Reiseführer Pferdetouren

Pferdetouren

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Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde – für passionierte Pferdeliebhaber trifft das allemal zu. Reiten ist Sport, darüber lässt sich wohl nicht streiten. Doch Reiten ist noch viel mehr, ist ein Pferd doch alles andere als ein "normales" Sportgerät. Vom Sattel aus trainiert man Fitness und Gleichgewicht, erlebt wunderschöne Naturlandschaften und ist mit einem echten Freund unterwegs.

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Vom Arbeitstier zum Freizeitpferd

Ursprünglich waren Pferde das Mittel zur Fortbewegung und Arbeitserleichterung schlechthin.

Ob im Sattel, auf dem Kutschbock oder dem Schlitten – mit einem Pferd kam man viel schneller zum Ziel, als zu Fuß. Die starken Tiere halfen außerdem bei der land- und forstwirtschaftlichen Arbeit.

Heutzutage hat sich – zumindest in den Industriestaaten – der Umgang mit Pferden weitestgehend in den Sport- und Freizeit- sowie den Therapiebereich verlagert.

Rückepferde im Wald
Rückepferde im Wald
Foto: CC0

Mit Pferden sportlich unterwegs

Die klassische Sportart zu Pferd ist sicherlich das Reiten, das sich wiederum in zahlreiche Disziplinen wie Springen, Dressur, Western und Vielseitigkeit unterteilen lässt.

Aber auch wer nicht reitet, muss nicht auf die Nähe zu den sanften Vierbeinern verzichten. Im Sommer geht es mit der Kutsche flott voran, im Winter lässt man sich gemütlich und warm eingepackt auf dem Pferdeschlitten durch die Schneelandschaft ziehen.

Etwas ausgefallener sind Sportarten wie das Voltigieren – ein Art Turnen auf dem Pferd – oder das Skijöring. Dort lässt man sich auf Skiern hinter einem angeschirrten Pferd herziehen. Das Longieren dient sowohl der Ausbildung als auch dem Training von Reiter und Pferd.

Schritt, Trab, Galopp, Pass und Tölt: die Gangarten des Pferdes

Die allermeisten Pferde sind drei Grundgangarten mächtig: Schritt, Trab und Galopp. Die Gangarten unterscheiden sich zum einen durchs Tempo, zum anderen aber auch durch die Abfolge, nach der ein Pferd seine Hufe auf dem Boden platziert. 

Pferde in Trab und Galopp
Pferde in Trab und Galopp
Foto: CC0
  • Schritt: Viertakt-Gangart, bei der ein Pferd diagonal abwechselnd vorne und hinten auftritt (z. B. rechts vorne, links hinten, links vorne, rechts hinten). Die Bewegungen überlappen sich, wodurch nie eine komplette Schwebephase eintritt.
  • Trab: Zweitakt-Gangart, bei der ein Pferd mit einer kurzen Schwebephase zur Unterbrechung immer diagonal gleichzeitig auftritt (z. B. rechts vorne und links hinten, links vorne und rechts hinten)
  • Galopp: Dreitakt-Gangart mit zwei möglichen Varianten der Fußabfolge (Rechtsgalopp – links hinten, rechts hinten und links vorne, rechts vorne – und Linksgalopp) und ausgeprägter Schwebephase

Einige Pferderassen sind – abgesehen von den drei Hauptgangarten – in der Lage, zwei zusätzliche Gangarten auszuführen. Tölt und Pass findet man heutzutage besonders bei Islandpferden – doch auch American Saddlebreds, Berber und Peruanische Pasos sind dieser Gangarten mächtig.

Islandpferde
Islandpferde
Foto: CC0
  • Tölt: eine für den Reiter sehr angenehme Gangart; Die Fußfolge entspricht der im Schritt, jedoch sind Geschwindigkeiten vergleichbar mit dem Trab möglich.
  • Pass: einseitige Zweitakt-Gangart, bei der ein Pferd gleichzeitig das linke Vorder- und Hinterbein, nach der Schwebephase dann das rechte Vorder- und Hinterbein aufsetzt. Beim Rennpass sind Geschwindigkeiten von über 40 km/h möglich, was für das Pferd aber sehr anstrengend und nicht sehr rückenschonend ist.

Wo kann man reiten?

Pferdesportarten sind ohne Frage eine recht kostspielige und zeitaufwändige Angelegenheit – vor allem, wenn man sie mit dem eigenen Vierbeiner ausüben möchte. Denn anders als normale Sportgeräte brauchen Pferde eine geeignete Unterkunft, regelmäßige Kontrollen durch Tierarzt und Hufschmied und intensive Pflege und Zuwendung des Besitzers.

Reitstunde auf dem Platz
Reitstunde auf dem Platz
Foto: CC0

Für Reitanfänger und alle ohne eigenes Pferd gibt es aber unzählige Angebote. Reiterhöfe bieten Gruppen- oder Einzelstunden und geführte Ausritte an, auch auf vielen Bauernhöfen können Gäste die Tiere kennenlernen. Wer sich etwas mehr engagieren möchte, findet mit einem Pflegepferd oder einer Reitbeteiligung vielleicht das Richtige.

Auch auf einer Urlaubsreise kann ein Reitausflug zum unvergesslichen Erlebnis werden – beispielsweise beim Galoppieren am Strand, auf den Spuren von Cowboys und Indianern in den Nationalparks der USA oder bei den robusten und freundlichen Islandponys auf der gleichnamigen Insel.