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Reportage

Das Geheimnis der Osterinsel

von Tabea Götze • 12.04.2018 • Reportage • Chile
  • Moai auf der Osterinsel
    Moai auf der Osterinsel
    Foto: CC0, pixabay.com

Irgendwo in den endlosen Weiten des Pazifischen Ozeans, mehr als 3700 Kilometer vom chilenischen Festland entfernt, taucht eine sonderbare Insel am Horizont auf: „Rapa Nui“, die Osterinsel. Rund 870 gewaltige Steinskulpturen blicken hier über das fast baumlose Land. Bis heute geben sie den Forschern Rätsel auf.



Vieles aus der Geschichte der Osterinsel liegt noch im Dunklen. Man nimmt an, dass die Pazifikinsel um das Jahr 500 n. Chr. zum ersten Mal von Polynesiern besiedelt wurde, im 14. Jahrhundert könnte es noch eine zweite Besiedelungswelle gegeben haben. Einer alten Sage nach soll es der legendäre König Hotu Matua gewesen sein, der seine Anhänger von weiter westlich gelegenen Inseln nach Rapa Nui führte.

Das älteste Gemälde der Osterinsel, gemalt von William Hodges um 1775

Damals bedeckten noch Millionen Palmen die Inseloberfläche und das fruchtbare Land konnte zahlreiche Einwohner versorgen. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich hier in der Isolation eine einzigartige Hochkultur, in deren Zentrum die „Moai“ standen. Diese kolossalen Statuen mit überdimensionalen Köpfen standen auf der ganzen Insel verteilt auf kunstvoll gearbeiteten Zeremonial-Plattformen, den „Ahu“. Hier verehrten die Rapanui ihre Ahnen und bedeutende Häuptlinge, außerdem dienten die Ahu wohl auch als Begräbnisstätten. Die Moai standen stets mit dem Rücken zum Meer und blickten schützend zu dem Dorf, zu dem die jeweilige Anlage gehörte.

Wie die bis zu 10 Meter hohen Figuren geschaffen wurden, ist mittlerweile recht gut erforscht: Am Rano-Raraku-Krater im Osten der Insel befinden sich rund 400 Moai in unterschiedlichen Stadien der Fertigstellung. Mit einfachen Werkzeugen wurden sie aus dem weichen Tuffgestein an der Kraterwand geschlagen und an Seilen vorsichtig hinab gelassen.

Wie sie aber schließlich an ihren Bestimmungsort gelangten, ist nicht endgültig geklärt. Vielleicht haben die Polynesier die Steinkolosse auf Baumstämmen über die Insel gerollt. Das würde erklären, warum es auf der Osterinsel heute keine Palmenwälder mehr gibt. Eine andere Theorie besagt, dass die Moai mithilfe von Schaukelbewegungen buchstäblich „zum Laufen“ gebracht wurden.

Easter Island moai 'walked'

Der Untergang der Osterinsel-Kultur

Am Ostersonntag des Jahres 1722 legte der niederländische Seefahrer Jakob Roggeveen als erster Europäer an der Insel an. Nach dem Tag der Entdeckung gab er ihr den Namen „Osterinsel“. Zu diesem Zeitpunkt war die reiche Kultur der Ureinwohner jedoch bereits fast untergegangen: Statt Palmenhainen sah er eine karge Vulkaninsel vor sich, viele der Moai waren umgeworfen und zerstört worden.

Vielleicht war es eine ökologische Katastrophe, ausgelöst vom Verlust der Bäume, die den Untergang der Osterinsel-Kultur verursachte. Mögliche Gründe sind auch kriegerische Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Stämmen oder eine neu auftretende Religion, die die alten Traditionen verdrängte. Ganz wird man wohl nie klären können, warum die Hochkultur der Rapanui einst unterging – doch vielleicht ist es gerade das, was die Osterinsel zu so einem faszinierenden Reiseziel macht.


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Tabea Götze
Aktualisierung: 12.04.2018

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