Reiten

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Der Reitsport ist weit mehr als nur ein Kleine-Mädchen-Traum. Neben dem sportlichen Aspekt steht bei den meisten Reitern vor allem die enge Bindung zwischen Mensch und Tier und das über eine lange Zeit wachsende Vertrauensverhältnis im Mittelpunkt. Egal ob Turnier- oder Freizeit-, Dressur- oder Westernreiter – in einem sind sich alle einig: Es gibt nichts Schöneres, als die Welt vom Rücken der Pferde aus zu entdecken.

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Dressurreiten – von den Grundlagen bis zur Hohen Schule

Die Dressur stellt die Basis jeden Reitens dar. Die natürlichen Bewegungen des Pferdes werden dabei vom Reiter über verschiedene Hilfen wie Schenkeldruck, Gewichtsverlagerung, Zügelhilfe und die Stimme gesteuert.

Die Linie, die ein Pferd beim Reiten beschreibt, wird als Hufschlag bezeichnet. Innerhalb einer Reitbahn werden standardmäßig gerade und gebogene, schlangen- oder kreisförmige Figuren geritten:

  • Ganze Bahn 
  • Halbe Bahn
  • Einfache/doppelte Schlangenlinie
  • Schlangenlinie durch die Bahn (drei oder vier Bogen)
  • Zirkel/Mittelzirkel
  • Volte/Kehrtvolte

Auch der Wechsel zwischen verschiedenen Figuren und der Richtungswechsel innerhalb einer Figur sind möglich. Die Orientierungs- und Wendepunkte sind innerhalb der Reitbahn durch Buchstaben gekennzeichnet.

Dressurreiter und -pferd
Dressurreiter und -pferd
Foto: CC0

Neben den gängigen Hufschlagfiguren führen Pferd und Reiter während einer Dressurlektion – je nach Niveau – noch weitere Figuren aus, beispielsweise:

  • Rückwärtsrichten
  • Schenkelweichen
  • Vorhand-/Hinterhandwendung
  • Pirouette
  • Traversale
  • Galoppwechsel
  • Piaffe
  • Passage

Springreiten – Cavaletti, Oxer, Wassergraben

Als Springreiten wird die Disziplin bezeichnet, bei der Reiter und Pferd gemeinsam Steilsprünge, Hochweitsprünge und Geländehindernisse auf einem vorher festgelegten Parcours überwinden. Wenn man vom Springreiten spricht, hat man meist das Wettkampfspringen im Kopf.

Auch bei Freizeitpferden ist eine grundlegende Springausbildung aber nicht zu vernachlässigen. Sie dient neben Rhythmus, Koordination und Vertrauen vor allem der Flexibilität der tierischen Wirbelsäule. Dabei müssen die Hindernisse nicht hoch sein. Oft werden einfach auf dem Boden liegende Stangen oder niedrige Cavalettis benutzt.

Springpferd am Hindernis
Springpferd am Hindernis
Foto: CC0

Auf Spuren der Cowboys – Westernreiten

Das Westernreiten entwickelte sich auf dem amerkanischen Kontinent – ist heute aber auch in Europa weit verbreitet. Besonders Freizeitreiter schätzen den bequemen Sattel und eine Reitweise, die Pferd und Reiter die größtmögliche Entspannung zu Teil werden lässt.

Beim Westernreiten wirkt man mit möglichst geringen Hilfen auf das Tier ein – die Zügel werden beispielsweise um ein gutes Stück länger gelassen als beim Vielseitigkeitsreiten und nur mit einer Hand gehalten.

Westerreiter bei einer Kür
Westerreiter bei einer Kür
Foto: CC0

Fürs Westernreiten bekannte Rassen sind Quarter Horses, Appoloosas und Paint Horses, da diese aufgrund ihres wendigen Körperbaus besonders gut für die Arbeit mit Rindern geeignet sind. Im Freizeitbereich können aber so gut wie alle Pferde- und Ponyrassen im Western-Stil geritten werden.

Spektakuläre Figuren, wie Spins oder Sliding-Stops prägen das Bild von Western-Turnieren. Diese werden in verschiedenen Disziplinen ausgetragen, zum Beispiel:

  • Reining
  • Trail
  • Western Pleasure
  • Barrel Race
  • Cutting
  • Working Cowhorse

Wander- und Distanzreiten: weite Strecken im Sattel

Wer gerne länger unterwegs ist, kann sich auf einen Wanderritt aufmachen. Wettkämpfe über weite Strecken fallen unter das sogenannte Distanzreiten. Die Idee geht vermutlich auf die Entwicklung der Postbeförderung zu Pferde zurück. So gab es beispielsweise bereits zu Zeiten Dschingis Kahns um 1200 n. Chr. ein erfolgreiches Kommunikationssystem mit berittenen Boten.

Bequemer Sattel beim Wanderreiten
Bequemer Sattel beim Wanderreiten
Foto: CC0

Viel später, im Jahre 1860, entwickelte sich ein weiterer, weitaus bekannterer Postdienst zu Pferde: der berühmte Ponyexpress in den USA. Die Route erstreckte sich über fast 3218 km von Joseph, Missouri, bis nach Sacramento, Kalifornien.

1955 fand in den USA, in Anlehnung an den Ponyexpress, zum ersten Mal der Tevis Cup, einer der schwersten „Hundertmeiler“ der Welt, statt. Bis heute gelten die USA als eine der führenden Distanzritt-Nationen.

Ausrüstung für Pferd und Reiter

Je nach Art des Reitens unterscheidet sich auch die Ausrüstung von Pferd und Reiter grundlegend. Im europäischen Raum ist das Vielseitigkeitsreiten (also eine Mischung aus Dressur, Springen und Geländeritt) weit verbreitet – und damit auch der Vielseitigkeitssattel und -zaum fürs Pferd sowie Helm, Reithose mit Lederbesatz, Reitstiefel und Gerte für den Reiter. 

Vielseitigkeitssättel
Vielseitigkeitssättel
Foto: CC0

Im Gegensatz zum Vielseitigkeitssattel, der relativ wenig Auflagefläche hat, ist ein Springsattel etwas größer, um den Reiter bei der Landung besser abzufedern. Rennsättel sind dagegen besonders klein, um möglichst wenig Gewicht aufs Tier zu übertragen.

Beim Freizeitreiten werden zunehmend Westernsättel eingesetzt, die durch eine große Auflagefläche eine gleichmäßige Gewichtsverteilung auf das Pferd garantieren und zudem sehr bequem für den Reiter sind. Westernreiter sind meist mit Jeans, Hemd, Hut und Stiefeln bekleidet.

Pferd mit Westernsattel
Pferd mit Westernsattel
Foto: CC0

Ein Wanderreitsattel bietet zusätzlich die Möglichkeit zur Gepäckbefestigung.

Zur Befestigung des Sattels wird ein Sattelgurt verwendet, in machen Fällen auch ein Schweifriemen und ein Vorderzeug. Steigbügel geben dem Reiter zusätzlichen Halt und Hilfe beim Aufsteigen.

Therapeutisches Reiten

Vielen Menschen mit körperlichen, psychischen, pädagogischen und sozial-integrativen Schwierigkeiten hilft eine Therapie im Umgang mit Pferden. Während das Erlernen reiterlicher Fähigkeiten eher im Abseits steht, geht es beim therapeutischen Reiten vor allem um die Beziehung zwischen Mensch und Tier.

Eine Beziehung mit dem Pferd aufbauen
Eine Beziehung mit dem Pferd aufbauen
Foto: CC0

Pferde sind von Natur aus sehr feinfühlige Wesen. Um als Therapiepferd in Frage zu kommen, muss ein Tier ruhig und geduldig sowie kontaktfreudig sein. 

Übrigens: Es muss sich nicht immer um ein Pferd handeln – auch Esel, Lamas und Kamele sind für die Reittherapie überaus geeignet. 

 


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