Naturerlebnis pur verspricht diese Wanderung entlang der Naturschutzgebiete Rotes Wasser, Landgrafenborn und Franzosenwiesen. Diese erhielten ihren Namen übrigens durch die landwirtschaftliche Nutzung durch ansässige Hugenotten. Mittlerweile lebt in den umliegenden Moorgebieten eine überregional bedeutenden Tier- und Pflanzengemeinschaft.
Wir beginnen diese Wanderung an der Seegerteichhütte und laufen gemütlich über schattige Waldpfade durch den Burgwald zur Herrenbrücke. Diese ermöglichte den Fürsten, die auf dem Herrenweg, einer Verbindungsstraße zwischen den früheren Jagdschlössern Wolkersdorf und Bracht, unterwegs waren, den Bach "Rotes Wasser" zu überqueren.
Anschließend gelangen wir zu dem Großen und Kleinen Badenstein, geologischen Besonderheiten im Burgwald. Hier wichen die Buntsandsteinplatten des Burgwaldes Basaltdurchbrüchen. Die Erhebungen der abgetragenen Basaltsteinbrüche sind noch deutlich zu erkennen. Angeblich wurden 200 Wagenladungen Steine vom Badenstein benötigt, um die Straßen in Rosenthal auszubessern. Im Jahr 1830 schloss man die Steinbrüche. Aber immer noch kann man in Rosenthal und Wettern Blaubasaltsteine von hier finden.
Hinter der Herrenbrücke beginnt das Naturschutzgebiet Franzosenwiesen. Anfang des 18. Jahrhunderts überließ der Landgraf Schwabendorfer Hugenotten die Wiesen, um Heu anzubauen. Teilweise sind diese immer noch im Besitz der Nachfahren, werden aber nur noch selten bewirtschaftet. Hier findet man übrigens Tiere und Pflanzen, die sonst nur ausserhalb von Hessen vorkommen.
Angrenzend an die Franzosenwiesen gelangen wir in die Landschaftschutzgebiete Landgrafenborn und Diebeskeller. Diese Waldkomplexe beherben viele Feuchtwiesen und Stillgewässer, die wiederum von unter Schutz stehenden Tier- und Pflanzenarten bevorzugt werden. Die gefasste Quelle Landgrafenborn versorgte früher die Jagdgesellschaften mit Wasser und heute die gesamte Region.
Der nächste Halt der Tour ist bei den Herrenbänken, einem der zahlreichen Orte im Burgwald, die von der Jagdleidenschaft der Landgrafen zeugen. Für die Jagdgesellschaft wurden verschiedene Rastplätze, unter anderem die Herrenbänke, angelegt. Bis Ende 1980 stand hier eine steinerne Sitzgruppe aus jagdgräflicher Zeit, die allerdings gestohlen wurde.
Eine weitere Untat, allerdings wesentlich früher, ereignete sich am Dibbefrau-Stein. Hier soll 1852 eine Trödlerin auf dem Weg zum Markt nach Frankenberg ermordet worden sein. Zum Gedenken wurde ein unbehauener Sandstein mit der entprechenden Jahreszahl aufgestellt.
Kurz vor dem Ende der Wanderung gelangen wir zu der Wüstung Sigertenhausen. Dieser frühmittelalterliche Wüstungsplatz liegt im Mündungsgebeit zweier Bäche. Die dortigen Scherbenfunde weisen auf eine karolingische Ortsgründung hin. Diese hatte eine große Bedeutung für die weitere zivilisatorische Entwicklung des Burgwaldes.
Nachdem wir wieder zu der Seegerteichhütte zurück gelaufen sind, lädt die überdachte Terrasse des Holzhauses zu einer kurzen Erholungspause ein.