Bei der systematischen Untersuchung des Brudertals stieß der pensionierte Oberpostrat Eduard Peters 1927 auf zwei Höhlen: die nach ihrem Besitzer benannte Gnirshöhle und die später nach ihm selbst benannte Höhle im Petersfels. Umfangreiche Grabungen in dieser ließen schnell die Schlußfolgerung zu, daß im Brudertal ein reges steinzeitliches Leben stattgefunden haben muß. Neben Werkzeugen und 1,5 Tonnen Tierknochen förderte Peters auch künstlerische Werke zutage, wie die berühmte "Venus vom Petersfels": die stilisierte Frauenfigur aus Gagat ist nur 3 cm groß!
Neben dem Kesslerloch im Schweizerischen Thayingen wurde damit der Petersfels zum bedeutendsten Fundort des Magdalénien.
Wissenschaftliche Grabungen in den 1970er-Jahren verfeinerten das Bild der Archäologen vom Leben der Steinzeitjäger, die regelmäßig im Herbst an dieser Engstelle auf die durchziehenden Rentiere warteten.
Den Archäologen der Universität Tübingen folgten Archäobotaniker aus Tübingen und Hohenheim: der Wald über dem Petersfels wurde gerodet. An seiner Stelle und in einem künstlich angelegten Moor vor dem Petersfels wurde die Vegetation der späteiszeitlichen Landschaft (Steppentundra) rekonstruiert.
Mit dem 2003 eingeweihten "Eiszeitpark Engen" wurde so die "späteiszeitliche Landschaft zum Erleben" geschaffen. Der Park ist das ganze Jahr über frei und kostenlos zugänglich.
Die nahegelegene Gnirshöhle ist durch ein Gitter verschlossen. Sie kann nur im Rahmen einer kostenpflichtigen Führung besichtigt werden.
Nach ca. 1 km thront eine überdimensionale Nachbildung der "Venus vom Petersfels" auf einem Felsen beim Pavillon des Eiszeitparks. Text- und Bildinformationen erläutern das Leben der Eiszeitbewohner und ihre Verbindung zur Pflanzenwelt des Brudertals: "Speisekammer Moor“, "Vitamine der Eiszeit“, "Aspirin, Alleskleber“, "Arznei und Werkstoffe der Eiszeitjäger", etc. Die Arbeit der Archäologen dokumentieren weitere Tafeln: "Entdeckung des Petersfels und erste Ausgrabungen“, "Neue Grabungen im Brudertal“.
Städtisches Museum Engen + Galerie
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