierher zu wandern.

Die Wanderung verläuft zwangsläufig auch über einen Feldweg zwischen landwirtschaftlich genutzten Flächen sowie durch den Ort Thale, was entweder als notwendiges Übel oder aber im positiven Sinne auch als Bereicherung angesehen werden kann. Insgesamt ist es aber auch gerade deshalb eine sehr abwechslungsreiche Tour, die perfekt auf die Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln abgestimmt ist.

 

Autorentipp

  • Die Tour kann auch sehr gut in umgekehrter Richtung durchgeführt werden. Dann haben wir den ruhigeren Wegabschnitt zum Schluss. 
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Schwierigkeit
mittel
Technik
Kondition
Erlebnis
Landschaft
Höchster Punkt
Hexentanzplatz, 470 m
Tiefster Punkt
137 m
Beste Jahreszeit
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Einkehrmöglichkeit

Königsruh

Sicherheitshinweise

  • Im Bodetal besteht an einigen Stellen Steinschlaggefahr (Hinweisschilder beachten).

  • Der Aufstieg im Hirschgrund kann bei winterlichen Verhältnissen problematisch sein.

Weitere Infos und Links

  • Die PDF-Flyer "Harz-Berlin-Express" von Abellio Deutschland (Nachfolger des HEX) mit den Berlin-Verbindungen, Fahrplänen sowie den Tarifen können unter https://www.abellio.de/de/abellio-mitteldeutschland/unternehmen-news/harz-berlin-express heruntergeladen werden.
  • Im Naturschutzgebiet der Neinstedter/Wedderslebener Teufelsmauer auf den ausgewiesenen und markierten Wegen bleiben und nicht die Abgrenzungen übersteigen.

  • Es befinden sich folgende Stempelstellen der Harzer Wandernadel auf der Route (in der Reihenfolge der Begehungsrichtung):

    188 - Teufelsmauer Weddersleben

    178 - Hirschgrund (am Gasthaus Königsruh)

    72 - La Viershöhe

    Informationen über die Harzer Wandernadel sowie Spielregeln und Stempelstellen unter www.harzer-wandernadel.de - Stempelpass erhältlich in den Tourismusbüros oder über Online-Bestellung.

Start

Bahnhof Neinstedt (öffentliche Verkehrsmittel) bzw. Alte Quedlinburger Straße direkt an der Bode (Kfz.) (140 m)
Koordinaten:
DG
51.751936, 11.084481
GMS
51°45'07.0"N 11°05'04.1"E
UTM
32U 643883 5735504
w3w 
///stufte.fair.kein

Ziel

Bahnhof Thale

Wegbeschreibung

Wir verlassen den Bahnhof nach rechts und halten uns an der nächsten Straße (Alte Bahnhofstraße) wiederum rechts. Wir wechseln an der großen Hauptstraße (Ladestraße) die Straßenseite und laufen diese ebenfalls rechts (nordöstlich) entlang. Nach wenigen Minuten an der Hauptstraße biegen wir an der Kleinen Straße "Am Marienhof" links ab und laufen diese, nach 50 Metern rechts haltend, fast bis zum Ende durch. Wir folgen links dem Weg, überschreiten die relativ neue Fußgängerbrücke und treffen auf einen Wanderweg, an dem wir uns bewusst rechts halten und nicht gleich direkt zur Teufelsmauer laufen. Bei der hier beschriebenen Variante mit einem kleinen Umweg haben wir nämlich einen wunderbaren Überblick über den gesamten ersten Teil dieses Naturdenkmals.

Nach nur gut 50 Metern halten wir uns an einer Wegabzweigung links.

Zunächst ein paar Häuser passierend, stehen wir nach 200 Metern plötzlich an dem ersten Aussichtspunkt, an dem sich auf der westlichen Seite der Hauptteil der Teufelsmauer zum ersten Mal in voller Ausdehnung eindrucksvoll präsentiert.

Unser schöner schmaler Pfad verläuft nun nach links (südwestlich) und macht nach gut 100 Metern eine Biegung nach rechts in nordwestliche Richtung - im Verlauf parallel der Felswand.

Nach knapp zehn Minuten nutzen wir die Gelegenheit, um an der Abzweigung den Pfad nach links in Richtung der Felsen zu nehmen. Wir lesen uns die Lehrtafel durch, dann erfolgt ein kurzer Aufstieg über Stufen und einen gut angelegten Wanderweg und schon erreichen wir die Aussichtsplattform zwischen den markanten Felsen "Königstein" und "Lange Wand".

Nach dem Genießen der Aussicht wandern wir zurück in Richtung der Lehrtafel und laufen auf dem angelegten Wanderweg zunächst immer der Wegführung folgend weiter in nordwestliche Richtung - nun rechterhand die saftigen Wiesenhänge der "Mittelsteine" passierend, bis nach einer Viertelstunde rechts ein schmaler Pfad abgeht, der uns direkt über den schönen Wiesenhang und entlang kleinerer Felsen der "Papensteine" führt.

Am letzten markanten Felstürmchen genau südlich von Warnstedt schwenken wir nach links auf Pfadspuren hangabwärts bis zum gepflasterten Feldweg, dem wir bis nach Thale folgen.

In Thale dann im Verlauf Mühlenbergstr. - Kantorstr. - Schänkeplatz - Breiteweg - Markt - links auf Roßtrappenstr. - links auf Freiheit - links auf Fußweg - über die Fußgängerbrücke über Wassergraben und Bode - rechts auf Karl-Marx-Str. - dieser folgen bis Steinbachstr. - links auf Steinbachstr. - rechts auf Bahnhofstr. - geradeaus über den Kreisverkehr - weiter auf Walther-Rathenau-Str. - links auf Goetheweg - Goetheweg bis zum Wanderweg ins Bodetal

Auf breitem Wanderweg geht es dann unschwierig immer rechts der Bode bis zum Gasthaus bzw. Biergarten Königsruhe, dort links über die Steinbrücke und auf der anderen Seite schräg rechts haltend auf den felsigen Pfad, der uns in steilen Serpentinen rund 260 Höhenmeter aufwärts führt.

Wenn wir, oben angekommen, auf einen Wanderweg stoßen, biegen wir links ab. Auf der rechten Wegseite befindet sich das Wolfsgehege. Mit etwas Glück befinden sich die Tiere in der Nähe unseres Zaunes,so dass wir sie sehen können.

Keine zehn Minuten später erreichen wir die Aussichtspunkte rund um den Hexentanzplatz. Wir arbeiten uns am weitläufigen Aussichtsfelsen in nördliche Richtung vor und laufen, nachdem wir den letzten Ausblick genossen haben, zwischen den Gaststätten und Souvenirständen hindurch. 

Für den Abstieg in Richtung Thale müssen wir zunächst in nordöstliche Richtung zur Seilbahn-Bergstation laufen, lassen diese aber links liegen, passieren das Bergtheater und befinden uns schon bald auf dem Serpentinenabstieg zur Seilbahn-Talstation, die wir nach fast exakt einer halben Stunde erreichen.

Der Weg zum Bahnhof Thale erfolgt auf bereits bekanntem Weg und dauert nur noch etwa 20 Minuten.

Öffentliche Verkehrsmittel

mit Bahn und Bus erreichbar

  • mit der Deutschen Bahn bis Magdeburg Hbf.
  • vom Magdeburg Hbf. u. a. weiter mit dem HBX (Harz-Berlin-Express) bis Neinstedt
  • Rückfahrt dann vom Bahnhof Thale
  • Bahn-Infos über den Harz-Berlin-Express (HBX - ehemals HEX) unter https://www.abellio.de/de/abellio-mitteldeutschland/unternehmen-news/harz-berlin-express 
  • Besonderheit in Berlin: Hier fährt der HBX zum supergünstigen Tarif von diversen Bahnhöfen Berlins über Potsdam Hbf., Magdeburg Hbf. und Halberstadt direkt nach Thale und zurück (ab 16,00 Euro/Einzelfahrt) - Informationen und PDF-Broschüren unter o. a. Link
  • Im HBX in einen der beiden vorderen Waggons einsteigen, weil die beiden hinteren in Halberstadt abgekoppelt werden und diese über Wernigerode nach Goslar weiterfahren (Stand 2019).

Anfahrt

Hinweis: Diese Streckenwanderung ist ideal auf die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln abgestimmt. Bei der Anreise mit dem Auto müssen ab Thale zusätzlich öffentliche Verkehrsmittel (z. B. HarzElbeExpress) benutzt werden, um nach Neinstedt zurückzugelangen.

aus Richtung Braunschweig:

  • Autobahn A 395 bis Dreieck Vienenburg - weiter über die Bundesstraße B 6 bis Blankenburg, weiter südlich auf B 81, über Timmenrode und Thale nach Neinstedt

aus Richtung Magdeburg:

  • Autobahn A 14 in Richtung Leipzig, Ausfahrt Bernburg, weiter die Bundesstraße B 6 bis Quedlinburg, weiter über Quedlinburg nach Neinstedt

aus Richtung Leipzig:

  • Autobahn A 14 in Richtung Magdeburg, Ausfahrt Bernburg, weiter die Bundesstraße B 6 bis Quedlinburg, weiter über Quedlinburg nach Neinstedt

aus Richtung Kassel:

  • Autobahn A 7 bis Dreieck Drammetal, Autobahn A 38 bis Ausfahrt Werther, B 4/B 81 bis Ortseingang Blankenburg, rechts über Timmenrode und Thale nach Neinstedt

Parken

  • Wanderparkplatz nördlich von Neinstedt an der Alten Quedlinburger Straße (100 m nördlich der Bode)

Koordinaten

DG
51.751936, 11.084481
GMS
51°45'07.0"N 11°05'04.1"E
UTM
32U 643883 5735504
w3w 
///stufte.fair.kein
Anreise mit der Bahn, dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad

Kartenempfehlungen des Autors

  • Rad- & Wanderkarte "Selketal - Bodetal", 1 : 25.000, mit Höhenlinien und UTM-Gitter, mit Selketal-Stieg von Stiege bis Quedlinburg, Wanderarena Bodetal, Teufelsmauer-Stieg, regionalen und überregionalen Wanderwegen, Sehenswürdigkeiten und Ausflugszielen, Herausgeber Kartographische Kommunale Verlagsgesellschaft mbH, www.kk-verlag.de , ISBN 978-3-86973-115-5

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Ausrüstung

  • normale Wanderausstattung
  • knöchelhohe feste Wanderschuhe empfohlen (Kat. A/B)
Verantwortlich für diesen Inhalt
DAV Sektion AlpinClub Berlin 
outdooractive.com User
Autor
Lars Reichenberg 
Aktualisierung: 09.03.2019

Zum Reiseführer: Wanderungen im Harz


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Stef Wouters
10.09.2019 · Community
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Gemacht am 05.09.2019

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