Peter Kraus (3)
| Begehung: 21.02.2011
| Bewertung: befriedigend
Wildnistrail - Nationalpark Eifel
1. Etappe:
Um es gleich vorweg zu sagen: die 1. Etappe des Wildnistrails ist - landschaftlich gesehen - die schönste. Im Wüstebachtal verläuft die Route zunächst auf einem breiten Wirtschaftsweg. Im weiteren Verlauf aber blüht das Wanderherz auf. Der Weg verengt sich zu einem Pfad, der sich am Bachlauf entlang schlängelt. Das Tal schneidet sich tief ein. Felsen rahmen Pfad und Bach ein. Die Route führt über einen Hohlweg hoch auf die Dreiborner Hochfläche, dort über Wiesen, um später über einen abenteuerlichen Höhenpfad bei Hirschrott wieder hinab ins Erkensruher Tal zu gelangen. Leider haben die Wegeplaner die Route nun noch auf den Kamm des Dedenborner Waldes geführt, der den Wanderer in keine weitere Verzückung mehr versetzen kann.
2. Etappe
Die Eindrücke der 2. Etappe werden weniger von der Wildnis als mehr von den historischen Zeitzeugen am Wegesrand geprägt: Urftstaumauer, Wüstung Wollseifen und ehemalige Ordensburg Vogelsang. Für die Besichtigung dieser 3 Wegmarken sollte man unbedingt reichlich Zeit einplanen. Der schmale Pfad oberhalb des Obersees sowie die Querung der Dreiborner Hochfläche sind wohl die schönsten Teilstrecken dieser Etappe.
3. Etappe
Alleine der Begriff „Wildnistrail“ weckt in mir Assoziationen: auf schmalen Pfaden über Stock und Stein schlage ich mir mit meiner Machete den Weg frei durch urwüchsige, unberührte Natur. OK, ich übertreibe. Doch welch eine Enttäuschung: die 3. Etappe auf dem Wildnistrail hat kaum etwas davon zu bieten. Im Gegenteil: in immer wieder gleichen Kehren auf breiten Forstwegen zieht sich der Weg ereignislos von der Ortschaft Wolfgarten zum Kloster Mariawald und von dort nach Heimbach. Die Etappe ist schlicht und einfach langweilig. Diesen Eindruck kann auch die Aussicht vom Feuerwachturm in Wolfgarten oder die Besichtigung des Klosters Mariawald nicht mehr schönfärben. Einzig der Anstieg von der Urft zur Ortschaft Wolfgarten sowie der letzte Kilometer vor Heimbach reizen die Sinne. Auch wenn die Nationalparkverwaltung in ihren Prospekten betont, dass die Rückführung des Waldes in Wildnis wohl eine Generation dauert, so hätte man sich schon bei der Wegführung etwas Originelleres einfallen lassen können als die Nutzung der vorhandenen Forst- und Wirtschaftswege.
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