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Ski Freeride Abfahrten

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Kann Pulverschnee süchtig machen? Absolut! Wir haben für Euch die schönsten Runs in den besten Freeride-Revieren zusammengestellt. Tief verschneite Hänge in einer unberührten Winterlandschaft werden bei perfekten Bedingungen zu einem unvergesslichen Erlebnis.


Weite Turns im frischen Powder abseits präparierter Pisten lassen die Herzen aller Freerider höher schlagen. Mit der passenden Ausrüstung kann es losgehen – egal, ob auf Ski oder Snowboard. Und zum Glück gibt es meistens eine Gondel, die einen zweiten, dritten, vierten, fünften… Ride durch unverspurte Pulverschnee-Hänge möglich macht.

1. Was ist Freeriden?

Foto: Outdooractive Redaktion
Unter Freeriden – auch als Variantenfahren, Backcountry und Off-Piste-Fahren bezeichnet – versteht man das Skifahren oder Snowboarden abseits der pärparierten und kontrollierten Skipisten im freien Gelände. Wenn man also nur einen kurzen Aufstieg von 100 Höhenmetern zurücklegen muss, um anschließend 1000 Höhenmeter puren Fahrspaß zu haben, ist das Freeride. Folglich ist zum Ski-Freeride normalerweise externe Unterstützung nötig – entweder eine Bergbahn oder ein Helikopter. Das sichere Beherrschen des Tiefschneefahrens und Kenntnisse der Lawinenkunde sind Grundvoraussetzungen für das Freeriden.

2. Die Ausrüstung

Hardware

Bei der Ausrüstung kommt es darauf an, welcher Freeride-Typ man ist. Will man mit seiner Ausrüstung primär nur abfahren und kurze Anstiege notfalls mit geschulterten Skiern bewältigen? Oder möchte man ein voll aufstiegstaugliches Equipment? Wer beim Freeriden aber auch längere Aufstiege unternimmt, benötigt – im Gegensatz zum rein abfahrtsorientierten Freerider – neben dem passenden Ski auch eine spezielle Tourenbindung, Skischuhe mit Geh-Funktion, Felle, Harscheisen und Teleskopstöcke mit großen Tellern.

Das Handling des Skis hängt im Wesentlichen von Länge, Radius, Flex (Härte) und dem Rocker ab. Als passende Länge gilt bei Freeride-Skiern die Regel: Körpergröße plus fünf bis zehn Zentimetern. Der Radius sollte bei guten Skifahrern zwischen 17 und 22 m liegen. Wer Bedenken hat, in engen Rinnen nicht um die Kurve zu kommen, wählt einen Ski mit kleinerem Radius zwischen 15 und 18 m. Welche Härte ein Ski haben sollte, hängt vom eigenen Körpergewicht und dem Fahrkönnen ab. Umso schwerer das Körpergewicht und umso sportlicher der Fahrstil, desto härter der Ski.

 

Wetterfeste Winterbekleidung

  • Funktionelle Tourenjacke und –hose, die wind- und wasserabweisend sowie atmungsaktiv sind (z.B. Soft- oder Hardshell)
  • Funktionsskiunterwäsche
  • Fleecejacke
  • Skisocken
  • Handschuhe
  • Helm & Skibrille

Sonstiges

  • Rucksack mit 20 bis 35 Litern Inhalt und Befestigungsmöglichkeiten für Ski oder Snowboard
  • Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor
  • Detailliertes Kartenmaterial
  • Kompass
  • Höhenmesser
  • Stirnlampe
  • Ersatzbatterien
  • Handy
  • Erste-Hilfe-Set

Notfallausrüstung

STANDARD

  • Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS)
  • Sonde
  • Schaufel
Foto: Outdooractive Redaktion
ZUSATZ

ABS-Rucksack: Bei einem ABS-Rucksack können im Notfall ein oder zwei in den Rucksack integrierte Ballons innerhalb weniger Sekunden durch eine Patrone aufgeblasen werden. Die aufgeblasenen Luftkissen ermöglichen es, in der Lawine an der Oberfläche zu bleiben und eine komplette Verschüttung zu vermeiden.

Avalung: Das Avalung System soll die Überlebenszeit in einer Lawine verlängern. Die Ein- und Ausatmung eines Verschütteten erfolgt getrennt voneinander, um das Ersticken am eigenen Kohlendioxid zu verhindern. Die Einatmung erfolgt durch einen Schnorchel im Brustbereich, die Ausatmung wird zum Rückenbereich abgeleitet.

Lawinenball: Der Lawinenball ist ein im Rucksack zusammengefalteter und mit einer Schnur am Bauchgurt befestigter Ball. Dieser wird im Notfall entfaltet, schwimmt auf der Lawine und erleichtert so die Suche und Ortung des Verschütteten

3. Sicherheits- und Risikomanagement

Foto: Outdooractive Redaktion
Tiefschneefahren verleiht Glücksgefühle. Der weiße Spaß birgt allerdings auch hohe Gefahren. Beim Skifahren im freien Skiraum besteht das Risiko, Lawinen auszulösen und von ihnen verschüttet zu werden. Um dieses Risiko möglichst gering zu halten, müssen immer die aktuellen Schneebedingungen kontrolliert werden. Zudem ist ein fundiertes Wissen über Lawinen, die Routine im Umgang mit LVS, Sonde und Schaufel sowie eine qualitativ hochwertige Lawinenausrüstung extrem wichtig.

Tipps zum Planen und Durchführen von Freeride-Abfahrten

Vor der Tour:
  • Informiere Dich vor der Tour über Wetter-, Schnee- und Lawinenverhältnisse
  • Plane Deine Runs sorgfältig und informiere Dich über das Gelände
  • Beachte die Gelände- und Routenwahl sowie die Gruppengröße
  • Nimm zur Vorbereitung an einem Freeride- oder Lawinencamp teil
  • Einsteiger buchten bestenfalls einen staatlich geprüften und ortskundigen Bergführer

Während der Tour:

  • Gehe nie alleine ins Gelände
  • Nimm die richtige und vollständige Ausrüstung mit
  • Fahre nicht bei starkem Wind und schlechter Sicht
  • Halte in Hängen bis 35° mindestens 20 m Abstand zu anderen; steilere Hänge werden einzeln befahren
  • Beobachte das Gelände
  • Beachte Hinweisschilder und Schutzgebiete
Foto: Outdooractive Redaktion

4. Den Lawinenlagebericht lesen und verstehen

Der Lawinenlagebericht besteht aus drei wichtigen Kerninformationen:

Wie gefährlich ist es heute?

Angabe der Gefahrenstufe (von 1 bis 5; bei Gefahrenstufe 4 oder 5 wird auf die Tour verzichtet)

Wo liegen heute die Gefahrenstellen?

Angabe der Gefahrenstellen im Lawinenlagebericht nach Höhenstufe, Exposition und Geländeform mit Steilheit und Hangform (z.B. Rinnen, Mulden, Sonnenhänge)

Was ist heute die Ursache für eine mögliche Lawinenauslösung?

Angabe zu Art und Ursache der Gefährdung sowie die allgemein nötige Zusatzbelastung für eine Lawinenauslösung

Die Arten der Gefährdung sind beispielsweise trockene oder nasse Schneebretter oder Lockerschneelawinen; mögliche Ursachen sind beispielsweise Triebschnee. Die Angabe zur Zusatzbelastung gibt Aufschluss, ob eine Gefahrenstelle einzeln zu überqueren ist oder ob mit Selbstauslösungen zu rechnen ist.

5. Naturverträgliches Freeriden

Foto: Outdooractive Redaktion
Wer in der Natur unterwegs ist, sollte Rücksicht auf die Umwelt und seine Bewohner nehmen. Die beiden Projekte vom Alpenverein „ RespekTiere deine Grenzen “ und „ Skibergsteigen umweltfreundlich “ haben zum Ziel, den Konflikt zwischen Mensch und Natur beim Freeriden, Schneeschuhwandern und Skibergsteigen zu lösen. Im Rahmen dieser Projekte wurden bereits zahlreiche Wald-Wild-Schongebiete ausgewiesen, um einerseits bedrohte Tierarten – wie die Raufußhühner, zu denen Birkhühner, Auer- und Schneehühner gehören– sowie jungen Baumbestand zu schützen, andererseits aber auch den Wintersportlern die Möglichkeit zu geben, naturverträglich draußen unterwegs zu sein. Die zehn wichtigsten Regeln zum naturverträglichen Schneeschuhwandern und Skibergsteigen wurden vom Deutschen Alpenverein folgendermaßen zusammengefasst:
  • Markierungen, Hinweise und Routenempfehlungen des DAV-Projektes "Skibergsteigen umweltfreundlich" beachten.
  • Schutz- und Schongebiete für Pflanzen und Tiere respektieren, Lärm vermeiden.
  • Lebensräume erkennen: Wildtieren möglichst ausweichen, sie nur aus der Distanz beobachten, Futterstellen umgehen, Hunde anleinen.
  • Im Hochwinter Gipfel, Rücken und Grate vor 10 Uhr und nach 16 Uhr meiden.
  • In Waldgebieten und an der Waldgrenze auf üblichen Skirouten, Forst- und Wanderwegen bleiben, Abstand zu Baum- und Strauchgruppen halten.
  • Aufforstungen und Jungwald schonen.
  • Umweltschonend anreisen: mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren oder Fahrgemeinschaften bilden, ausgewiesene Parkplätze benutzen, keine Zufahrten blockieren.
  • Eher mehrtägige Aufenthalte als häufige Tagestouren planen, das gastronomische Angebot vor Ort nutzen.
  • Touren mit Führern und Karten planen, die das DAV-Gütesiegel "Naturverträgliche Skitouren/Wintertouren" tragen, sich über Natur und Kultur des Zielgebietes informieren.
  • Die Regeln für Skitouren auf Pisten beachten

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