Drei Länder in zwei Tagen: mit dem Rad rund um den Bodensee (Hauptsee)

Fernradweg • Bodensee in Baden-Württemberg
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Schwierigkeit
schwer
Strecke
128,1 km
Dauer
8:20 h
Aufstieg
701 hm
Abstieg
700 hm
Rundtour Etappentour aussichtsreich Einkehrmöglichkeit kulturell / historisch faunistische Highlights

Der Bodensee ist eine der beliebtesten Ferienziele in ganz Deutschland. Das milde Klima, die hübschen Uferorte, drei Länder, die Nähe zu den Bergen und die vielen kulturellen Angebote locken jedes Jahr unzählige Besucher ans "Schwäbische Meer", wie der See auch genannt wird.

Bodensee in Baden-Württemberg: Aussichtsreiche Fernradrunde

Einst war anstelle des heutigen Bodensees ein riesiger eiszeitlicher Gletscher, der durch seine Bewegungen die jetzige Tiefe des Sees aushobelte. Heute verbindet der drittgrößte See Mitteleuropas am Fuße der Alpen drei Länder miteinander: Deutschland, Österreich und die Schweiz. Diese drei Länder und somit ihre drei Kulturen können wir an zwei Tagen "erradeln". Dabei genießen wir den Bodensee in seiner ganzen Schönheit, erleben viel Kultur entlang unserer Route, können immer wieder einen Badestop an einem der Strandbäder einlegen und bei klarem Wetter die schneebedeckten Gipfel der Alpen bestaunen.
Die Tour startet an der Meersburger Fähre (bzw. in Konstanz und wir setzen mit der Fähre über) und führt uns u.a. durch Friedrichhafen, Lindau, Bregenz, Rorschach, Romanshorn, Kreuzlingen und Konstanz. Den ersten Tag gehen wir mit 45 km etwas ruhiger an und haben noch viel Zeit für Sehenswürdigkeiten entlang der Route. Der zweite Tag mit 80 km wird etwas knackiger.
In Konstanz sollten wir uns noch einen Extratag frei nehmen, um die Stadt zu erkunden, das Flair zu genießen und eventuell noch eine kleine Wanderung z. B. von der Konstanzer Imperia zum Strandbad Horn (Hörnle) zu machen.

Autorentipp

Da Radtouren am Bodensee vor allem im Sommer sehr beliebt sind, empfiehlt es sich, diese Tour nicht in der üblichen Ferienzeit zu machen. Sehr schön ist die Gegend auch iim Frühling oder Herbst, auch wenn es für einen Sprung ins Wasser noch/wieder zu kalt ist. Einen schönen Ausklang bietet dann ein Thermenbesuch in Konstanz oder Meersburg.

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Schwierigkeit
schwer
Technik
Kondition
Erlebnis
Landschaft
Höhenlage
599 m
392 m
Beste Jahreszeit
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Ausrüstung

Essen, Trinken, Regenschutz, Badezeug, Ausweis

Start

Meersburg Fähre (396 hm)
Koordinaten:
Geographisch
47.694640, 9.264840
UTM
32T 519872 5282395

Wegbeschreibung

Etappe 1 - von Meersburg nach Lindau (ca. 45 km)

Wir starten unsere Tour an der Meersburger Fähre. Wir radeln die Uhldinger Straße entlang und durchfahren Meersburg dann auf der Uferstadtstraße. Dabei können wir einen Abstecher zur Burg Meersburg machen. Mit einer Führung gelangt man in mehr als 30 Räume der Burg, darunter die alte Burgküche, die Waffenhalle, den Rittersaal, das Burgverlies sowie die Wohn- und Sterberäume der bekannten deutschen Dichterin Annette von Droste-Hülshoff. Sie verbrachte ihre letzten sieben Lebensjahre auf der Burg Meersburg. Sehr schön ist auch die Meersburg-Therme, vor allem der Saunabereich. Drei Pfahlbausaunen nach historischem Vorbild wurden in dem wunderschönen Saunagarten mit Bodenseeblick angelegt.
Wir verlassen Meersburg und radeln immer weiter am Seeufer entlang bis zum Weinort Hagnau. Hier sollten wir uns eine Flasche Wein aus der Region mitnehmen, es lohnt sich sehr.
Am Ende der Seestraße geht es nach links auf die Strandbadstraße, die uns im Zick-Zack an die Bundesstraße bringt. Wir folgen dem Fahrradweg neben der Bundesstraße in Richtung Immenstaad. Hier können wir am Strandbad eine Badepause einlegen. Weiter geht es auf der Meersburger Straße, die uns durch Immenstaad hindurch führt. In dem sehr gepflegten Ortskern können wir ein weiteres Mal rasten und uns u.a. das gestelzte Fachwerkgebäude gegenüber der Pfarrkirche anschauen, das älteste Haus Immenstaads. Weiter geht es neben der Bundesstraße durch die Orte Manzell und Seemos. Bevor wir Friedrichshafen erreichen, überqueren wir rechter Hand die Bahnlinien und fahren dann eine Weile parallel zu ihnen, bis wir uns in Richtung der Seepromenade wenden. In Friedrichshafen selbst können wir an einer der schönsten und längsten Uferpromenaden am Bodensee entlang schlendern. Danach können wir vom Aussichtspunkt am Steg über den See schauen und das Zeppelin-Museum besuchen. Das Museum versetzt uns in die Zeit, als die riesige „fliegenden Zigarre“ – also der Zeppelin – sich in die Lüfte schwang und ist sehr zu empfehlen, vor allem wegen der detailgetreuen Nachbildung des Promenadendecks der „LZ Hindenburg“.
Auf der großen Eckerstraße verlassen wir Friedrichshafen. Hinter der Flussquerung biegen wir nach rechts ab und folgen der Seewiesenstraße durch einen Park. Danach biegen wir nach rechts ab und kommen dem Seeufer wieder sehr nah. Auf unserem Weg nach Eriskirch radeln wir durch das bedeutendste Naturschutzgebiet des Nordufers: das Eriskircher Ried, das ein ideales Rast- und Futtergebiet für die heimischen Vögel und die Zugvögel darstellt. Schließlich überqueren wir den Bach „Schüssen“, wenden uns danach zwei Mal nach rechts, um wieder zum Uferweg („Untere Seestraße“) zu gelangen. Am Ende der Straße biegen wir nach links in den Bleichweg ein, stoßen auf die Landstraße und folgen ihr in östlicher Richtung über eine Brücke nach Gohren. Wir radeln die zweite Straße nach rechts in den Tunauer Weg, ignorieren die zwei Abzweige nach links und biegen dann im Wohngebiet links ab in Richtung Tunau. Dort wenden wir uns nach schräg rechts in die Bodanstraße, deren baldigem Verlauf am Ufer wir bis nach Nonnenhorn folgen. Hier gelangen wir über die Seestraße, die Conrad-Forster-Straße und die Wasserburger Straße in Richtung der eigentlichen Wasserburg. Weiter geht es auf der Halbinselstraße durch den Ort „Wasserburg“. Wir biegen dann nach rechts in die Höhenstraße ein, gleich darauf nach rechts in die Reutenerstraße und durchqueren auf dieser den Ort Reute. Geradeaus wird die Straße zum Lindenhofweg, der sich durch Bad Schachen schlängelt. Auf der Straße, die dem Ufer am nächsten ist, erreichen wir die „Wasserau“, also die Halbinsel Lindaus. Sie ragt tief in den Bodensee hinein und ist ein besonders idyllischer Fleck. Vor über 1200 Jahren wurde die damalige Insel bereits besiedelt und war lange Zeit nur über eine Zugbrücke erreichbar. Hier finden wir einige Sehenswürdigkeiten, die wir besichtigen können wie das „Zeughaus“, das Münster „Zu unserer lieben Frau“, das Alte Rathaus oder wir genießen einfach den herrlichen Blick von hier über den Bodensee.

Etappe 2 - von Lindau nach Konstanz (80 km)

Unsere Tour startet in Lindau an der Brücke zur Lindau Insel. Wir radeln die Straße „Aeschacher Ufer“ entlang, fahren auf dem schmalen Weg weiter geradeaus und gelangen schließlich auf die Bregenzer Straße. Wir folgen dem Weg, der erst in Ufernähe und dann parallel zu den Bahnschienen verläuft. Im weiteren Verlauf überqueren wir die deutsch-österreichische Grenze und gleichzeitig einen schmalen Flussverlauf. In Österreich geht es nach rechts auf den unbefestigten Radweg, wir umrunden den Sportplatz in Ufernähe und bleiben auf dem schmalen Radweg mit Blick auf den Bodensee. Linker Hand liegt die Gemeinde Loch, die gegen das hektische Treiben in Lindau geradezu erholsam wirkt. Wir passieren einen Hafen und erreichen danach eine lang gezogene Badestelle. Hier sollten wir es nicht verpassen, einen Badestopp einzulegen, denn in Bregenz reichen die Berge so nah an den See heran, dass hier kein Platz mehr für ein schönes Badeeck blieb.
Weiter geht es am Ufer entlang nach Bregenz, das von den Römern 15 v. Ch. erobert wurde. Heute ist die Stadt zusammen mit Konstanz und Friedrichshafen eine der wichtigsten Städte am Bodensee. Hier gibt es einige kulturelle Highlights wie die Festspiele auf der Seebühne oder das Kunsthaus Bregenz. Auch seine Lage ist einmalig, denn hier geht der See direkt in die Alpen über. Der „Hausberg“ von Bregenz ist der 1064 m hohe Pfänder, von dem aus man einen wunderbaren Panoramablick über die Weite des Sees genießen kann.
Vom Hafen aus geht es in westlicher Richtung weiter entlang des Ufers und vorbei am Kloster Mehrerau. Schließlich gelangen wir zur Mündung der Bregenzer Ache. Wir folgen dem Weg flussaufwärts und überqueren die Bregenzer Ache schließlich auf einem Radweg neben der Bundesstraße. Auf der anderen Seite biegen wir nach rechts ab in Richtung Hard. Wir folgen dem Verlauf der Straße und wenden uns vor dem Hafen nach links in die Hafenstraße. Dabei ignorieren wir alle abgehende Straße, bis wir rechter Hand den Seepark erreichen. Hier biegen wir schräg rechts in die Uferstraße ein und fahren diese immer weiter geradeaus, bis sie später Allmendstraße heißt. Nach einer Weile stoßen wir auf die „Landstraße“, der wir nach rechts folgen. Erneut nach rechts geht es dann auf die Schweizer Bundesstraße („Rheinstraße“) und über eine lange Brücke passieren wir die Eisenbahnlinie und den Rhein. Auf der anderen Seite fahren wir nach rechts in die Seestraße, folgen dem Rheinverlauf und biegen einige Straßen weiter nach links in die Kanalstraße. Diese wird zur „Rohrstraße“ und bringt uns hinaus ins Feld. Der Weg macht eine lang gezogene Linkskurve und wir radeln immer weiter in Ufernähe. Dabei kommen wir durch das Naturschutzgebiet Rheinspitz. Hinter dem Campingplatz „Im Rohr“ biegen wir nach links ab („Rohrstraße“) und radeln im Zick-Zack in Richtung Höchst. Kurz vor dem Ortsteil Unterdorf wenden wir uns nach rechts in die Stillestraße, die uns auf die größere Hauptstraße bringt. Dieser folgen wir einige hundert Meter nach rechts und biegen dann linker Hand in den schmalen Dammweg ein, der dem Verlauf des Rheinufers in Gaiß folgt. Wir überqueren den Rhein und die österreichisch-schweizerische-Grenze auf der Autobrücke und biegen danach direkt nach rechts in die Bahnhofstraße ab. Nach kurzer Zeit geht es dann nach links weiter in die Thalerstraße, die in ihrem Verlauf zur Rheineckerstraße wird, eine lang gezogene Linkskurve macht und nach der darauf folgenden Rechtskurve Dorfstraße heißt. Hinter dem kleinen Ort „Buechsig Schl.“ führt die schmalere Warenseestraße nach links ab, dabei überqueren wir die Bahnlinie und fahren geradeaus auf der Hofstrasse durch die Orte Hof und Hohriet. Teilt sich die Straße, wählen wir den rechten Weg („St. Anna-Schloss-Strasse) über die Autobahn. Wir radeln auf dieser Straße durch den Ort Loch und wenden uns an der großen Kreuzung nach rechts in die Goldacherstraße. In Goldach selbst fahren wir rechter Hand über die Gleise und radeln die Hauptstrasse bis zum Bodenseeufer vor. Weiter geht es in Ufernähe bis Arbon. Der Name stammt noch aus Römerzeiten: Sie nannten ihre Militär- und Poststation „arbor felix“ – übersetzt: „glücklicher Baum“ – , woraus im Laufe der Zeit „Arbon“ wurde. Wer hier eine Pause einlegen möchte, dem sei die schöne Altstadt mit den schmucken Häusern am Fischmarktplatz ans Herz gelegt, sowie das Rathaus, Schloss Arbon und die Galluskapelle.
Wir umrunden Arbon in Ufernähe und radeln neben der Bahnlinie weiter nach Egnach. Hier biegen wir nach rechts in die Kehlhofstrasse ein und folgen dem Verlauf der Straße bis an den Romanshorner Hafen. Es lohnt sich einen Schlenker mit dem Rad bis an die Spitze des Hafens zu machen, um den Blick auf den See zu genießen. Danach geht es mehr oder weniger in Ufernähe durch die Fachwerkdörfer Uttwil und Kesswil. Dahinter fahren wir parallel zu den Bahnschienen durch Güttingen, Ruderbaum und nach Münsterlingen. Hier wechseln wir auf die linke Seite des Schienenverlaufs, hinter dem Ort wieder auf die rechte. In Bottighofen passieren wir rechter Hand den „Schlösslipark“ und fahren weiter auf dem Weg hinter dem schön angelegten und sehr gepflegten Park, der sich bis an die deutsch-schweizerische Grenze zieht. Später orientieren wir uns in Richtung des Bahnhofs „Keuzlingen Hafen“. Kreuzlingen ist die Schwesterstadt von Kostanz. Hier sollen Mitte des 19. Jh. nur etwa 13 Häuser gestanden haben, mittlerweile hat die Schweizer Grenzstadt mehr als 17000 Einwohner und geht im Grunde direkt in Konstanz über.
Die Seestraße führt über die Grenze mit ihrem alten, unbesetzten Wachposten nach Konstanz. Hier radeln wir die Hafenstraße hinunter, auf der sich an warmen Tagen sehr viele Touristen und Einheimische tummeln. Wir passieren linker Hand einen großen Biergarten, sehen kurz dahin rechts eines der Konstanzer Wahrzeichen, die Imperia-Statue, und gelangen hinter der Unterführung linker Hand zum Konstanzer Bahnhof.

Öffentliche Verkehrsmittel

Mit dem Zug nach Konstanz, mit dem Rad/Bus an die Konstanzer Fähre (Staad), weiter mit der Fähre nach Meersburg

Anfahrt

B96 bis Ausfahrt Weißenberg, weiter auf der Landstraße in Richtung Friedrichshafen, dann weiter bis Meersburg. Oder mit der Fähre von Konstanz aus nach Meersburg

Parken

Parkplatz oberhalb der Anlegestelle Autofähre
Anreise mit der Bahn, dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad

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Verantwortlich für diesen Inhalt
Outdooractive Redaktion
outdooractive.com User
Autor
Andrea Dobinsky
Aktualisierung: 07.03.2018

Zum Reiseführer: Fernradtouren am Bodensee in Baden-Württemberg

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