Jule Gross (2)
| Begehung: 17.08.2009
| Bewertung: gut
Spontan habe ich mich am 17.08.09 auf den Weg gemacht. Zug von Berlin bis Eisnhüttenstadt und dann von dort die Runde. Der Weg beginnt gemütlich die Oder entlang. Ein Teil war gesperrt aber Richtung Neuzelle ausgeschildert. So hieß es nur, eine Abkürzung zu nehmen. Bis dahin habe ich von der Beschilderung des Radweges nichts gefunden. Neuzelle war der erste und sehr beeindruckende Stop. Ab dort begann die Verwirrung, da keinerlei Ausschilderung mehr vorhanden war. Hinter Neuzelle aber endlich: Der Mönch auf dem Rad. Nach einer Steigung auf nicht allzugutem "Fahrradweg" (vermutlich bereits 50 Jahre alt oder so) geht es weiter...ab dort, gerade hügelige Wege. Man braucht kein Mountainbike. Einsamkeit und jede Menge Natur.
Im Naturpark Schlaubetal bin ich etwas anders gefahren. Ab Schlaubemühle den Schlaube hoch zur Bremsdorfer Mühle. Den Weg kann man gut, mit einigermaßem robusten Rad fahren, ein schöner Stop dann die Bremsdorfer Mühle. Dort gibt es eine Jugendherberge und einen Zeltplatz, der allerdings etwas düster erscheint. Weiter also Richtung Försterrei Siedichum und Kupferhammer. Auf breiten Waldwegen am Großen Treppelsee entlang. Ich habe mich für die Übernachtung auf dem Zeltplatz Schervenzsee entschieden. Sehr schöner sauberer Zeltplatz, mit extra Revier für Zelter, sehr guten Sanitäranlagen, kostenlosem Trinkwasser und freundlichem Personal. Das Gewitter über Nacht hat sicher niemand eingeplant.
Am nächsten Morgen über Kupferhammer und Mixdorf wieder auf dem Mönchweg. Viele Steigungen und mit Gepäck auch einigem Geschnaufe Ankunft in Müllrose. Ab hier gibt es keine Steigungen mehr, aber auch keine Ausschilderung. Einfach dem allgemeinen Fahrradzeichen folgen. Es geht durch Wälder und kleine Dörfer entlang diverser ehemaliger Mühlenorte. Wunderschön! Dann zum Friedrich-Wilhelm-Kanal und von dort (idyllischer geht es kaum) immer auf einem guten Radweg entlang. Im Beeskow-Finkenheerd allerdings gibt es gar keine Wegweiser. Ergebnis ist, dass ich zu weit fahre, also Blick auf die Karte, die unbedingt dabei sein sollte und die Brücke gesucht, die uns wieder zur Oder führen soll. Endlich, mehr durch Zufall ist die Brücke gefunden. Mit ihr übrigens auch eine Bed&Bike Unterkunft. Die Brücke allerdings ist gesperrt und keinerlei Hinweis, wie nun sonst rüber. Wieder mit Karte und Improvisation den ganzen Weg zurück und über Wiesenau dann endlich Richtung Oder. In Wiesenau gibt es dann endlich auch ein Zeichen zur Umleidung auf den Oder-Neiße-Radweg, der auch für eine Weile der unsrige ist. Über nicht ganz so spannende Felder, mit ein paar neugierigen Kühen in Ställen geht es wieder zur Oder und Richtung Süden. Hier kann man auf einigen Stellen auch noch direkt auf dem Deich fahren, so dass man viel Natur, Wasser und Getier mitbekommt. Irgendwann landet man dann wieder in Eisenhüttenstadt, dort nur rechts zum Bahnhof rein. Das Rad geschleppt (es gibt keine Aufzüge, nur ein paar Bretter auf den Treppen) und wieder in die Bahn nach Berlin.
Eine zwar anstrengende aber unglaublich abwechslungsreiche, großartige Tour! Ich fahre sie mit Sicherheit noch einmal.
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