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Die Rätsel um die Externsteine

Reportage • Teutoburger Wald
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Inmitten des Teutoburger Waldes ragen plötzlich mehrere, beinahe senkrecht stehende Felsen aus den Bäumen hervor – die Externsteine. Tausende Besucher kommen jährlich, um den Rätseln um die Steine auf den Grund zu gehen und das Naturphänomen zu bestaunen.

Geotop · Teutoburger Wald

Externsteine, Teutoburger Wald

Geotop Externsteine im Teutoburger Wald
Teutoburger Wald
Teutoburger Wald Tourismus / OstWestfalenLippe GmbH

Vor Millionen von Jahren wurden die Felsen aus Sandstein geformt. Während drumherum alles von Wind, Wasser und Wetter wieder abgetragen wurde, haben sich die Externsteine bis heute erhalten. Im Laufe der Zeit wurden die Steine immer wieder von Menschenhand bearbeitet: Treppen und Aussichtsplattformen wurden angelegt, Grotten und Kammern entstanden, ein Relief von Jesu Kreuzabnahme und eine Nachbildung der Jerusalemer Grabesstätte sind zu finden und ein Loch in der Felswand gibt bis heute Rätsel auf. Kein Wunder, dass sich zahlreiche Geschichten und Mythen um die Nutzung der Stätte ranken und immer neue hinzukommen.

Beleg menschlicher Aktivitäten in der Geschichte

Das Kreuzabnahme-Relief an den Externsteinen; das gebeugte Y rechts unter dem Kreuz wird oft als Irminsul gedeutet.

Während sich in der Altsteinzeit bereits Jäger an den Steinen aufgehalten haben und die Felsen vielleicht als Schutzdach dienten, fehlen Belege dafür, dass auch in der Jungsteinzeit und den nachfolgenden Jahrhunderten Menschen hier gelebt oder gewirkt haben. Die nächsten gesicherten Spuren stammen aus dem Mittelalter. Keramik und Metalle aus dieser Zeit wurden an den Steinen gefunden und es wird vermutet, dass der Platz als Raststätte diente. Im 12. Jahrhundert soll das Kreuzabnahmerelief entstanden sein, das als ältestes christliches Großrelief nördlich der Alpen gilt. Später lebten Einsiedler oder Mönche in den Grottenanlagen. Wann genau diese Grotten oder auch die Treppen und weiteren Veränderungen an den Steinen vorgenommen wurden, ist bis heute noch ungeklärt. So kommen jährlich rund eine halbe Million Touristen, um sich selbst ein Bild der Anlagen zu machen und den Ort zu bestaunen.

Ein mythischer Ort?

Bereits im 16. Jahrhundert wurden die Externsteine als germanisches Heiligtum gedeutet. Eine kultische Stätte der Germanen oder auch Kelten soll sich hier befunden haben. Manche glauben auch an eine astronomische Bedeutung des Ortes, weil das Loch in der Felswand genau in die Richtung weist, in der zur Sommersonnenwende die Sonne aufgeht. Beweise für kultische Aktivitäten gibt es nicht. Dennoch wurden diese Deutungen immer wieder aufgegriffen, auch die Nationalsozialisten wollten die Externsteine für ihren mythischen Kult nutzen. Noch heute gelten die Felsen Esoterikern als Kraftort und zur Sommersonnenwende sowie zur Walpurgisnacht treffen sich zahlreiche Besucher zu Festen an den Steinen.

Die Externsteine aus der Luft

Die Forschungen an den Externsteinen sind noch längst nicht abgeschlossen und vielleicht werden wir nie alles erfahren, was sich an diesem Ort zugetragen hat. Etwas Besonderes sind die Felsen mitten im Teutoburger Wald in jedem Fall, egal ob als mythischer Kraftort, als „Stonehenge des Teutoburger Waldes” oder einfach als großartiges Naturphänomen.


Verantwortlich für diesen Inhalt
Outdooractive Redaktion
outdooractive.com User
Autor
Wiebke Hillen 
Aktualisierung: 04.12.2018

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