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Orte und Regionen

Dem Neandertaler auf der Spur

von Tabea Götze • 21.09.2017 • Orte und Regionen • Ruhrgebiet
  • Im Neanderthal Museum
    Im Neanderthal Museum
    Foto: Stiftung Neanderthal Museum

Johann Carl Fuhlrott staunte nicht schlecht, als er die Knochen untersuchte, die ihm einige Steinbrucharbeiter im Jahre 1856 überreichten. Nur eine Schlussfolgerung kam für den Naturforscher in Frage: Er hielt die Überreste eines urzeitlichen Menschen in den Händen.



Neandertal im 19. Jahrhundert (F.W. Schreiner, 1855)

Schon lange vor dem spektakulären Knochenfund war das Neandertal weithin bekannt. Hier befand sich bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts ein für die Region einzigartiges Naturparadies: Eine tiefe und enge Schlucht, im Laufe der Jahrtausende vom kleinen Flüsschen Düssel in den Kalksteinfels gegraben, erstreckte sich zwischen den Orten Mettmann und Erkrath. Mit ihren steil aufragenden Felswänden, natürlichen Höhlen und Wasserfällen galt sie als beliebtes Ausflugsziel bei Reisenden und bot viele schöne Motive für Landschaftsmaler, die in den Höhlen gerne rauschende Feste feierten.

Ortschaft Das Neandertal

Fundstelle im Neandertal
Ortschaft Ortschaft • Ruhrgebiet
Ruhrgebiet
von Kreis Mettmann ,  Kreis Mettmann

Wanderung 01 Haan-Gruiten nach Wülfrath-Düssel (neanderland STEIG Etappe 01)

vom Osterholz zum Düsseltal
04.04.2014
Wanderung Wanderung • Ruhrgebiet
mittel
16,3 km
5:00 Std
223 m
227 m
(1)
von Friedhelm Reusch,  Kreis Mettmann

Industrialisierung: Der Abbau eines Paradieses

Als im 19. Jahrhundert die Industrialisierung im Ruhrgebiet Einzug hielt, waren die Tage der Neandertal-Schlucht jedoch gezählt. Für die Eisen- und Stahlproduktion wurden Unmengen Kalk als Zuschlagstoff benötigt. Nur wenige Jahrzehnte brauchte es, bis die stolzen Kalksteinfelsen komplett abgetragen waren. Aus der einst wildromantischen Schlucht entstand so das weite Neandertal, das noch heute zu sehen ist. Einen besonders guten Eindruck von den sanften, menschgemachten Landschaftsformen bekommt man auf einer Wanderung auf dem „neanderland STEIG“, der auf seiner ersten Etappe durch das Naturschutzgebiet entlang der Düssel führt.

Ein Glücksfall für die Wissenschaft

Ehemaliger Kalksteinbruch in Wülfrath

Obwohl durch die Zerstörung der Neandertal-Schlucht ein faszinierender Naturraum verloren ging, verhalf sie der Region im Gegenzug zu Weltruhm. Zwei Steinbrucharbeiter waren im Sommer 1856 damit beschäftigt, eine kleine Felsengrotte von Lehm zu befreien, um später den Kalkstein fördern zu können. Während sie schaufelten, entdeckten sie verschiedene Knochenfragmente im Boden. Zunächst wurden sie zusammen mit dem Lehm achtlos in die Schlucht geworfen. Erst, als die Arbeiter auch den Teil einer Schädeldecke ausgruben, wurden sie schließlich stutzig und riefen die Besitzer des Steinbruches herbei. Diese vermuteten in den Knochen die Überreste eines Bären und überließen sie dem Naturforscher Johann Carl Fuhlrott zur Untersuchung.

Der Professor identifizierte die Fundstücke – vollkommen richtig, wie sich später herausstellte – als das Skelett eines urzeitlichen Menschen. Die Menschenart ist heute, benannt nach dem Fundort, als „Neandertaler“ bekannt. Wer sich auf seine Spuren begeben und mehr über die vielen wissenschaftlichen Erkenntnisse seit seiner spektakulären Entdeckung lernen möchte, besucht am besten das Neanderthal Museum am Eingang des Tales. Es informiert nicht nur über unser Wissen zur Menschheitsgeschichte, sondern ermöglicht auch Einblicke in das Leben und den Alltag der Neandertaler während der Eiszeit. Der Besuch des Museums lässt sich bestens mit einem Spaziergang zum nahegelegenen Eiszeitlichen Wildgehege verbinden. Hier können Wisente und Nachzüchtungen der längst ausgestorbenen Tarpane und Auerochsen bewundert werden.

Museum Neanderthal Museum

Neandertaler mit Mädchen
Museum Museum • Ruhrgebiet
Ruhrgebiet
Im Neandertal, wo vor 160 Jahren der Neandertaler gefunden wurde, steht heute eines der modernsten ...
von Kreis Mettmann ,  Kreis Mettmann

Freigehege Eiszeitliches Wildgehege im Neandertal

Auerochse im Eiszeitlichen Wildgehege Neandertal
Freigehege Freigehege • Ruhrgebiet
Ruhrgebiet
Auf dem Spaziergang um das Wildgehege kann man urtümliche Wisente, Tarpane und Auerochsen ...
von Kreis Mettmann ,  Kreis Mettmann

Mensch und Natur: Das Neandertal heute

Wer heute zu Fuß das Neandertal und seine Umgebung erkundet, hat ein ganz anderes Bild vor Augen als noch die Maler des 18. Jahrhunderts oder gar die Neandertaler vor 42.000 Jahren. Der Einfluss des modernen Menschen – besonders die Spuren des Bergbaus und der Industrialisierung – prägt den Charakter der Kulturlandschaft mit ihren idyllischen Wald- und Wiesenlandschaften und den typisch niederbergischen Städten. Auf dem „neanderland STEIG“, der einmal rund um den Kreis Mettmann führt, kann das Zusammenspiel von Mensch und Natur und die bewegte Geschichte der Region eindrucksvoll erlebt werden. Auf die Wanderer warten unterwegs gemütliche Einkehrmöglichkeiten wie die Kutscherstuben in Wülfrath-Düssel mit einem leckeren Neanderthaler Landbier.


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Tabea Götze
Aktualisierung: 21.09.2017

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Restaurant Kutscherstuben

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Das malerische Fachwerkhäuschen mit seinem nostalgischen Mobiliar und der schönen ...
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