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Langlaufen

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Der Himmel strahlt blau, der Schnee glitzert und die Loipe ist gespurt – höchste Zeit, die Langlaufskier auszupacken. Das Langlaufen ist eine abwechslungsreiche und gleichzeitig gesunde Sportart, die sich großer Beliebtheit erfreut. Wir haben in diesem Artikel viele Informationen rund um Loipen, Ausrüstung und Technik gesammelt. Viel Spaß beim Stöbern!

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Der Ursprung des Langlaufens

Schon lange bevor sie als Sportgeräte geschätzt waren, dienten Skier den Menschen zur Fortbewegung. Dass man auf Skiern Sport treiben und sogar Wettkämpfe bestreiten kann, wussten die Norweger ab den 1840er Jahren, in Mitteleuropa wurde man rund 30 Jahre später auf die schmalen Skier aufmerksam. Seit den Olympischen Winterspielen 1924 gehört das Skilanglaufen zum festen Bestandteil des olympischen Programms. 

Grundwissen zum Thema Loipen

Loipen werden mit speziellen Pistenfahrzeugen oder Spurgeräten erstellt, die den Schnee zunächst auflockern und ihn dann in die gewünschte Form bringen. Die Schneehöhe sollte mindestens 20 cm betragen, bevor eine Loipe gespurt werden kann. 

Eine klassische Langlaufloipe besteht aus zwei hart gepressten, parallel verlaufenden Rinnen, die den Skiern eine Spur vorgeben. Eine Skating-Loipe ist eine breite, platt gewalzte Piste. Viele Loipen bieten eine oder zwei Spuren für klassische Langläufer sowie eine Piste für Skater nebeneinander an.

 

Präparierte Langlaufloipe für den klassischen Stil
Foto: Outdooractive Redaktion

Loipen sind nach der DIN 32912 Norm mit blauen (leicht), roten (mittelschwer) und schwarzen (schwer) Schildern gekennzeichnet. Bei der Klassifikation unterscheidet man außerdem zwischen Talloipen und Höhenloipen, welche als besonders schneesicher gelten. In jedem Fall lohnt sich ein Blick auf den aktuellen Loipenbericht, bevor man startet.

Anfänger finden in Wintersportorten oftmals besonders kurze, flache und breite Loipen. Ein besonderes Angebot sind beleuchtete Nachtloipen, auf denen problemlos nach Einbruch der Dunkelheit gelaufen werden kann.

Man braucht nicht unbedingt eine Loipe zum Langlaufen: Wer gerne die unberührte Winterlandschaft genießt und dabei keinen Geschwindigkeitsrekord brechen möchte, der kann sich genauso gut abseits der üblichen Strecken fortbewegen.

Winterwanderer sind – vor allem in vierbeiniger Begleitung – nicht gerne auf der Loipe gesehen. Oftmals zertreten sie die Spurrillen für klassische Langläufer, die dann keinen Halt mehr in der Loipe haben und stürzen. 

Der richtige Langlaufski – und wie man ihn pflegt

Im Gegensatz zum Abfahrtsski ist ein Langlaufski recht schmal und lang. Er hat außerdem keine Stahlkanten. Die optimale Länge des Skis bemisst sich an der Körpergröße des Sportlers plus – je nach Technik – zwischen 10 und 20 cm.

Langlaufskier und -schuhe
Foto: CC0

Der Belag eines Langlaufskis ist unterschiedlich aufgeteilt. Beim Skating-Ski besteht die gesamte Unterseite aus einer Gleitzone, die – wie der Name schon sagt – für einen gleitenden Bewegungsablauf verantwortlich ist.

Beim klassischen Langlauf wird zwischen Gleit- und Steigzone unterschieden. Die Gleitzone befindet sich am Anfang und Ende des Skis. Die Steigzone ist in der Mitte angesiedelt und für die Fortbewegung maßgeblich. Ein klassischer Langläufer benötigt eine Art Steighilfe, um sich dynamisch abstoßen zu können und beim Anstieg nicht rückwärts zu rutschen. Über die Jahre haben sich zwei unterschiedliche Formen von Steighilfen entwickelt:

  • Beim sogenannten NoWax-Ski ist die Steigzone in Form einer schuppenähnlichen Struktur in den Belag eingearbeitet. Diesen Teil des Skis muss man nicht wachsen, sondern lediglich mit einem speziellen Spray behandeln, um eine Verschmutzung oder Vereisung zu verhindern. Der Vorteil der Schuppenski ist, dass sie verhältnismäßig einfach zu pflegen und günstig in der Anschaffung sind. Der Ski muss optimal auf Größe und Gewicht des Sportlers abgestimmt sein, damit die Steigzone nur bei voller Belastung des Skis den Boden berührt.
  • Das Gegenstück zum NoWax-Ski bildet der Wachsski. Das richtige Wachsen ist in diesem Fall unerlässlich, da man sich sonst keinen Meter von der Stelle bewegt. Man verwendet dafür sogenanntes Steigwachs.

Welche Wachs-Art ist die richtige?

Grundsätzlich kann man zwischen Kalt- und Heißwachs unterscheiden. Kaltwachs kann als Spray, Paste oder als Aufreibwachs verwendet werden. Großer Anwendungsvorteil ist, dass diese Art von Wachs nur noch ausgebürstet/poliert werden muss. Das Einbügeln und Abziehen fällt im Vergleich zum Heißwachs komplett weg. Dadurch kann man im Extremfall noch auf der Loipe wachsen. Natürlich gibt es auch Nachteile: Kaltwachs ist grundsätzlich nicht so abriebfest wie Heißwachs, es hält also deutlich kürzer auf dem Ski.

Wachsen von Langlauf-Skiern
Foto: Ludovic Péron, CC BY-SA, Outdooractive Redaktion

Egal auf welches Wachs die Wahl fällt: Entsprechendes Werkzeug zum Auftragen sollte immer vorhanden sein. Wo Kaltwachser lediglich ein Poliertuch und maximal eine Bürste benötigen, fällt die Ausstattung für Heißwachs umfangreicher aus. Allem voran kommt das Wachsbügeleisen, ein spezielles Gerät zur exakten Einstellung der Temperatur. Dies ist wichtig, da Hitze den Belag dauerhaft schädigen kann. Um das überschüssige Wachs wieder zu entfernen, wird zusätzlich eine Abziehklinge benötigt. Oft vergessen, aber ebenfalls notwendig, ist ein Rillenstift für die Vertiefung in der Mitte des Skis. Zu guter Letzt wird der Belag dann noch ausgebürstet. Hierfür empfiehlt sich eine grobe Bürste mit Kupferanteil und eine feinere Rosshaarbürste.

Übrige Ausrüstung und Kosten

Wer seine erste Trainingseinheit auf Langlaufskiern absolvieren will, kann sich Skier, Stöcke und Schuhe ausleihen. Hier sollte vor allem darauf geachtet werden, dass man umfassend beraten wird – das gilt auch beim Kauf einer gebrauchten Ausrüstung.

Wer sich lieber eine eigene Ausrüstung zulegt, muss als Einsteiger mit etwa 200 € rechnen, ambitionierte Sportler bezahlen für eine professionelle Ausrüstung schon einmal das 5-fache.

  • Schuhe und Bindung: Langlaufschuhe bestehen aus weichem Material und sind halb- bis etwa knöchelhoch. Die Sohle ist stabil, muss sie doch in die Bindung eingehängt werden – aber auch so flexibel, dass man den Fuß beim klassischen Langlauf abrollen kann. Im Gegensatz zum alpinen Skifahren werden Langlaufschuhe nur vorne in der Bindung befestigt (Schnabelbindung). Das ist notwendig, damit beim Abdrücken die Ferse nach oben kommen kann. Es gibt mehrere Arten von Bindungen, die nicht miteinander kompatibel sind (NN – Nordic Norm, SNS – Salomon Nordic System, NNN – New Nordic Norm, SNS Pilot).
  • Stöcke: Langlaufstöcke bestehen aus Aluminium oder Carbon. Sie sind deutlich länger als alpine Skistöcke aber schmaler und haben kleinere Teller. Bei der Stocklänge unterscheidet man zwischen klassischer- und Skating-Technik. Beim Skaten sollten die Stöcke etwa auf Kinnhöhe reichen, beim klassischen Langlauf auf Achselhöhe. Langlaufstöcke werden außerdem in einer größenverstellbaren Variante angeboten.
  • Bekleidung: Die Kleidung beim Langlaufen soll vor unnötigem Frieren oder Schwitzen bewahren und genügend Bewegungsfreiheit bieten. Hierfür eignet sich lange Funktionsunterwäsche, eine spezielle Laufleggings sowie eine wasserabweisende und atmungsaktive Jacke. Ein Pullover kann je nach Temperatur die Ausrüstung ergänzen. Zudem empfehlen sich eng anliegende Handschuhe, die einen festen Griff und eine optimale Stockführung ermöglichen. 

Langlaufen für die Gesundheit

Der große Vorteil beim Langlaufen besteht darin, dass man viele Muskelgruppen zugleich aktiviert. Dazu gehören vor allem Schultern, Rücken, Nacken, Becken und Beine.

Neben der Kräftigung der Muskulatur, fordert Langlaufen aber auch das gesamte Herz-/Kreislaufsystem. Wegen seiner gleichmäßigen Bewegungsabläufe ohne hohen Belastungsdruck gilt der Skilanglauf außerdem als gelenkschonende Sportart.

Training und Wettkampf

Bei Wettkampfveranstaltungen treten Langläufer in unterschiedlichen Disziplinen gegeneinander an: z. B. Einzel, Sprint, Verfolgung und Staffel. Langlaufen ist auch in Kombination mit anderen Sportarten olympisch – beispielsweise beim Biathlon (Langlaufen/Schießen) oder bei der Nordischen Kombination (Langlaufen/Skispringen). Bekannte Wettkampforte sind Ruhpolding, Seefeld in Tirol, Oberhof, Antholz, Schalke, Hochfilzen und Nové Město.

Wer im Sommer nicht aufs Langlauf-Training verzichten möchte, kann speziell dafür ausgelegte Indoor-Arenen besuchen, zum Beispiel in Oberhof im Thüringer Wald. Oder man versucht sich einmal auf Rollskiern und Cross Skates, die für den Einsatz auf Asphalt konzipiert wurden.


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