Reiseführer Bergsteigertouren

Bergsteigen

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Edmund Hillary, der Erstbesteiger des Mount Everests aus Neuseeland, sagte einmal: „Nicht der Berg ist es, den man bezwingt, sondern das eigene Ich.“ Jeder Gipfel und jedes Gebirge ist einzigartig, weshalb auch jede neue Bergbesteigung eine unvergleichliche Herausforderung ist. Dazu gehören klassische Bergtouren, Klettersteige, das Alpinklettern und Hochtouren. Zum Bergsteigen benötigt ihr eine spezielle Ausrüstung.  

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Alle Regionen im Überblick

Warum wollen Menschen Berge hinaufsteigen?

Heute erklimmt der naturliebende Abenteurer Gipfel, weil er die sportliche Herausforderung sucht. Die Gefahren, die sich hier – im wahrsten Sinne des Wortes – verbergen, reizen Sportler und Individualisten. Das war früher anders, denn es ging vorranging darum, unbekannte Regionen zu entdecken. Der Entdecker- und Pioniergeist stand im Mittelpunkt.

Die Geschichte der Bergsteigerei

Seit jeher sind die Menschen von Bergen fasziniert, obwohl sie vor allem früher ein gefährliches Hindernis waren. Und trotzdem war der Mensch schon früh in den Hochebenen unterwegs. Bereits um 218 bis 201 vor Christus überquerte Hannibal die Alpen. Allgemein gelten die folgenden drei Erstbesteigungen als „Geburtsstunde des Bergsteigens“:

  • Der italienische Dichter Francesco Petrarca bestieg im Jahr 1336 den 1912 Meter hohen Mont Ventoux in der Provence.
  • 1358 glückte es dem Römer Bonifacio Rotario d'Asti den 3538 Meter hohen Rocciamelone im italienischen Piemont zu überschreiten.
  • 1492 befohl Karl VIII. einer Söldnertruppe die Erstbesteigung des 2085 Meter hohen Mont Aiguille in den französischen Alpen.
Der Berg ruft
Der Berg ruft
Foto: Outdooractive Redaktion

Berühmte Gipfelstürmer und ihre Erstbesteigungen

Wer als erstes den Gipfel eines Berges erreicht, dem ist ein Platz in den Geschichtsbüchern garantiert. Zu einer erfolgreichen Erstbesteigung gehört, den Aufstieg präzise dokumentieren zu lassen. Oftmals dauert es jahrelang eine Bergtour vorzubereiten und das Gebiet gründlich zu erkunden.

 

  • Jacques Balmat war ein Bergsteiger aus Savoyen. Gemeinsam mit Michel-Gabriel Paccard gelang ihm 1786 als Erstem den Gipfel des höchsten Berges der Alpen zu erreichen: dem 4810 Meter hohen Mont Blanc.
  • Der Brite Edward Whymper gilt als der erste Mensch, dem es 1865 gelang das Matterhorn zu besteigen.
  • Im Jahre 1909 führte Luigi di Savoia eine italienische Expedition im Himalaya an den K2 und weiter auf die 7668 Meter hohe Chogolisa. Die erste erfolgreiche Besteigung des K2 gelang einer italienischen Expeditionsgruppe rund um Achille Compagnoni und Lino Lacedelli. 
  • Im Juli 1938 erklommen die Bergsteiger Heinrich Harrer, Fritz Kasparek, Ludwig Vörg sowie Anderl Heckmeier die Eiger-Nordwand. Harrer gelang außerdem als Erstem die 4884 Meter hohen Carstensz-Pyramide, dem höchsten Berg Ozeaniens, zu besteigen. Er ist der Autor des Buches „Sieben Jahre in Tibet“.
  • Am 29. Mai 1953 erreichen der Neuseeländer Edmund Hillary und sein Gefährte Tensing Norgay den Gipfel des Mount Everests, dem höchsten Berg der Erde.
  • Der Italiener Reinhold Messner hat alle Achttausender bewältigt und kann auf über 100 Erstbesteigungen zurückblicken. Ein Markenzeichen Messners das Bergsteigen ohne Sauerstoffmaske. Zusammen mit Hans Kammerlander gelang es ihm 1984 gleich zwei Achttausendern zu überschreiten.
  • Die Japanerin Juinko Tabei ist die erste Frau, die 1975 den Mount Everest bestieg. Außerdem ist sie die erste weibliche Bergsteigerin, die alle Seven Summits bezwang.
Edmund Hillary und Tenzing Norgay
Edmund Hillary und Tenzing Norgay
Erstbesteiger des Mount Everest, dem höchsten Berg der Erde Foto: By Jamling Tenzin, CC BY-SA, via Wikimedia Commons

Eine Sportart am Limit – die Gefahren des Bergsteigens

Eines sollte jedem vorab klar sein: Einen Gipfel zu erstürmen, ist keine leichte Sache! Vor allem in Hochgebirgen bringt der Bergsport allerlei Gefahren mit sich. Dabei wird zwischen zwei Arten des Risikos unterschieden:

  1.  Subjektive Gefahr

    Der Bergsteiger ist für sein eigenes Handeln verantwortlich. Zu den subjektiven Gefahren gehören: Mangel an Kondition, mangelnde Klettertechnik, falsches Kartenlesen, Selbstüberschätzung, unzureichende Verpflegung, Höhenangst, Erfahrungsmangel, fehlerhaftes Einschätzen von Schwierigkeitsgrad und Wetter, schlechte Gruppendynamik.

  2. Objektive Gefahr

    Diese Risiken sind vom Sportler nicht beeinflussbar: Schneefall, Kälte, Regen, Sonnenstrahlung, Steinschlag, Felsabbrüche, Muren, Lawinen, Gewitter, Gletscherspalten.

Was gehört zu einer guten Bergausrüstung dazu?

Ausrüstung für Bergsteiger
Ausrüstung für Bergsteiger
Foto: Outdooractive Redaktion

Wer in die Berge geht, braucht eine richtige Ausrüstung. Ein gutes Equipment steigert nicht nur die Sicherheit sondern auch den Spaßfaktor. Natürlich ist der Umfang der Ausrüstung abhängig von der Art der Aktivität. Bei Outdooractive unterscheiden wir zwischen folgenden Disziplinen: Klettersteig, Bergtour, Hochtour und Alpinklettern.

So brauchst du für eine Klettersteigtour ein Klettersteigset, einen Helm und relativ wenig weiteres Material. Bei alpinen Bergtouren oder dem Alpinklettern sieht das schon wieder anders aus. Genaueres findest du auf den jeweiligen Infoseiten von Outdooractive:

Training für Bergsteiger

Training für Bergsteiger
Training für Bergsteiger
Foto: Outdooractive Redaktion

Wenn ihr einen Berg besteigen wollt, solltet ihr das nicht unvorbereitet tun. Das hat seinen Grund: Da oben kann die Luft ganz schön dünn werden. Ab einer Höhe von 3000 Meter ist der Luftdruck deutlich niedriger. Herz und Lungen müssen mehr Leistung abliefern, um den geringeren Sauerstoff-proportionaldruck auszugleichen. Für eine Hochtour ist es wichtig auf stetig höher werdendem Gelände zu trainieren.

Die meisten sehen in der Herausforderung des Bergsteigens meist nur den Anstieg. Dieser braucht viel Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit und Konzentration. Aber gerade davon sollte auch genügend für den Abstieg übrig bleiben. Eine gute Kondition ist das A und O für Bergsportler.

Anfänger sollten regelmäßig, aber nicht zu ambitioniert trainieren. Das heißt, Ausdauertraining wenigstens zwei Mal pro Woche für 45-60 Minuten. Der Herzschlag sollte für Einsteiger maximal 60% und für Erfahrene 80% des Wertes der Maximalpuls-Formel „200 minus Alter“ betragen. Wer eine lange und anstrengende Mehrtagestour plant, der sollte mit dem regelmäßigen Workout drei Monate vor dem Tourstart beginnen.