Die bekannte Nagelfluh-Gratwanderung bietet bergerfahrenen Wanderern mit ihren imposanten Ausblicken und der reichen Flora ein einmaliges Erlebnis zwischen dem Hochgrat bei Oberstaufen und dem Mittag bei Immenstadt.
Mit der Hochgratbahn, die eine Verbundkarte mit der Mittagbahn (die wir am Abend noch nutzen werden) anbietet, geht es hinauf zur Bergstation. Bereits hier genießt man einen einmaligen Rundblick auf die umliegenden Bergketten. Bei klarer Witterung können wir vom Bodensee bis weit ins oberschwäbische Land und vom Säntis bis zur Zugspitze blicken.
Von hier folgen wir einem sehr steinigen Weg über den Rücken auf den Hochgrat (1). Jetzt geht es immer auf oder knapp neben dem lang gestreckten Ostgrat in die Brunnenauscharte hinab. Bequem ist der Westgipfel des Rindalphorns zu erreichen. Um zum Hauptgipfel (2) zu gelangen, wandern wir weiter über eine Senke auf den Zwischenkopf und weiter über einen anspruchsvollen, steil ansteigenden Grat zum nahen Kreuz. Zum Abstieg geht zunächst wieder zurück zur Wegkreutzung und in einer Gras- und Geröllgasse weit hinab in die Gründlesscharte.
Neben dem Graskamm steigen wir steil auf steinigem Pfad wieder hinauf zum obersten Grat und etwas nach links auf den Gründleskopf. Interessant ist der Übergang auf einer ausgeprägten, nur mäßig eingesenkten Schneide zum imposanten Buralpkopf (3). Trittsicherheit und absolute Schwindelfreiheit dürfen hier nicht fehlen! Mit Hilfe eines Drahtseiles gelangen wir über den Ostgrat, der vor allem nach Norden steil abbricht, in eine tiefe Scharte. Nach einem weiteren Gegenanstieg stehen wir auf dem Sedererstuiben (4) und wandern dann gemächlich hinüber auf den abgerundeten Stuiben (5). Der großartige Rundblick, der uns seit Beginn unserer Tour begleitet, entschädigt immer wieder für die besonderen Mühen dieser Tour.
Nun wandern wir weiter über einen deutlich bequemeren Weg und folgen der Beschilderung zum Steineberg. Noch einmal passieren wir eine anspruchsvolle Stelle, die wir mit Hilfe einiger Stahlseile überwinden. Die letzten Meter hinauf auf den Gipfel des Steinebergs (6) wandern wir auf den Weideflächen des Allgäuer Braunviehs, das selbst in dieser Höhe in den Sommermonaten hier weidet. Vom Ostgipfel des Steinebergs gehen wir leicht abfallend auf einem steinigen Weg weiter. Besonders beeindruckend sind hier die riesigen Nagelfluhfelsen. Entlang der Felswand erreichen wir eine etwa 15 m lange Leiter, die Geübten von hier einen steilen Aufstieg zum Gipfelkreuz ermöglicht. Dem Wegweiser weiter in Richtung „Mittag Gipfelstation“ folgend, passieren wir ein letztes Mal eine kurze Seilpassage. Ab hier führt ein gut präparierter Waldweg stetig hinab. An einer Weggabelung gehen wir geradeaus und überwinden den kleinen Anstieg hinauf zum Bärenkopf. Auf dem breiten Schotterweg wandern wir links in Richtung Mittagbahn Bergstation. Hier bietet sich erstmalig seit Beginn der Tour die Möglichkeit zur Einkehr. Die Mittagbahn bringt uns wieder hinab ins Tal.
Vom nicht weit entfernten Bahnhof Immenstadt gelangen wir mit der Bahn oder dem Bus zurück nach Oberstaufen. Wer die gesamte Tour unternimmt, sollte sein Auto am Bahnhof Oberstaufen parken und mit dem Bus zur Talstation fahren.
Tipp: All diejenigen, denen diese Gratwanderung zu anstrengend erscheint, können an der Alpe Mittelberg (ab Sedererstuiben absteigen über die Gund-Alpe, Voranmeldung erforderlich, Infos auch an der Bergbahn) Mountainbikes gegen eine Gebühr ausleihen. Von hier radelt man zurück zur Talstation der Hochgratbahn.