Eine der eindrucksvollsten Gratüberschreitungen der Ostalpen Viele träumen jahrelang davon: Einmal die Watzmann-Überschreitung machen! Spätestens seit Wolfgang Ambros' Hörspiel 'Der Watzmann ruft' ist der Berg zumindest jedem Bayern ein Begriff. Der Sage nach handelt es sich bei dem Massif um den bösen König Watze und seine Familie, die durch den Fluch einer Bäuerin in Stein verwandelt wurden. Betrachtet man den Watzmann von Norden, so erkennt man links die Frau, dann die fünf Watzmannkinder und rechts den Großen Watzmann. Nur äußerst sportliche Bergsteiger sollten die Tour an einem Tag durchführen, und dafür mit 12-15 Stunden rechnen. Allen anderen sei empfohlen, am Nachmittag vorher zum Watzmannhaus aufzusteigen (ca. 3 Stunden), dort zu nächtigen, und dann in aller Früh mit der Überschreitung zu beginnen. Selbst eine zweite Übernachtung, auf der Wimbachgrieshütte, kann in Erwägung gezogen werden, denn nach der langen und anstrengenden Überschreitung hat nicht jeder Lust oder die Kraft, noch 2 Stunden das Wimbachgrieß hinaus zu 'hatschen'. Zudem liegt die Hütte sehr idyllisch, und vielleicht möchte man ja am nächsten Tag noch eine Tour anhängen, z.B. auf den Großen Hundstod. Auf jeden Fall sollte sich jeder, der die Watzmann-Überschreitung angeht, dessen bewusst sein, dass es sich hier um keinen Sonntagsspaziergang handelt. Der größte Teil der Überquerung spielt sich im Fels ab, der aber nur partiell mit Drahtseilen versichert ist. Die Tour ist sehr ausgesetzt und stellenweise geht es auf beiden Seiten mehrere Hundert, ja Tausend Meter in die Tiefe. Schwindelfreiheit ist also ein absolutes Muss. Auch gibt es zwischen Watzmannhaus und Wimbachgrieshütte keinerlei Einkehr- noch Übernachtungsmöglichkeit, daher darf die Tour nur angehen, wer sich sicher ist, 10 Stunden Kraxelei durchzuhalten. Unbedingt muss genügend energiereiche Nahrung und Getränke mitgenommen werden. Nun aber genug der Warnungen: versierten Bergsteigern, die auch schon einige Klettersteige oder Touren im leichten Fels unternommen haben und über ausreichend Kondition verfügen, wird die Tour bei trockenem Wetter keine Probleme bereiten. Die Schwierigkeit übersteigt nie den II. Grad. Die Belohnung wird ein überwältigendes Gipfelerlebnis sein: ein fantastisches Panorama der umgebenden Bergwelt, Nervenkitzel beim Kraxeln, Einblicke in die legendäre Watzmann-Ostwand.
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