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Schneeschuhwandern

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Unberührte Schneelandschaften, lockerer Pulverschnee, ungestörte Ruhe und idyllische Einsamkeit – Wer im Winter gerne an der frischen Luft unterwegs ist, dem bieten Schneeschuhwanderungen eine gute Möglichkeit, sich sportlich zu betätigen. Mit den vergrößerten Fußunterlagen kann man nicht nur auf Winterwanderwegen  wandern, sondern sich auch im Tiefschnee problemlos fortbewegen und Gipfel erklimmen. Doch worauf kommt es beim Schneeschuhwandern an, welche (alpinen) Gefahren muss man beachten und wie verhält man sich in der winterlichen Bergwelt?


Die Geschichte des Schneeschuhwanderns

Schneeschuhwandern hat eine sehr lange Tradition. Was sich in den letzten Jahren zu einer Trendsportart entwickelt hat, war früher Nutzen zum Zweck. Ob in den Alpen oder in der Arktis, in Nordamerika oder der Mongolei – Bereits vor 10.000 Jahren wendeten Jäger und Sammler in schneereichen Gebieten Schneeschuhe als Hilfsmittel zur Fortbewegung an, um die Trittfläche ihrer Füße zu vergrößern und dadurch ein Einsinken zu verhindern sowie schnellere Fortbewegen zu ermöglichen. Die Bandbreite ursprünglicher Schneeschuhe reicht dabei von Fell- und Lederkonstruktionen über Holzflechtwerke bis hin zur Verwendung von Holzscheiben. Eines der bekanntesten Modelle ist sicherlich der Schneeschuh mit Holzrahmen und gespannten Schnüren dazwischen, wie er von den amerikanischen Indianern erfunden wurde.

In den 70er und 80er Jahren stieg die kommerzielle Nachfrage nach Schneeschuhen stark an und die Sportart wurde zu einem Trend. Seitdem werden Modelle aus Aluminium und Kunststoff hergestellt.

Autor: MEINE HEIMAT [Chiemgau]
Quelle: flickr.com, CC BY-ND 2.0
Schneeschuhwandern – Wer & Wo?

Schneeschuhwandern verbindet auf einfache Weise Sport und Naturerlebnis und ist mit wenig Aufwand für alle Generationen möglich. Es ist gesund, stärkt das Herz und den Kreislauf und kurbelt nebenbei noch die Fettverbrennung an. Dabei eignen sich verschneite Forststraßen und Winterwanderwege genauso wie Touren abseits der Wege im tiefen Schnee. Dabei sollte aber Rücksicht auf die Natur genommen und die Lawinengefahr beachtet werden.

Autor: Ritten_Renon
Quelle: flickr.com, CC BY-ND 2.0
Welche Ausrüstung benötigt man zum Schneeschuhwandern?

Damit Schneeschuhwandern so richtig Spaß macht, benötigt man die richtige Ausrüstung und gutes Equipment. Doch was braucht man alles für eine Schneeschuhtour? Hier findet Ihr Informationen zur Basis-Ausrüstung und ergänzend dazu, was man bei alpinen Touren benötigt.

Wer nur kleinere Schneeschuhtouren im lawinensicheren Gelände machen möchte, sollte folgendermaßen ausgerüstet sein:

  • Schneeschuhe aus Aluminium oder Kunststoff; Modell je nach Einsatzgebiet
  • Teleskopstöcke:  am besten mit großen Tellern, die das Einsinken im tiefen Schnee verhindern.
  • Winterfeste Schuhe: z.B.: Wanderschuhe, Bergschuhe
  • Warme Hose, die wind- und wasserabweisend ist (z.B. Soft-, Hardshellhose oder Skihose)
  • Atmungsaktive Unterwäsche
  • Warme, atmungsaktive und winddichte Jacke
  • Handschuhe
  • Mütze oder Stirnband
  • Sonnenbrille und Sonnencreme
  • Wanderrucksack mit warmem Getränk, Energieriegel, Schokolade
  • Wechselkleidung und warme Kleidung zum drüber ziehen
  • Notfallset und Rettungsdecke

Wer in alpinem Gelände unterwegs ist, benötigt zusätzlich noch folgende Ausrüstungsgegenstände:

  • LVS-Gerät
  • Lawinenschaufel
  • Sonde
  • Gegebenenfalls Lawinenairbag
Quelle: Outdooractive Redaktion
Naturverträgliches Schneeschuhwandern

Wer in der Natur unterwegs ist, sollte Rücksicht auf die Umwelt und seine Bewohner nehmen. Die beiden Projekte vom Alpenverein „ RespekTiere deine Grenzen “ und „ Skibergsteigen umweltfreundlich “ haben zum Ziel, den Konflikt zwischen Mensch und Natur beim Schneeschuhwandern und Skibergsteigen zu lösen. Im Rahmen dieser Projekte wurden bereits zahlreiche Wald-Wild-Schongebiete ausgewiesen, um einerseits bedrohte Tierarten – wie die Raufußhühner, zu denen Birkhühner, Auer- und Schneehühner gehören– sowie jungen Baumbestand zu schützen, andererseits aber auch den Wintersportlern die Möglichkeit zu geben, naturverträglich draußen unterwegs zu sein. Die zehn wichtigsten Regeln zum naturverträglichen Schneeschuhwandern und Skibergsteigen wurden vom Deutschen Alpenverein folgendermaßen zusammengefasst:

  • Markierungen, Hinweise und Routenempfehlungen des DAV-Projektes "Skibergsteigen umweltfreundlich" beachten.
  • Schutz- und Schongebiete für Pflanzen und Tiere respektieren, Lärm vermeiden.
  • Lebensräume erkennen: Wildtieren möglichst ausweichen, sie nur aus der Distanz beobachten, Futterstellen umgehen, Hunde anleinen.
  • Im Hochwinter Gipfel, Rücken und Grate vor 10 Uhr und nach 16 Uhr meiden.
  • In Waldgebieten und an der Waldgrenze auf üblichen Skirouten, Forst- und Wanderwegen bleiben, Abstand zu Baum- und Strauchgruppen halten.
  • Aufforstungen und Jungwald schonen.
  • Umweltschonend anreisen: mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren oder Fahrgemeinschaften bilden, ausgewiesene Parkplätze benutzen, keine Zufahrten blockieren.
  • Eher mehrtägige Aufenthalte als häufige Tagestouren planen, das gastronomische Angebot vor Ort nutzen.
  • Touren mit Führern und Karten planen, die das DAV-Gütesiegel "Naturverträgliche Skitouren/Wintertouren" tragen, sich über Natur und Kultur des Zielgebietes informieren.
  • Die Regeln für Skitouren auf Pisten beachten
Quelle: Outdooractive Redaktion
Tipps zum Planen und Durchführen von alpinen Schneeschuhtouren

Handelt sich bei der Schneeschuhwanderung um eine Tour abseits der Wege im freien Gelände, ist folgendes Vorgehen ratsam:

Vor der Tour:
  • Informiere Dich vor der Tour über Wetter- und Lawinenverhältnisse
  • Plane Deine Tour sorgfältig
  • Beachte die Gelände- und Routenwahl sowie die Gruppengröße
  • Erstelle einen Zeitplan und plane eine Alternativroute
  • Informiere Angehörige oder Freunde über die Tour

Während der Tour:

  • Halte in Hängen über 30°einen Abstand von 10 m zu anderen
  • Beobachte das Gelände und das Wetter
  • Beachte Hinweisschilder und Schutzgebiete
Training für Schneeschuhtouren

Die gleichmäßige Bewegung beim Schneeschuhwandern ist optimales Training und gilt als ganzheitliches Training für Körper und Geist. Wer auf Schneeschuhen durch die weiße Winterlandschaft läuft, befreit Schritt für Schritt seinen Geist vom Ballast des Alltags. Schneeschuhwandern ist aber auch eine Ausdauersportart, die den ganzen Körper trainiert. Dabei profitieren das Herz-Kreislauf-System und der Blutdruck am meisten. Durch den Stockeinsatz werden bis zu 85 Prozent aller Muskeln im Körper gefordert und das gleichmäßige gehen fördert die Durchblutung, wodurch das Blut gut aus den Beinen zum Herzen zurückfließt.

Wer lieber sanft trainiert oder Schneeschuh-Einsteiger ist, unternimmt zunächst leichte Spaziergänge auf Winterwanderwegen ohne große Höhenunterschiede und steigert kontinuierlich Länge und Höhenmeter. Für alpine Schneeschuhtouren ist es aber wichtig, dass man Kraft, Beweglichkeit und in erster Linie Ausdauer besitzt. Die Ausdauer sollte dabei nicht nur für den Aufstieg, sondern auch für den Abstieg reichen. Ausdauertraining und das Kennen seiner Kraftreserven ist daher äußerst wichtig.

Ausdauertraining für alpine Schneeschuhtouren sollte man wenigstens zwei Mal je Woche für jeweilig 45 Minuten bis zu 60 Minuten machen. Dabei muss man nicht immer mit Schneeschuhen unterwegs sein. Auch ausgedehnte Spaziergänge, Nordic Walking, Joggen oder Wanderungen haben einen positiven Trainingseffekt. Dabei ist es wichtig, nicht zu ambitioniert zu trainieren. Gerade für Anfänger kann es bedenklich werden, falls man zu eifrig trainiert. Der Herzschlag sollte dabei für Einsteiger maximal 60 % und für Erfahrene maximal 80 % des Wertes der Maximalpuls-Formel "200 minus Alter" betragen. Wird konsequent trainiert, stellen sich nach sechs bis zehn Wochen die ersten positiven Effekte ein.

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