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Reportage

Das Leben und Wirken von Antoni Gaudí in Barcelona

(2) von Lena Wiesler • 23.08.2016 • Reportage
  • Barcelona mit Blick vom Park Güell aus
    Barcelona mit Blick vom Park Güell aus
    Foto: Angelo Ambodli, Flickr.com; CC-BY-ND 2.0
Ein Meister am Werk

Asymmetrische Grundrisse, schräg gemauerte Stützen, geschwungene Linien, naturnahe Formen und bunte Keramikfließen on top: Der katalanische Architekt Antoni Gaudí war herausragender Vertreter der katalanischen Bewegung des Modernismo und prägt bis heute das Stadtbild Barcelonas wie kein anderer.

Stadtrundgang Auf den Spuren von Antoni Gaudí durch Barcelona

Barcelona - Blick über die Stadt vom Park Güell aus
23.09.15
Stadtrundgang Stadtrundgang
leicht
11 km
3:00 Std.
176 m
176 m
von Svenja Rödig,  Outdooractive Redaktion
Wer durch die katalanische Hafenstadt flaniert, dem begegnet der katalanische Baumeister auf Schritt und Tritt. Ob Casa Batlló, Park Güell oder Sagrada Família – zahlreiche Werke des am 25. Juni 1852 geborenen Künstlers sind in Barcelona zu finden. Sein ganzes Leben spielte sich in dieser Stadt ab: Hier studierte er, hier lebte und vor allem entwickelte er hier seine Baukunst. Wer mit offenen Augen unterwegs ist, entdeckt in vielen Winkeln der Stadt Antoni Gaudís einzigartigen Stil: Runde, organisch wirkende Formen mit eigenwilligen und außergewöhnlichen Mustern, die von floralen Elementen durchsetzt sind. Rechte Winkel sucht man in seinen Werken vergeblich.

Phantasievolle Häuser

Architektur Casa Vicens

Die bunte Fassade der Casa Vicens
Architektur Architektur • Barcelona
Barcelona
Mit der Casa Vicens (1883 – 1888) hatte Antoni Gaudí sein Debut als junger Architekt. ...
von Lena Wiesler,  Outdooractive Redaktion
Im Zentrum Barcelonas kommt man immer wieder an herausragenden Profanbauten des Künstlers vorbei. Die Casa Vicens (1883 – 1888) war die erste große selbstständige Arbeit des jungen Architekten. Sie vereint die spanische bürgerliche Bauweise und alte jahrhundertelange arabische Traditionen. An dem Gebäude zeigen sich bereits einige typische Grundelemente wie die Verwendung naturnaher Formen und leuchtender Farben. Die Casa Calvet (1898 – 1900) gilt als der konventionellste Bau Gaudís. Das eher unscheinbare Gebäude mit barockähnlichen Elementen besticht durch ihre beinahe schlichte Eleganz und die Fassade erscheint – untypisch für Gaudí – symmetrisch und ebenmäßig.

Architektur Casa Calvet

Die Fassade der Casa Calvet
Architektur Architektur • Barcelona
Barcelona
Die Casa Calvet (1898 – 1900) ist ein eher unscheinbares Gebäude mit ...
von Lena Wiesler,  Outdooractive Redaktion

Architektur Casa Batlló

Nachtansicht der Casa Batlló
Architektur Architektur • Barcelona
Barcelona
Zwischen 1904 und 1906 restaurierte Antoni Gaudí dieses Wohnhaus vollständig, ...
von Katalonien Tourismus,  Katalonien Tourismus

Casa Calvet

Architektur Casa Milà ("La Pedrera")

Nachtansicht des Casa Milà
Architektur Architektur • Barcelona
Barcelona
An diesem Wohnhaus bildete der Architekt Antoni Gaudí mit einer komplexen Steinstruktur ...
von Katalonien Tourismus,  Katalonien Tourismus
Verspielte Dächer, farbenprächtige Mosaike und phantasievolle Fassaden – Das sind auch typische Elemente der Casa Batlló (1904 – 1906) und der Casa Milà (1906 – 1910), die seit 1984 zum Weltkulturerbe der UNESCO gehören. Bei der Casa Batlló ist alles in Bewegung geraten, die Fassade scheint hervorzuquellen und glänzt wie die wogende Oberfläche des Meeres. Die Casa Milà ist wohl Gaudís berühmtestes Wohnhaus. Als das einzigartige Bauwerk 1910 fertiggestellt ist, geben die Barcelonesen dem Gebäude den Spitznamen „La Pedara“ – der Steinbruch – obwohl die großporige, wellige Fassade eher an einen feinen Sandstrand erinnert. Da Gaudí ein Gebäude stets als Gesamtkunstwerk empfand, entwarf er auch die kleinsten Details im Gebäudeinneren selbst. Vor allem auf dem Dach des Casa Milà zeigt sich seine Detailverliebtheit: Unsichtbar für unaufmerksame Besucher, findet man eine Phantomgesellschaft von Schornsteinen und Lüftungsschächten, in denen man gespenstische Figuren sehen kann.

Gaudís Konstruktionen – Das Prinzip der Hängemodelle

Kapelle Colònia Güell – Krypta

Colònia Güell
Kapelle Kapelle • Barcelona
Barcelona
Die von Antoni Gaudí gestaltete Kirchenkrypta in der Colònia Güell, einer ...
von Katalonien Tourismus,  Katalonien Tourismus
Bei der Konstruktion großer Bauwerke ist es wichtig, dass die tragenden Elemente nur durch Druck Belastung erfahren. Biegungskräfte würden die Stabilität der Gebäude empfindlich gefährden. Dieser Tatsache liegt das einfache Prinzip der Umkehrung der Kettenlinie zu Grunde: Eine Kette ist nicht biegestabil, sie nimmt also nur dann stabile Form an, wenn reine Zugkräfte auf sie wirken. Für die Planung seiner tragenden Strukturen wandte Gaudí oftmals die Methode der Hängemodelle an, die auf dem Kettenprinzip beruht. Dazu fertigte er Modelle aus Fäden und schrotgefüllten Säckchen an, welche durch die Schwerkraft in eine stabile Form gezogen wurden. Einzig durch den Richtungssinn der Belastung unterschieden sich diese Modelle von den späteren Bauwerken. Dreht man ein Hängemodell um 180°, werden die zugbeanspruchten Kettenlinien zu druckbeanspruchten Stützlinien, die in sich stabil sind. Auf diese Weise konnte Gaudí seine komplizierten Formen ohne aufwendige Berechnungen und mit minimalem Materialeinsatz realisieren. Diese Bauform, die sich beispielsweise in Werken wie der Kirche Colonia Güell wiederfindet, wird auch als katalanisches Gewölbe bezeichnet.

Park Güell

Park Park Güell

Bänke des Park Güell
Park Park • Barcelona
Barcelona
Eigentlich wollte der Bankier Eusebi Güell eine Gartenstadt bauen lassen. Gaudí gelang ...
von Katalonien Tourismus,  Katalonien Tourismus
Gaudís Schaffen ist eng verknüpft mit seinem Mäzen, dem Industriellen Eusebi Güell. Ihm hat er nicht nur eine beträchtliche Anzahl an Aufträgen zu verdanken, sondern auch einen großen Teil seiner Bekanntheit und seines Prestiges.

Im Jahr 1885 erwarb Eusebi Güell ein Grundstück oberhalb von Barcelona mit Blick über die Stadt. Fünf Jahre später bekam Antoni Gaudí von Güell den Auftrag, eine Gartenstadt zu bauen. Die ursprünglich geplanten 60 Villen fanden jedoch keine Kaufinteressenten, weshalb nur zwei Gebäude und eine umfangreiche Gartenanlage erbaut wurden. Beim Anlegen des Parks verzichtete Gaudí auf große Erdbewegungen und passte seine Pläne an das hügelige Gelände an. Dadurch fügen sich die einzelnen Elemente mit ihren organischen Formen in die Landschaft ein und vermitteln einen natürlichen Eindruck. Neben der Kathedrale Sagrada Família war der Park Güell, der 1984 zum Weltkulturerbe erklärt wurde, Gaudís größtes Projekt.

Die Kathedrale Sagrada Família

Das wohl berühmteste Werk von Antoni Gaudí ist die Kathedrale Sagrada Família. Obwohl das Bauwerk bis heute eine unvollendete Baustelle bleibt, ist es dennoch ein Wahrzeichen der Stadt. Antoni Gaudí übernahm 1883 die Leitung der Bauarbeiten der Kathedrale. Von 1914 bis 1926 widmete er sich vollständig der Sagrada Família, bis er 1926 auf seinem allmorgendlichen Weg zur Baustelle von einer Straßenbahn erfasst wurde und wenige Tage später am 10. Juni 1926 seinen Verletzungen erlag. Er wurde in der Krypta der noch unvollendeten Kirche beigesetzt und fand seine letzte Ruhe somit dort, wo er die längste Zeit seines Lebens gearbeitet hatte. Die Krypta und Fassade der Geburt Christi der Sagrada Familia wurden 1984 in die Liste der Weltkulturerben der UNESCO aufgenommen. 2010 wurde die Sagrada Família von Papst Benedikt XVI. geweiht und zur päpstlichen Basilica minor erhoben.

outdooractive.com User
Autor
Lena Wiesler
Aktualisierung: 23.08.2016

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 Kommentar
outdooractive.com User
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Hartmut Wimmer
08.10.2015
Schaut echt gut aus, die Architektur von dem Gaudi. Und eine wunderschöne Geschichte.
Bewertung

Yves Loris
28.09.2015
Bewertung

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