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Veranstaltung Tour der vertikalen Nächte – atemberaubend lebensmüde?

  • Am seidenen Faden
    Am seidenen Faden
    Autor: Erika Spengler, Quelle: outdooractive Redaktion
  • “25 Meter Schrott, der bei einem Sturz nicht halten wird”
    “25 Meter Schrott, der bei einem Sturz nicht halten wird”
    Autor: Erika Spengler, Quelle: outdooractive Redaktion
  • “Ihn packte die Panik und er brach Hals über Kopf die Expedition ab”
    “Ihn packte die Panik und er brach Hals über Kopf die Expedition ab”
    Autor: Erika Spengler, Quelle: outdooractive Redaktion
  • In ihren Klettergurten sanken die Teilnehmer in einen ruhigen Schlaf
    In ihren Klettergurten sanken die Teilnehmer in einen ruhigen Schlaf
    Autor: Erika Spengler, Quelle: outdooractive Redaktion
  • Ein bisschen Mut von Tom Tivadar, bitte!
    Ein bisschen Mut von Tom Tivadar, bitte!
    Autor: Erika Spengler, Quelle: outdooractive Redaktion
   
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03.04.2012 Veranstaltung
36 Nächte in einem Portaledge, eine hängende Plattform, die weniger als drei Quadratmeter misst. Fast 2.000 Meter bis zum Wandfuß. Mehrere Tage am Stück Schneesturm.Und als wäre das nicht genug, klettern die Männer um Tom Tivadar tagsüber an mikroskopischen Haken eine senkrechte Wand empor, in den Höhen des Himalayas und mit mehreren 100 Kilo Material.

Am seidenen Faden

Am seidenen Faden
Autor: Erika Spengler
Quelle: outdooractive Redaktion
Warum tun sich Menschen das an? Muss man vollends lebensmüde sein, in sechs Millimeter breite Löcher Haken einzuhängen und anschließend  genau diesen sein Leben anzuvertrauen? Um das herauszufinden, besuchten wir vergangenen Freitag in der Kletterhalle Dornbirn die „Tour der vertikalen Nächte“: ein Vortrag von dem Big-Wall-Experten Tom Tivadar, ein anschließender Workshop zum Aufbau eines Portaledges und eine Nacht in eben dieser kleinen hängenden Plattform.

“25 Meter Schrott, der bei einem Sturz nicht halten wird”

“25 Meter Schrott, der bei einem Sturz nicht halten wird”
Autor: Erika Spengler
Quelle: outdooractive Redaktion
Es gibt viele Formen des Alpinismus, einige lebensgefährlicher als die anderen. Free Solo Begehungen – also freies Klettern, ohne jegliche Sicherung – erscheinen im ersten Moment als das Verrückteste überhaupt: Es gibt Kletterer, die die berüchtigte Eiger Nordwand solo durchsteigen. Oder die tausend Meter hohe „Nose“ im Yosemite Nationalpark in den USA, mit nichts weiter als ihren Kletterschuhen und einem kleinen Magnesiabeutelchen. Jene Ausnahmesportler durchstiegen diese Wand jedoch viele Male zuvor – gesichert – und kennen jeden einzelnen Griff. Natürlich bleibt auch dort die alpine Restgefahr – herausbrechende Steine, Lawinen, eine kleine Unachtsamkeit. Es gibt nach wenigen Metern kein Zurück mehr, nur noch den Weg nach oben. Das erfordert Nerven aus Stahl und unbändiges Vertrauen in sich selbst. Bei Tom Tivadar, dem Wahlpatagonier mit dem extravaganten Bart, kommt zu diesen Komponenten noch eine dazu: absolutes Vertrauen ins Material. Denn wer wie Tivadar sich durch tausend Meter hohe Wände wühlt, die im Freikletterstil nicht möglich wären, hängt sein Leben auch mal an feine Metallhaken, fragile Klemmen oder dünne Metalldrähte. Die meisten dieser Werkzeuge zeichnen sich in erster Linie durch eher geringe Haltekraft und extremen Adrenalinausstoß aus – oder, um es mit den Worten Tivadars zu sagen: „ Der höchste Schwierigkeitsgrad im New Wave Stil  (Klettern ohne eingebohrte Haken) , A5, bedeutet, dass man mindestens 25 Meter an Schrott klettert – alles Zeug, das bei einem Sturz nicht halten wird, du also 50 Meter fallen wirst. Das ist aber immer noch besser, als die ganze Wand runterzusegeln, sonst müssen dich deine Kameraden da unten wieder einsammeln. “.

“Ihn packte die Panik und er brach Hals über Kopf die Expedition ab”

“Ihn packte die Panik und er brach Hals über Kopf die Expedition ab”
Autor: Erika Spengler
Quelle: outdooractive Redaktion
Während des Vortrags plaudert Tivadar in gemütlicher Runde aus dem Nähkästchen, trinkt Bier und knabbert Nüsse. An der Leinwand neben ihm ziehen immer wieder Fotos von Wänden durch, bei denen auch routinierte Kletterer kaum aus dem Staunen kommen. Ganz besonders natürlich beim Anblick des Trango Towers, einer 2.000 Meter hohen Felsnadel im Karakorum-Gebirge, die sich majestätisch und abweisend aus dem Gletscher erhebt. Hier errichtet Tivadar mit drei Freunden eine der extravagantesten Routen der Welt. Schwere Kletterei auf 6.000 Höhenmetern und den wilden Wetterkapriolen des Himalayas völlig ausgesetzt.  Nach einem dreitägigen Schneesturm, den die Männer in zwei kleinen Portaledges mitten in der senkrechten Wand ausharren, packt einen der Kameraden die Panik und er bricht die Expedition Hals über Kopf ab. Oder jene Erfahrung an der „Petit Dru“ im Mont Blanc-Massiv, an der die Männer von Steinschlag heimgesucht wurden. Ein Kamerad wurde am Kopf getroffen, Toms Helm gespalten und das Portaledge zerlöchert. Ab diesem Tag schliefen die Sportler nur noch mit Helm, machten aber dennoch weiter und beendeten die Route erfolgreich. Es verwundert nicht, dass diese Art  von Kletterei, bei der man für eine Seillänge gut und gerne mal zwei Tage braucht, wenig populär ist. Sie ist extrem gefährlich, erfordert unglaublich viel Erfahrung und eine besondere Form von Mut. Man muss wohl dafür geboren sein, denn nach dem Vortrag stehen die Besucher zwar interessiert bei Tivadars seltsam anmutender Ausrüstung, dennoch ist keiner so richtig überzeugt: Auf die Frage, ob sie sich es vorstellen könnten, so durch eine Wand zu klettern, schütteln die meisten ehrfürchtig den Kopf.

In ihren Klettergurten sanken die Teilnehmer in einen ruhigen Schlaf

In ihren Klettergurten sanken die Teilnehmer in einen ruhigen Schlaf
Autor: Erika Spengler
Quelle: outdooractive Redaktion
Nach einer ausgelassenen Diskussionsrunde über Materialien, Hersteller und Sponsoren fanden sich jene Teilnehmer ein, die sich speziell für den Portaledge-Workshop angemeldet hatten. Tivadar erklärte in wenigen Sätzen den Aufbau und die Platzierung, danach war Handarbeit gefragt. Nach zehn Minuten waren die ersten Plattformen aufgespannt – auf festem Boden und von zwei Personen, wohl gemerkt! Tom schafft es in drei – und in der Wand hängend.  Nach wenigen Worten zur Fixierung wanderten die Portaledges nach oben, wurden fachgerecht verankert und häuslich eingerichtet. Das Jümaren an Fixseilen war noch ein kleines Schmankerl, das einige schon lange ausprobieren wollten und hier erstmals die Gelegenheit dazu bekamen. So leicht, wie es bei den Huber-Brüdern in dem Film „Am Limit“ aussah, war es zwar dann doch nicht, dennoch landeten um zwei Uhr alle wohlbehalten in ihren hängenden Schlafplätzen und versanken in ihren Klettergurten in einen ruhigen Schlaf.

Ein bisschen Mut von Tom Tivadar, bitte!

Ein bisschen Mut von Tom Tivadar, bitte!
Autor: Erika Spengler
Quelle: outdooractive Redaktion
Am nächsten Morgen sortierten wir mit den ersten Sonnenstrahlen unsere Ausrüstung, ließen alles zum „Wandfuß“ ab und bauten anschließend das Portaledge auseinander. Alles lief routiniert, in kurzer Zeit war es abgebaut und das ganze Team sammelte sich zum gemeinsam Frühstück im Aufenthaltsraum der großen Kletterhalle. Nachdem dringende Fragen wie der Toilettengang in großen Höhen oder die Alkoholverpflegung auf solchen Expeditionen geklärt waren, verließen die Teilnehmer nach und nach die Halle und überließen den nichtsahnenden Samstag-Sportkletterern die Wand. Diese zitterten sich von Borhaken zu Borhaken, hängten unter Angst die nächste Expressschlinge ein, die nur einen Meter von der letzten entfernt hing. Alles zuverlässig und extrem stabil. Stürze von maximal zwei Metern…  Ach, wenn man doch nur ein Stückchen von Tivadars Mut hätte!
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