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Reisebericht Herausforderung und besonderes Erlebnis: allein wandern

  • Das ganze Hosenbein war mit Blut getränkt.
    Das ganze Hosenbein war mit Blut getränkt.
    Autor: Erika Spengler, Quelle: © ulligunde.com
  • Weil das Leben viel schneller zu Ende sein kann, als man denkt.
    Weil das Leben viel schneller zu Ende sein kann, als man denkt.
    Autor: Erika Spengler, Quelle: © ulligunde.com
   
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06.06.2012 Reisebericht
Erika Spengler, Bloggerin, outdooractive.com-Redakteurin und leidenschaftliche Bergsportlerin sammelte bereits in  Ländern wie Neuseeland, Tasmanien und Skandinavien Trekking-Erfahrung. Momentan bereitet sie sich auf ihren sechswöchigen Track auf dem Via Alpina vor – einem alpinen Pfad, der sich auf 5.000 Kilometern von Monaco über den gesamten Alpenkamm bis nach Triest erstreckt. Anfang Juli wird sie am Fuße des Mont Blanc beginnen und ihre Erlebnisse in regelmäßigen Berichten auf ihrem Blog www.ulligunde.com beschreiben. Bis dahin erklärt sie auf outdooractive.com noch die wichtigsten Tipps und Tricks rund um das Thema Trekking. Wir wünschen ihr schon jetzt viel Erfolg und gutes Gelingen!
Etwas solo zu machen ist immer eine größere Herausforderung. Man kann seine Entscheidungen nicht absprechen, hat niemanden, der einen motiviert und keine helfende Hand bei einem Unfall. Andererseits ist es aber auch eine spannende Herausforderung, denn es ist ein völlig anderes Erlebnis, ohne Mitwanderer in der Natur unterwegs zu sein. Man ist auf sich selbst gestellt und nimmt seine Umgebung völlig anders wahr. Allein die Stille eines Gipfels oder den Sonnenuntergang in einer atemberaubenden Landschaft zu erleben, ist ein unvergessliches Erlebnis. Allein in einer brenzligen Situation zu sein, ohne eine helfende Hand, ist allerdings ebenso unvergesslich.

Weil das Leben viel schneller zu Ende sein kann, als man denkt.

Weil das Leben viel schneller zu Ende sein kann, als man denkt.
Autor: Erika Spengler
Quelle: © ulligunde.com
Häufig ist allerdings die Entscheidung, ohne einen Partner loszuziehen, nicht freiwillig. Denn wenn man keinen gemeinsamen Termin oder keinen passenden Mitreisenden findet, hat man die Wahl, ob man es entweder ganz sein lässt oder es eben doch versucht. Schließlich hört jeder die Uhr ticken und keiner möchte am Ende sagen müssen: „ach, hätte ich doch nur…“. Eben aus dieser Motivation reiste ich allein nach Tasmanien und Neuseeland und unternahm zahlreiche Touren solo. Nicht, weil ich besonders scharf darauf war, auf mich allein gestellt zu sein (besonders auf einer Insel mit tödlich giftigen Schlangen) und  durch die Wildnis zu robben, sondern vielmehr, weil das Leben schneller zu Ende sein kann, als man denkt. An diesem Punkt etwas noch gerne gemacht haben zu wollen ist ein unerfüllbarer Wunsch und ein schwer ertragbares Gefühl.

Das ganze Hosenbein war mit Blut getränkt.

Das ganze Hosenbein war mit Blut getränkt.
Autor: Erika Spengler
Quelle: © ulligunde.com
Vor meiner Ozeanien-Reise war ich schon öfter allein in den Bergen unterwegs – meine erste Mehrtagestour (Cape-Pillar-Track)auf Tasmanien war jedoch trotz herrlichstem Wetter eher eine Tortur. Den ganzen Tag in so dichtem Urwald zu wandern, wo weder Himmel noch entferntere Umgebung erkennbar sind, ist eine Herausforderung, die ich selbst unterschätzt habe. Wenn dann nach zwei Tagesmärschen plötzlich das ganze Hosenbein von Blut getränkt ist und man vor lauter Blut nicht bestimmen  kann, ob es ein Blutegel, eine giftige Schlange oder nur eine Schnittwunde war, wird einem natürlich mulmig! Dennoch möchte ich diese Situation nicht missen, denn während dieser Stunden lernte ich sehr viel über mich. (Es war übrigens ein Blutegel. Schlangebisse bluten nicht so stark.)

Dennoch halte ich Trekking allein nicht für besonders gefährlich – ein Partner hätte in der oben beschriebenen Situation ebenfalls wenig machen können, die nächste Zivilisation war gut zwei Tagesetappen entfernt. Es ist eher die psychische Herausforderung, vor allem nachts. Allein mitten in der Nacht in der Natur zu sein,  ist für viele ein Albtraum. Wie sich der eigene Kopf in solchen Situationen verhält, kann man ganz gut ausprobieren, indem man eine Nacht allein draußen verbringt – ein schöner Hügel, ein romantischer Fluss oder eine kleine Baumgruppe in der Nähe des eigenen Wohnorts. Wildes Campen ist in Deutschland häufig nicht gern gesehen, wer allerdings in der Dämmerung sein Zelt aufbaut und mit den ersten Sonnenstrahlen den Platz so verlässt, wie er ihn vorgefunden hat (Müll und ggf. Toilettenpapier mitnehmen, kein Feuer machen!), dürfte keine Probleme damit bekommen. Wer Gefallen daran findet, kann sich dann an immer längere Wanderungen wagen, denn je weiter die Zivilisation entfernt ist, desto geringer sind gewisse Gefahren.

Wer Angst vor den vielen nächtlichen Geräuschen hat, kann sich auch Oropax mitnehmen, denn die objektive Gefahr, dass man in Deutschland von einem Fuchs aufgefressen oder von Wieseln davongetragen wird, ist  gering.

Intensiv und durch und durch positiv

Fest steht natürlich, dass man in einer gewissen Weise dafür gemacht sein muss. Aber woher soll man das wissen, wenn man es nicht ausprobiert? Es ist immer spannend, sich einer neuen Herausforderung zu stellen, besonders wenn sie mit gewissen Ängsten und Überwindung einhergeht. Wenn man dann solch eine Situation erfolgreich gemeistert hat, kann man wirklich stolz auf sich sein! Und genau dieses Gefühl, sich zu überwinden und dadurch etwas zu schaffen, ist ein einmaliges, sehr intensives Gefühl, das lange anhält. Wohl ähnlich intensiv, wie wenn man am Lebensende steht und sich denkt: “…ach hätte ich nur”. Ähnlich intensiv – aber durch und durch positiv. Eine Frage an euch: Wann habt ihr euch das letzte Mal einer Herausforderung gestellt, die euch Überwindung gekostet hat? Beim Klettersteig? Auf einer Wanderung? In einem dunkeln Flur? Ich freu’ mich auf eure Antworten!
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