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Wanderer im Tannheimer Tal

Fernwanderwege

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Welcher begeisterte Wanderer träumt nicht davon, seine Sachen zu packen und sich auf große Tour zu begeben? Träume sind da, um realisiert zu werden – also macht euch auf und entdeckt ein Lebensgefühl, das süchtig macht. Egal, ob ihr eine eigene Route plant oder entlang der ausgeschilderten Weit- und Fernwanderwege marschiert, ob ihr eine Woche oder mehrere Monate unterwegs seid, ob ihr über die Berge oder durchs flache Land wandert. Das Erlebnis wird einmalig sein und bleibende Erinnerungen hinterlassen.

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Was sind Fernwanderwege?

Fernwanderwege sind überregionale Weitwanderwege, die sich oft über mehrere hundert Kilometer durch die Natur schlängeln und auf mehreren Tagesetappen erwandert werden können. Grundsätzlich sind alle ausgeschilderten Wanderwege als „Fernwanderwege” einzustufen, wenn sie mindenstens 300 km lang und einheitlich markiert sind.

Da es inzwischen eine große Anzahl an markierten Fernwanderwegen gibt, werden besonders attraktive Wege zunehmend mit Prädikaten und Siegeln ausgestattet. Bei der Klassifikation zieht man Kriterien wie Wegbeschaffenheit, Streckenführung, Kennzeichnung, Sehenswürdigkeiten und Abwechslungsreichtum heran.

Fernwanderer auf einer Brücke
Foto: CC0, pixabay.com

Training für eine Fernwanderung

Wichtig bei einer Fernwanderung ist, dass man nicht körperlich untrainiert aufbricht. Die optimale Vorbereitung beinhaltet, im Vorfeld auf Strecken zu wandern, die den Etappen der Fernwanderung in Bezug auf Länge und Höhenmeter ähnlich sind.

Idealerweise wird auch gleich das Gepäck mitgenommen, das auf der späteren Fernwanderung zum Einsatz kommen soll. Somit wird der Körper optimal auf die Belastung vorbereitet – und vielleicht entdeckt man sogar den ein oder anderen Gegenstand, den man gar nicht braucht und kann dadurch Gewicht sparen.

Verschiedene Arten der Übernachtung

Camping

Die einfachste Möglichkeit, einen Übernachtungsplatz zu finden, ist, ihn mit sich zu tragen. Ein Zelt bietet größtmögliche Flexibilität was Ort und Zeitpunkt der Nachtruhe angeht.

Es gilt aber einiges zu beachten, denn nicht überall, wo gezeltet werden könnte, ist zelten auch erlaubt. Grundsätzlich verbieten die meisten Länder das Wildcampen – also das Nächtigen im Zelt außerhalb ausgeschilderter Campingplätze.

Dass es eigentlich nicht erlaubt ist, heißt jedoch nicht, dass es nicht geduldet wird. Voraussetzung ist, dass man sein Zelt erst in der Abenddämmerung aufbaut und gleich morgens wieder einpackt, kein Feuer macht und keinen Müll zurücklässt.

Sind Wohnhäuser oder Hütten in unmittelbarer Nähe des ausgesuchten Zeltplatzes, sollte man außerdem die Bewohner/Hüttenwarte um Erlaubnis bitten.

Und natürlich muss man statt einer warmen Dusche nach dem anstrengenden Wandertag oft mit einem eisigen Gebirgsbach Vorlieb nehmen und wer schon einmal eine stürmische, regnerische oder sogar verschneite Nacht im Zelt zugebracht hat, wird an dieser Stelle bestimmt auch seine Einwände vorbringen.

Trotzdem: Es geht einfach nichts über das Gefühl, mit den ersten Sonnenstrahlen aufzuwachen, nur einen Reißverschluss öffnen zu müssen, und bereits die ganze, wunderschöne Natur vor Augen zu haben.

Zelt in der Berglandschaft
Foto: CC0, pixabay.com

Hütten, Pensionen, Hotels

Die wesentlich bequemere Alternative zum Zelt ist eine Hüttenübernachtung. Man schlummert in einem weichen Bett und wird nachts nicht von Rangern oder wilden Tieren geweckt und vertrieben.

Dafür muss man gerade auf großen und vielbesuchten Hütten das Schnarchen vom Nebenmann in Kauf nehmen und unter Umständen Wucherpreise für Übernachtung und Essen akzeptieren.

Je nach Infrastruktur des gewählten Fernwanderwegs hat man natürlich auch die Möglichkeit, in kleinen Hotels und Pensionen oder Privatunterkünften zu nächtigen. Die Vorteile liegen ganz klar darin, dass man ausgeschlafen, erholt und gestärkt mit einem leckeren Frühstück in den neuen Wandertag starten kann.

Aber natürlich ist das nicht gerade die geldbeutelschonendste Möglichkeit der Übernachtung und die Unterkünfte müssen alle im Vorhinein gebucht werden, was eine spontane Planänderung sehr erschwert.

Die richtige Ausrüstung zum Ferwandern

Natürlich bestimmt die Art der Übernachtung das Gepäck grundlegend. Wer sich für Hütte oder sogar Hotel entscheidet, kann auf einiges an Ballast im Rucksack verzichten. Wer zelten möchte, schleppt schnell doppelt so viel mit.

In jedem Fall ist es unerlässlich, genau zu überlegen, was man wirklich braucht. Für Touren von Hütte zu Hütte sind bis zu 8 kg Rucksackgewicht normal, bei autarken Touren können es inklusive Zelt, Kocher und Verpflegung schon mal 20 kg werden.

Grundsätzlich gilt, dass der Körper ein Viertel seines Gewichts über weite Strecken tragen kann – und hier sollte man wirklich auch die Obergrenze setzen.

Die Wahl des richtigen Gepäcks ist kein Hexenwerk.
Foto: CC0, pixabay.com

Kleidung

  • 2 T-shirts (eins zum Laufen, eins für die Übernachtung)
  • 1 Longsleeve/Midlayer/Fleece
  • 1 lange und 1 kurze Hose (oder eine Zipperhose)
  • 2 Paar Socken (eins zum Laufen, eins für abends)
  • Mütze und dünne Handschuhe 
  • Regenjacke und -hose
  • geeignetes Schuhwerk

Hardware

  • Trinkflasche
  • Taschenmesser und Feuerzeug
  • Sonnenbrille und Sonnencreme
  • Alpenvereins-Ausweis (wichtig für Hüttenübernachtungen und ggf. Bergrettung per Helikopter)
  • Wanderkarten (mindestens im Maßstab 1:50.000, noch besser 1:25.000)
  • Erste-Hilfe-Set
  • Handy (vorher Notfallnummern notieren und einspeichern)
  • Stirnlampe
  • Hygieneartikel (kleines Handtuch, z. B. aus Mikrofaser, Zahnputzzeug, Seife)

Für's Zelten

  • Zelt
  • Isomatte und Schlafsack
  • je nach Jahreszeit einen warmen Schlafanzug
  • Campingkocher und Brennstoff
  • Topf und Campinggeschirr
  • evtl. Teebeutel, Kakao, Gewürze
  • biologisch abbaubare Seife
  • Toilettenpapier
Topf über einem Lagerfeuer
Foto: CC0, pixabay.com

Verpflegung

Beim Hüttentrekking braucht man nur einen kleinen Lunch – am besten aus gut haltbaren Produkten wie Salami, Hartkäse, Pumpernickel, Schokolade oder Müsliriegel.

Wer zeltet, muss natürlich auch die Verpflegung selbst einpacken. Hier bieten sich Couscous, Nudeln, rote Linsen oder Kartoffelpüree an, die man relativ schnell und ohne großen Energieverlust kochen kann; zum Frühstück eignet sich Müsli oder Porridge, hergestellt mit Milchpulver und trockenen Früchten.

Die Europäischen Fernwanderwege

Zu den berühmtesten und längsten Fernwanderwegen gehören die Europäischen Fernwanderwege. Die Europäische Wandervereinigung (EWV) wurde 1996 gegründet und hat seitdem elf verschiedene Strecken erarbeitet und markiert:

 

  • E1:  Nordsee – Bodensee – Gotthard – Mittelmeer
  • E2:  Nordsee – Genfer See – Mittelmeer
  • E3:  Atlantik – Ardennen – Erzgebirge – Karpaten – Schwarzes Meer
  • E4:  Gibraltar – Pyrenäen – Bodensee – Balaton – Rila – Kreta – Zypern
  • E5:  Atlantik – Bodensee – Alpen – Adria
  • E6:  Lappland – Ostsee – Wachau – Adria – Agäis
  • E7:  Atlantik – Mittelmeer – Gardasee – Südungarn
  • E8:  Irische See – Rhein – Main – Donau – Karpaten – Rhodopen
  • E9:  Internationaler Küstenweg Atlantik – Nordsee – Ostsee
  • E10:  Lappland – Ostsee – Böhmerwald – Alpen
  • E11:  Nordsee – Harz – Mark Brandenburg – Masuren
  • E11: Den Haag – Weserbergland – Harz – Havelland – Potsdam – Berlin – Oder – Bromberger Heide – Masuren 
  • E12: „Mittelmeerwanderweg” von Spanien über Frankreich, Italien und Slowenien nach Kroatien

Via Alpina und alpine Höhenwege

Weitere bekannte Fernwanderwege tragen den Namen Via Alpina. Auf fünf unterschiedlich markierten Routen (rot, blau, grün, gelb, violett) führen diese Fernwanderwege längs durch die Alpen, wobei die rote Via Alpina die längste und alpinste Variante ist und von Monaco entlang des Alpen-Hauptkamms bis nach Triest führt.

Die fünf Routen der Via Alpina sind – wie der Name schon sagt – durch ihre alpine Umgebung charakterisiert und erfordern neben Ausdauer auch Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Gewöhnlich werden sie zwischen Juli und September begangen. Außerhalb dieses Zeitraums muss mit Schnee gerechnet werden, da die Pfade bis auf über 2500 Höhenmeter reichen.

  • Rot: Auf 161 Etappen durch acht Länder (Monaco nach Triest)
  • Blau: Auf 61 Etappen durch die Schweiz, Italien, Frankreich (Riale (Wallis) – Monaco)
  • Grün: Auf 14 Etappen durch Liechtenstein und die Schweiz (Vaduz – Adelboden)
  • Gelb: Auf 40 Etappen durch Italien, Österreich und Deutschland (Triest – Oberstdorf)
  • Violett: Auf 66 Etappen durch Slowenien, Österreich und Deutschland (Triglav – Oberstdorf)

Eine ebenso alpine Angelegenheit sind die Höhenwege, die gewöhnlich zwischen drei und zehn Tagen dauern. Der Berliner Höhenweg (Zillertal), der Wiener Höhenweg (Hohe Tauern) und der Schladminger-Tauern-Höhenweg (Schladming) sind nur eine kleine Auswahl.

Insgesamt zehn Dolomiten-Höhenwege (Alte Vie Delle Dolomiti) erschließen den Südtiroler Teil der Alpen – eine der beeindruckensten Gebirgslandschaften unserer Erde.


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