Etappentour

Auf dem Kungsleden von Saltoluokta nach Kvikkjokk

Fernwanderweg
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Bewertung
Schwierigkeit
schwer
Strecke
81,4 km
Dauer
23:00 h
Aufstieg
2106 hm
Abstieg
2149 hm
Streckentour Etappentour aussichtsreich Gipfel-Tour

Die mehrtägige Etappentour über den Kungsleden (Königsweg) führt auf schmalen Pfaden durch die Nationalparks im Norden Schwedens.

Die Tour von Saltoluokta nach Kvikkjokk ist mit ihren 80 km, je nach durchschnittlicher Etappenlänge, in etwa fünf Tagen zu schaffen. Unser Weg führt durch mehrere wunderschöne Nationalparks Lapplands und besticht durch seine raue, abgeschiedene Landschaft Schwierigkeiten bereiten vor allem das teils wenig erschlossene und felsige Gelände und das eigene Gepäck, das mangels ausreichender Einkaufs- und Einkehrmöglichkeiten unterwegs einen Großteil der benötigten Verpflegung beinhalten muss. Daher ist die Tour geübteren Wanderern vorbehalten.

Autorentipp

Die Besteigung des Skjerfe (1179 m) ist ein absolutes Highlight der Tour. Man hat vom Gipfel einen wunderschönen Rundumblick über das Rapadalen-Delta, die angrenzenden Täler und Seen bis zu den Gletschern des Skandinavischen Gebirges.

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Schwierigkeit
schwer
Technik
Kondition
Erlebnis
Landschaft
Höhenlage
1144 m
335 m
Höchster Punkt
Skjerfe (1144 m)
Beste Jahreszeit
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Sicherheitshinweise

Die Wegbeschreibung sieht eine Dauer von 5 Tagen vor. Trotzdem sollte man mindestens einen Tag als Puffer einbauen, schnell wechselnde Wetterverhältnisse sind oft Ursache von Verzögerung.

Der Weg ist grundsätzlich das ganze Jahr über zugänglich, gerade im Winter ist er aber für ungeübte Wanderer absolut nicht zu empfehlen. Auch im Sommer muss man nachts mit Temperaturen um den Gefrierpunkt rechnen, im Winter mit bis zu -40°C.

 

Ausrüstung

Festes Schuhwerk ist ein absolutes Muss. Eventuell bieten sich Gummistiefel für die Überquerung kleinerer Flussläufe und sumpfiger Stellen an. Gerade wenn man zelten will, sollte man auf ausreichend warme, wind- und wasserdichte Kleidung achten. Dabei gilt jedoch immer: je leichter, desto besser. Alles Gepäck - inklusive Zelt, Schlafsack, Isomatte und Proviant - muss schließlich selbst getragen werden. Stichwort Proviant: Auf der Strecke gibt es in den Fjällstationen die Möglichkeit, einige Nahrungsmittel zu kaufen. Diese sind aber selbst für schwedische Maßstäbe ziemlich teuer. Besser ist es also, eine kleine Kochausrüstung und Verpflegung mitzunehmen. Wasser kann bedenkenlos aus den vielen kleinen Gebirgsbächen verwendet werden. Mitnehmen sollte man außerdem ein kleines Erste-Hilfe-Set und ausreichend Mückenschutzmittel, sowie eine Landkarte.

Start

Fjällstation Saltoluokta (377 hm)
Koordinaten:
Geographisch
67.395436, 18.523174
UTM
34W 393784 7477583

Ziel

Fjällstation Kvikkjokk

Wegbeschreibung

Etappe 1: Wir starten unsere Tour an der Fjällstation in Saltoluokta, wohin wir mit Bus (Linie 93, etwa 40 €) und Fähre (15€) angereist sind. Von dort führt ein schmaler Pfad durch einen Kiefernwald, dem wir linker Hand hinauf auf die Autsutj-Hochebene folgen. Auf der rechten Seite erhebt sich der Gipfel des Lulep Gierkav (1139 m). Wir halten uns während der nächsten 16 km stets an den Pfadverlauf. An vielen Stellen müssen Flussläufe und kleinere Sümpfe überquert werden, meist führt der Weg hier aber über stabile Holzbalken. Das Gelände auf dem Plateau ist relativ flach, dafür aber steinig und oft uneben. Eine erste Übernachtung im Zelt bietet sich noch auf dieser Hochebene an, wer die Nacht lieber in einer der Schutzhütten verbringen will, die im Abstand von 20 km auf der Strecke liegen, kann das für etwa 30 € am nahegelegenen Ufer des Sitojaure tun. Komfort gibt es hier jedoch genausowenig wie im Zelt, fließendes Wasser und Strom suchen wir vergeblich.

Etappe 2: Unsere nächste Etappe beginnt mit der Überquerung des Sitojaure. In der Sommersaison können wir uns von einem der Dorfbewohner im Motorboot über den See bringen lassen, hierfür fallen etwa 25 € Beförderungsgebühr an. Wir können aber auch selbst rudern. Hierfür stehen insgesamt drei Boote zur Verfügung. Zu beachten ist, dass auf jeder Seite immer mindestens ein Boot zurück bleiben muss. Das heißt, dass wir den See unter Umständen dreimal überqueren müssen, um eines der Boote zu überführen. Am anderen Ufer angekommen führt uns unser Weg zunächst etwa 3 km durch bewaldetes Gelände, dann steigt der Pfad an, bis wir ein Plateau auf knapp 1000 Metern Höhe erreichen. Wir umrunden einen kleineren Berg in der Mitte der Ebene und nähern uns dem Skjerfe, an dessen Fuß wir unsere zweite Etappe beenden, alternativ steht auch hier wieder eine STF-Hütte in Aktse, wenige Kilometer weiter in Richtung des Laitaure-Sees, bereit.

Etappe 3: Am dritten Tag besteigen wir den Gipfel des Skjerfe (1179 m). Gegebenenfalls muss ein Stück des Weges von Aktse zurückgewandert werden. Empfehlenswert ist es hierbei, einen Großteil des Gepäcks im Zelt bzw. der Hütte zurückzulassen, und die Besteigung nur mit leichtem Tagesgepäck zu unternehmen. Der Pfad ist an dieser Stelle durch aufgeschichtete Steine gekennzeichnet, das Terrain ist jedoch abseits der vorgeschlagenen Route weitgehend identisch, weswegen wir uns hier unseren eigenen Weg suchen. Vom Gipfel haben wir eine wunderschöne Aussicht über die umliegenden Berge und Gletscher und die 700 m tiefer liegenden Rapadalen, ein Flussdelta, das aufgrund der mitgeführten Sedimente türkis gefärbt ist. Nachdem der Berggipfel nicht gesichert ist, ist hier äußerste Vorsicht geboten. Der Abstieg erfolgt auf der selben Route, zurück auf der Hochebene halten wir und rechts in Richtung Laitaure, wobei wir unser Gepäck auf der Strecke wieder abholen. Übernachtet werden kann entweder nochmal in Aktse oder natürlich im Zelt.

Etappe 4: Tag vier beginnt mit der Überfahrt über den Laitaure. Am anderen Ufer steigen wir in einfachem, bewaldeten Geländ nach oben, bis wir nach etwa 7 km die Baumgrenze hinter uns lassen. Nun folgt ein steiler Anstieg am Hang des Tjakkellj (1214 m) auf das nächste Plateau, wegen des schweren Gepäcks und des unbefestigten Weges durchaus als eine der Schlüsselstellen der Tour zu bezeichnen. Auf dem Plateu angekommen blicken wir noch einmal zurück Richtung Laitaure und Skjerfe. In entgegengesetzter Richtung erheben sich das Pårte- sowie das Kabla-Massiv. Wir setzen unseren Weg dann auf dem bekannten Pfad fort. Nach einigen Kilometern kommen wir zurück in bewaldetes Gebiet, durch das Rittak-Tal vorbei am Sjabatjakjaure und am Stuor Dáhtá, wo wir uns je nach gewünschter Etappenlänge nach einem Zeltplatz umschauen können. Eine Schutzhütte gibt es in Pårte an der Nordseite des Sjabatjakjaures. 

Etappe 5: Am fünften Tag führt der Weg weiter durch immer dichter werdenden Nadelwald in Richtung Kvikkjokk. An einer Weggabelung halten wir uns links. Das Gelände auf dieser letzten Etappe ist flach und der Pfad besser ausgetreten als bisher, so dass dieses Teilstück keine Probleme mehr bereiten sollte. Kurz vor Kvikkjokk führt der Weg wieder links entlang der Stromschnellen des Kamajokk - Flusses. In Kvikkjokk übernachten wir in der STF-Hütte, bevor wir am nächsten Morgen den Bus zurück über Jokkmokk nach Gällivare nehmen (Linie 47 und 44, etwa 25 €).

Öffentliche Verkehrsmittel

Von Gällivare mit dem Bus der Linie 93 nach Kebnats, dann mit dem Boot nach Saltoluokta am anderen Ufer

Anfahrt

Von Gällivare kommend auf der E45/Porjusvägen in süd-westlicher Richtung etwa 45 km bis zum Stora Lulevatten kurz vor Porjus fahren. Hier rechts halten, dann am See entlang 80 km bis zum Bootslager Kebnats fahren.

Da es sich um eine mehrtägige Tour handelt, die 80 km weiter südlich endet, ist es wenig sinnvoll, mit dem eigenen PKW anzureisen, besser benutzt man ab Gällivare den Bus.

Parken

Sehr begrenzt am Bootslager in Kebnats vor der Überfahrt nach Saltoluokta

Anreise mit der Bahn, dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad
Verantwortlich für diesen Inhalt
Outdooractive Redaktion
outdooractive.com User
Autor
Svenja Rödig 
Aktualisierung: 27.02.2019

Zum Reiseführer: Schweden Norrland Provinz Norrbotten

Kommentare und Bewertungen (8)

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Nicolai Michel
17.03.2019
Eine sehr schöne Tour mit fantastischer Natur und tollen Eindrücken. Gute Ausrüstung ist, vor allem wegen den nächtlichen Temperaturen, unbedingt zu empfehlen, da es nachts im Zelt schon recht kalt werden kann. Auch regenfeste Kleidung ist wichtig. Alles in allem sehr zu empfehlen!
Bewertung
Gemacht am
26.08.2018
1.Etappe
1.Etappe
Foto: Nicolai Michel, CC BY-SA
Foto: Nicolai Michel, CC BY-SA
2. Etappe
2. Etappe
Foto: Nicolai Michel, CC BY-SA
3. Etappe - Ankunft in Aktse
3. Etappe - Ankunft in Aktse
Foto: Nicolai Michel, CC BY-SA
Blick auf Skjerfe
Blick auf Skjerfe
Foto: Nicolai Michel, CC BY-SA
4. Etappe
4. Etappe
Foto: Nicolai Michel, CC BY-SA
5. Etappe
5. Etappe
Foto: Nicolai Michel, CC BY-SA

Svenja Rödig
20.03.2018

Hallo Tim, 

der erste See zwischen Kebnats (wo die Busse ankommen) und Saltoluokta kann nur mit der offiziellen Fähre überquert werden. Der Preis liegt bei 180 Kronen, also etwa 18 €. Einen genauen Fahrplan findest du hier:

https://www.svenskaturistforeningen.se/lara/artikelsamling-transporter/batar-i-fjallen/?_ga=2.34752487.792765178.1521471140-639669788.1521471140

Die anderen beiden Seen kann man überqueren, indem man selbst rudert. Unter Umständen muss man den See aber dreimal überqueren. Es stehen drei Boote zur Verfügung und auf jeder Seite muss immer ein Boot verbleiben. Kann also gut sein, dass ihr einmal zur anderen Seite rudert, dort ein Boot anhängt, wieder zurück rudert, das angehängte Boot abstellt und den See dann nochmal zu eurem Ziel überquert... Deswegen möchtet ihr vielleicht lieber mit dem Motorboot fahren.

Die Abfahrtszeiten sind laut oben stehendem Link jeweils um 09.00 Uhr und 17:00 Uhr in südliche Richtung und jeweils eine halbe Stunde später in nördliche Richtung. Der Preis ist für beide Fähren 200 Kronen, das entspricht in etwa 20 €. Als wir vor rund 10 Jahren unterwegs waren, wurden wir allerdings auch außerhalb dieser Fahrzeiten befördert :)

LG, Svenja


TIM TIMSN
19.03.2018
Hallo Svenja Rödig, danke für die schnelle Antwort und die Kartentipps. Kannst du mir auch zufällig sagen, wo genau ich die Preise und Fahrzeiten der Motorboote und Fähren einsehen kann? Danke und beste Grüße, Tim

300 600 900 1200 m km 10 20 30 40 50 60 70 80 Fjällstation Saltoluokta Lulep Gierkav (1139 m) Die STF-Hütte am Sitojaure Fähre am Sitojaure Skjerfe (1179 m) Aussicht über das Rapadalen-Tal Die STF-Hütte in Aktse Fähre am Laitaure Tjakkelj (1214 m) STF-Hütte Pårte