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Reportage

Nacktwandern – ein neuer Trend?

(1) von Cornelia Grömminger • 06.05.2013 • Reportage • Harz
  • Die Begegnung mit der Nacktheit
    Die Begegnung mit der Nacktheit
    Foto: © Helmut Schultze
Wo die schönsten Wanderrouten verlaufen und welche Sehenswürdigkeiten es dabei zu entdecken gibt, darüber gibt es in unserem Magazin bereits viel zu lesen. Heute geht es aber nicht um die Frage, wo es sich lohnt auf Schusters Rappen zu gehen, sondern vielmehr geht es um das „Wie“… Nackt wandern heißt die Devise! Die Natur mit wirklich allen Sinnen zu erspüren – darum geht es Wanderern, die sich unbekleidet und dabei ganz ungeniert auf den Weg machen.

Foto: © Helmut Schultze
Das einfachste und einleuchtendste Argument, nackt zu wandern ist, dass die Kleider nicht nass werden, wenn es regnet. Das ist aber nicht der einzige Grund, den Nacktwanderer für ihr Hobby anführen: Dass es einfach Spaß mache, nackt zu sein, besonders in nackter Gesellschaft. Dass man sich darüber hinaus ohne Bekleidung mit der Natur viel intensiver verbunden fühle. Und immerhin ist die Haut ja das größte Organ des Körpers, dem es – mit Kleidung – verwehrt werde, viele zusätzliche Eindrücke wie Wind, wärmende Sonnenstrahlen oder Regentropfen am ganzen Körper zu erleben.

Die Begegnung mit der Nacktheit

Die Begegnung mit der Nacktheit
Foto: © Helmut Schultze
Nackt zu baden ist heutzutage nichts allzu Außergewöhnliches mehr – zumindest in den ausgewiesenen FKK-Bereichen, die es in vielen Freibädern oder an Badeseen inzwischen gibt. Genauso selbstverständlich ist es für uns Deutsche, nackt in die Sauna zu gehen. In unseren Nachbarländern ist dies aber nicht unbedingt gang und gäbe. So wie ein Franzose überrascht wäre, einem nackten Menschen in der Sauna zu begegnen, kann es einem hierzulande ergehen, wenn wir beim Wandern auf einen Nacktwanderer treffen oder womöglich gleich auf eine ganze Gruppe hüllenloser Naturliebhaber. Viele Menschen reagieren bei einem solchen Aufeinandertreffen meistens zunächst mit einem Kopfschütteln, dann kommt es neben erstaunten Blicken auch mal zu einem Lächeln oder einem netten Wort.

Nackte Tatsachen bei Nacktwettkämpfen aller Art

Nackte Tatsachen bei Nacktwettkämpfen aller Art
Foto: Outdooractive-Redaktion
Für das Nacktwandern oder ganz allgemein die nackte Ausübung von Sportarten gibt es mehr Anhänger, als man sich vorstellt. Das zeigen nicht nur die einschlägigen Internetforen (www.natury.de, www.nacktwandern.de etc.), die zahlreiche Nacktwander-Temine in ganz Deutschland ankündigen, sondern auch die Tatsache, dass weltweit neben verschiedenen internationalen Nudisten-Treffen eine Vielzahl an Nacktwettkämpfen ausgetragen werden. Neben dem Internationalen naturistischen Sporttreffen mit knapp 40 Disziplinen, das jährlich in Ungarn stattfindet, gibt es beispielsweise die Carrera Nudista de Sopelana, ein fünf Kilometer langer Nacktlauf in Nordspanien. Beim World Naked Bike Ride, der übrigens am vergangenen Wochenende auch in Leizpig, Frankfurt a. M. und Berlin stattgefunden hat, geht es jedoch nicht ausschließlich um die sportliche Betätigung ohne Bekleidung, sondern das Ereignis möchte zugleich für das Fahrrad als attraktives städtisches Verkehrsmittel werben.

Nacktwandern – kein neuer Trend

Nacktwandern – kein neuer Trend
Foto: Outdooractive-Redaktion
Nebenstehendes Foto zeigt, dass Nacktwandern kein Trend des späten 20. oder jungen 21. Jahrhunderts und evtl. im Zuge von Emanzipierung und „grüner Bewegung“ entstanden ist, wie man vielleicht vermuten könnte. Damals dürfte es noch etwas schwieriger gewesen sein, Gleichgesinnte zu treffen und gemeinsame Wandertermine zu vereinbaren. Mit dem Internet hat sich dies geändert. Mittlerweile ist das Nacktwandern in Deutschland sogar schon so populär, dass erst Ende Mai ein offizieller Nacktwanderweg im Harz eröffnet wurde. Wanderern, die das nackte Fortbewegen in der Natur vielleicht einmal reizen würde, die sich aber nicht richtig trauen, bedeutet dieser Wanderweg ja eventuell der „Einstieg“ in ein neues Hobby. Ein bekennender Nacktwanderer bestreitet allerdings, dass ein solcher Weg die Hemmungen nimmt und möchte außerdem auch weiterhin überall dort wandern, wo ihm der Sinn danach steht. Den Schweizer Kanton Appenzell-Innerrhoden sollte er dabei aber tunlichst meiden: Seit dem Frühjahr 2009 wird Nacktwanderern dort ein Bußgeld von 200 Franken auferlegt, nachdem sich die Bevölkerung durch hüllenlose Wanderer gestört und belästigt fühlte.
Wer sich dem Thema zunächst einmal auf spielerische Weise nähern möchte, dem empfehlen wir übrigens dieses lustige Online-Spiel. Viel Vergnügen!

outdooractive.com User
Autor
Cornelia Grömminger
Aktualisierung: 06.05.2013

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 Kommentar
outdooractive.com User
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PASCAL THOMAS ›
04.06.2016
ja, ich bestatige, das nacktwandern in freier natur is eine schones gefuhl da mann mit den vier elemente gut in kontakt kommt einfach versuchen

Alex Lamund ›
14.11.2014
Es ein wunderbares Gefühl von Freiheit und Einheit mit der Natur. Seit 10 Jahren organisiere ich solche Wanderungen, Radl- und Rudertouren meist im oberen Isartal. http://www.outdooractive.com/de/meine-seite/touren.html
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