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Reportage

Neben dem Weg ist das Ziel – Danke für den Cache!

von Carolin Dietlmeier • 29.07.2014 • Reportage • Mosel-Saar
  • Auf dem Traumpfad Schwalberstieg
    Auf dem Traumpfad Schwalberstieg
    Foto: Jörg Thamer, Outdooractive Redaktion
Wir sind kaum fünf Minuten unterwegs, da macht das Navigationsgerät piepsend auf sich aufmerksam. Nur noch 16 Meter trennen uns von unserem Ziel, das laut Kompass links des Weges liegen muss. Mein erster Geocache! Den Hang hinaufklettern und suchen – nach was? Profi Jörg schielt schon hinter einen Baum. Mir wird die Ehre zuteil, den Schatz feierlich aus dem Versteck zu heben und unsere Namen im Logbuch zu verewigen. Der Rest ist Stillschweigen. Schließlich will ich nicht gleich zu Beginn meiner Geocacher-Karriere den Geocaching-Codex brechen. 

Foto: Karin Hünerfauth-Brixius, Outdooractive Redaktion
Für meine erste Geocaching-Erfahrung habe ich mir nicht irgendeine Tour ausgesucht, sondern einen zertifizierten Wanderweg: den Traumpfad Schwalberstieg an der Untermosel in Rheinland-Pfalz. Und auch meine Begleitung sind zwei Originale: Geocacher Jörg, der seit zwei Jahren von „Geocaching, Wandern und mehr“ – kurz GEWUM – in seinem Blog berichtet und der befreundete Geocacher Harald, der unter dem Synonym „grummelot“ auf Schatzsuche geht. Zusammen kommen die beiden auf die schwindelerregende Zahl von 14.000 gehobenen Caches. Mehr als 30 Caches haben sie selbst für die Geocaching-Community gelegt – das sind 30 von weltweit zweieinhalb Millionen Caches. Ich habe also noch etwas aufzuholen. 
Foto: Karin Hünerfauth-Brixius, Outdooractive Redaktion
Auch unseren nächsten „Traditional Cache“ oder „Tradi“ finden wir nach kurzer Suche über die Koordinatenangabe dank zusätzlicher Hinweise des Owners (also desjenigen Besitzers, der den Cache versteckt hat) und Spurenlesen im niedrigen Gestrüpp. Der klassischen Schnitzeljagd entsprechen aber am ehesten die „Multis“. Ihre Koordinaten sind verschlüsselt und man muss sie sich erst an mehreren Stationen erarbeiten. Harald und Jörg kennen Dutzende weitere Varianten – Stadtcaches, Nachtcaches, ja sogar Tauchercaches gibt es. Wir kommen heute allerdings ohne Tauchausrüstung zurecht. Nur ein kleiner Bach im „vergessenen Tal“ begleitet uns plätschernd durch den schattigen Laubwald, während wir Felsspalten abtasten, Steine umdrehen und in Betonröhren schauen.
Foto: Jörg Thamer, Outdooractive Redaktion
Vor lauter Peilen, Loggen und Plaudern ist das Wandererlebnis auf dem ersten Abschnitt fast etwas zu kurz gekommen. Oben am Moselplateau angekommen verweilen wir kurz und lassen den Blick über Eifel mit ihren markanten Vulkankegeln und in das Moseltal schweifen, das sich als landschaftlicher Flickenteppich aus Weinbergsterrassen und Felsen präsentiert. Pfirsich-, Zwetschgen- und Walnussbäume säumen abwechselnd mit Rapsfeldern den Wegrand. Von dort aus wandern wir die Höhenmeter des ersten Abschnitts wieder bergab. Auch das scheint ein Phänomen des Geocachens zu sein: Sollte mal die Wanderlust nachlassen, ist das Geocachen gerade für Kinder eine spannende Ergänzung. Verschiedene Schwierigkeitsgrade in Sachen Auffindbarkeit und Terrain fordern aber auch erwachsene Geocacher heraus. 
Foto: Jörg Thamer, Outdooractive Redaktion
Was „Muggels“ – also in die Praxis des Geocachens nicht eingeweihte Zeitgenossen – nicht ahnen: Entlang der Wanderwege in Rheinland-Pfalz warten unendlich viele Caches darauf, gefunden zu werden. Zu den landschaftlich schönsten zählen für Jörg, alias JoergTh, der Höhlen- und Schluchtensteig bei Andernach-Kell und die Traumschleife „Murscher Eselsche“ bei Murscheid. Die Sieben-Burgen-Tour in der Pfalz wird ihm dank der stilechten Übernachtung in hübschen alten Gemäuern noch lange im Gedächtnis bleiben. Und entlang des Rheinsteigs gibt es mehrere auf Bildersuche basierende Multi-Caches, die zum Erwandern des 320 km langen Prädikatsweges animieren.
Foto: Karin Hünerfauth-Brixius, Outdooractive Redaktion
Um Geocacher zu werden, registriert man sich unter einem Pseudonym auf der offiziellen Website geocaching.com. Ein besonderes Wander- und Geocachingerlebnis bekommt man, wenn man sich eine passende Prädikatswandertour in Rheinland-Pfalz ausgesucht hat und sich die umliegenden Caches von der Seite auf das GPS-Gerät oder ein Smartphone lädt.Außerdem gibt es auch einige Apps, die einem die Schatzsuche erleichtern. Ein besonderes Fundstück sind die Geocoins oder Travelbugs: Münzen und andere Gegenstände, die von Cache zu Cache wandern sollen. Damit der Cache auch wirklich als „gefunden“ gilt, darf man nicht vergessen, ihn im virtuellen, aber auch im analogen Logbuch im Versteck mit seinem Pseudonym zu loggen. Allerdings sollte sich mein Geocachername „vomMuggelzumCacher“ in der Praxis als viel zu lang und unbrauchbar erweisen, denn Geocacher sind häufig Minimalisten. So ist garantiert in jedem noch so kleinem Logbuch Platz für „DFDC“ - Danke Für Den Cache.
Foto: Karin Hünerfauth-Brixius, Outdooractive Redaktion
Keine Frage: Das Schatzsucherfieber hat mich nach nur acht Caches gepackt! Als ich am nächsten Tag ein Stück auf dem Rheinsteig wandere, ertappe ich mich dabei, wie ich rechts und links des Weges nach verdächtigen Trittspuren, Steinen und Baumteilen Ausschau halte. So ist das also, wenn man vom Muggel zum Cacher aufsteigt.

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Autor
Carolin Dietlmeier
Aktualisierung: 29.07.2014

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