Watzmann Ostwand - DER Ostalpenklassiker auf dem Berchtesgadener Weg

Alpinklettern • Berchtesgadener Alpen
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Schwierigkeit
III+, 3a schwer
Strecke
20,3 km
Dauer
14:00 h
Aufstieg
2500 hm
Abstieg
2500 hm
mit Bahn und Bus erreichbar Rundtour aussichtsreich Einkehrmöglichkeit geologische Highlights Gipfel-Tour Grat
Natürlich ist der Berchtesgadener Weg durch die Watzmann Ostwand auf die Südspitze (2.712 m) mit einer Bewertung im 3. Schwierigkeitsgrad eine Klettertour, doch der Charakter ist in großen Teilen der Route nicht mit einer typischen Klettertour zu vergleichen. Es überwiegt stundenlanges Klettern im 1. und 2. Grad - immer wieder durch Gehpassagen unterbrochen. Auf Grund der Kletterlänge von tatsächlich rund 3.000 m können, um die Tour in einer vernünftigen Zeit zu schaffen, natürlich nur kurze Abschnitte gesichert werden. So muss der Großteil der Tour seilfrei geklettert werden!

Berchtesgadener Alpen: Aussichtsreiche Alpinkletter-Rundtour

Watzmann! Seit Jahrhunderten gibt es zahllose Geschichten und Sagen über diesen Berg. In der jüngeren Geschichte hat Wolfgang Ambros mit dem Musical Watzmann den Mythos auf geniale Art und Weise dargestellt. Einmal im Leben eines Bergsteigers muss man auf diesem Berg gestanden haben! Kletterer wählen hierzu den Berchtesgadener Weg durch die sehr bekannte und geschichtsträchtige Ostwand, welche zudem die höchste Wand der Ostalpen ist!

Autorentipp

Es empfiehlt sich schon am Tag vor der Tour mit dem Boot die landschaftlich einmalige Überfahrt auf dem Königsee, welcher das Schmuckstück des Nationalpark Berchtesgaden darstellt, zu machen. Man schläft dann im Ostwandlager (Selbstversorgerhütte - Schlüssel beim Gasthof), welche sich ca. 300 m hinter dem Gasthaus (geöffnet!?) befindet und verbringt einen stillen Abend in St. Bartholomä. Nur sehr konditionsstarken Kletterern ist zu empfehlen am Tag der Tour mit dem ersten Schiff nach St. Bartholomä zu fahren.
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Schwierigkeit
schwer
Technik
III+, 3a
Kondition
Erlebnis
Landschaft
Gefahrenpotenzial
Höhenlage
2712 m
613 m
Höchster Punkt
Watzmann Südspitze (2712 m)
Tiefster Punkt
St. Bartholomä - Königsee (613 m)
Beste Jahreszeit
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
Exposition
NOSW
Zustieg
300 m, 1:00 h
Wandhöhe
1800 m
Kletterlänge
3000 m, 7:00 h
Abstieg
2100 m, 6:00 h
Standplätze
mit Bohrhaken
Zwischensicherung
vereinzelt Bohrhaken, Normalhaken
Seillänge
1 x 50 m
Anzahl Expressschlingen
3
Erstbegehung
J. Aschauer, H. Schuster 28.09.1947

Einkehrmöglichkeit

Watzmannhaus
St. Bartholomä

Sicherheitshinweise

Leider passieren in dieser Wand sehr viele Unfälle. Der größte Teil davon hat versteigen als grundlegende Ursache. In der gesamten Wand befinden sich Steigspuren, sodass die Verstiegenen es viel zu spät bemerken, dass sie falsch sind. Also wenn man sich nicht ganz sicher ist noch dreimal auf das Topo schauen und in der Wegbeschreibung nachlesen!

Ausrüstung

Kletterausrüstung mit 50 m Seil und 3 Exen, gut sitzende und dennoch ausreichend bequeme Approachschuhe dürften für diese Tour der beste Kompromiss sein, Helm versteht sich wie bei jeder Klettertour von selbst!

Weitere Infos und Links

Touristinfo Schönau ; Königsee Schifffahrt ; Gaststätte St BartholomäNationalpark Berchtesgaden  ; aktuelles vom Autor auf Facebook

Start

St. Bartholomä - Ostwandlager (599 hm)
Koordinaten:
Geographisch
47.543908, 12.972333
UTM
33T 347419 5267601

Ziel

Schönau am Königsee

Wegbeschreibung

Zustieg: Wir gehen von St. Bartholomä auf dem markierten Weg zur Eiskapelle und bleiben südlich (links) vom Bach auf der Moräne bis zur Gedenktafel.

Route: Man steigt auf dem Geröll weiter an und dann links einer markanten Schlucht kommt man in eine Rinne. In der Rinnen ein Stück aufwärts und dann genau schauen wo man an einem schwach erkennbaren Markierungspunkt die Rinne nach rechts auf eine grasige Rampe verlässt. Auf deutlich erkennbaren Steig in Serpentinen weiter aufwärts, wobei man auf einer meist nassen Platte heikel um eine Kante geht. Südlich (rechts) haltend erreicht man das Schuttkar. Hier ist ein guter Punkt sich über die weitere Route einen Überblick zu verschaffen. Man quer fast eben das Schuttkar über den Bach und steigt jenseits kurz durch Felsen (rechts haltend) auf eine bewachsene Anhöhe. Jetzt links weiter auf einem System von plattigen Rampen und Bändern (dazwischen der 1. und 2. Sporn) bis zum Einstieg in die Wasserfallwand (BH auf Podest). In 3 Seillängen erklettert man die Wasserfallwand und nach dieser unbedingt die Abzweigung nach rechts in eine kaminartige Rampe nicht verfehlen! An einem kleinen Sattel verlässt man die steilen Wandabbrüche nach rechts um rel. ausgesetzt über Platten und dann eine Stelle 3 eine Biwakhöhle zu erreichen. Weiter geht es wieder in leichterem Gelände (teils sehr flach rechts haltend) zu einem Altschneefeld unterhalb der Gipfelschlucht (letzte Wasserstelle). Nun nicht in der steinschlaggefährdenten Gipfelschlucht (die Gipfelschlucht hat nichts mit dem Gipfel zu tun) sondern weit rechts auf einem Steig unschwierig bis zu einer Kante. Dieser folgen bis man nicht zu hoch auf einer Rampe wieder in die Nähe der markanten Abbrüche quert. In einer wassergeschliffenen Rinne empor und anschließen den steinschlaggefährdeten Bereich gleich wieder nach rechts verlassen erreicht man die Drabensteinplatte. Weiter wieder fern der Wand (rechts) auf deutlichem Steig aufwärts erreicht man zuletzt über einen Sattel die Biwakschachtel. Nach dieser auf Geröll 70 Meter und dann links in eine brüchige Rinne. In unschwieriger Kletterei nach rechts auf das nächst höhere Band. Hier wieder genau schauen, dass man den Einstieg (Schlaghaken) in die Ausstiegskamine findet. Nun in logischer Wegführung und schöner Kletterei bis auf ein Köpfl (Achtung viele lockere Steine) von wo aus das Schlußwandl gut zu sehen ist. Die Schlüsselstelle empor und über leichtes Gelände erreicht man rechtshaltend den Grat und in wenigen Minuten weiter zur Watzmann Südspitze. Berg Heil!

Abstieg: Für den Abstieg kann man entweder noch die Watzmannüberschreitung dranhängen und klettert über die Mittelspitze und das Hocheck zum Watzmannhaus (3-4 Std.). Weiter erfolgt der Abstieg über Kühroint und kommt so wieder direkt zum Auto am Königsee. Alternativ kann man über die Schönfeldschneid in das Wimbachgrieß und dieses dann hinausgehen bis zur Wimbachbrücke. Auf diesem Weg kommt man schnell in leichteres Gelände und erreicht auf ca. 1.850 m mit dem Goldbründl eine Wasserstelle und unten im Grieß die Wimbachgrießhütte. An der Wimbachbrücke hat man entweder ein 2. Auto abgestellt oder man fährt mit dem Bus (Busplan checken, wann der Letzte fährt!) zurück zum Königsee.

 

Öffentliche Verkehrsmittel

mit Bahn und Bus erreichbar

Man fährt auf der Bahnlinie München-Salzburg (bzw. S-Bahn-Linie S3 von Salzburg) nach Freilassing und von dort mit der Regionalbahn (oder ebenfalls mit der S3) nach Berchtesgaden. Direkt am Bahnhof befindet sich der ZOB von wo aus man mit dem Bus Nr. 841 nach Königsee kommt. (Bus stündlich)

Anfahrt

Wir verlassen die Tauernautobahn A10 an der Anschlussstelle Salzburg Süd und folgen den Wegweisern nach Berchtesgaden (B160, B305) zum großen Kreisverkehr am Bahnhof. Hierher kommt man von Westen kommend besser indem man die A8 München-Salzburg an der Ausfahrt Bad Reichenhall verlässt und über Bad Reichenhall und Bischofswiesen nach Berchtesgaden fährt (keine Autobahnvignette für Österreich erforderlich). Vom Kreisverkehr weiter Richtung Königsee erreicht man nach ca. 5 km den supergroßen Parkplatz.

Parken

Der Touristenparkplatz kostet 5 EUR/Tag (Stand 2016)
Anreise mit der Bahn, dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad

Buchempfehlungen des Autors

Für die Watzmann Ostwand gibt es einen eigenen kleinen Führer von Franz Rasp erschienen im Rother Verlag; Alpenvereinsführer Berchtesgadener Alpen Alpin von Bernhard Kühnhauser www.dav-shop.de

Kartenempfehlungen des Autors

Alpenvereinskarte BY 21 Nationalpark Berchtesgaden 1:25000 www.dav-shop.de

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Verantwortlich für diesen Inhalt
DAV Sektion Teisendorf
outdooractive.com User
Autor
Stefan Stadler 
Aktualisierung: 27.10.2018

Zum Reiseführer: Alpinklettertouren in den Berchtesgadener Alpen

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