Pilgerwege

Pilgerweg_1

Wallfahrt und Pilgerschaft sind die wohl ursprünglichste Form des Wanderns. Noch lange bevor Menschen gezielt Wanderungen unternahmen oder auch nur ihre Freizeit in der Natur verbrachten, suchten sie weit entfernte religiöse Orte auf – um zu danken, zu büßen oder Hilfe zu erbitten. Gerade in säkularisierten Gesellschaften wie der Unseren wird Pilgern jedoch heute eher als eine Art Wandern verstanden, und liegt spätestens seit dem Erscheinen des Buches „Ich bin dann mal weg“ von Hape Kerkeling stark im Trend. Für zahlreiche Menschen ist es ein ganz besonderes Erlebnis, einmal auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela oder über die Alpen in die ewige Stadt Rom zu wandern.


Quelle: Outdooractive Redaktion
Aber was unterscheidet denn nun einen Fernwanderweg von einem Pilgerweg? Eigentlich ist die Antwort auf diese Frage recht simpel. Am Ende der Strecke wartet auf die Pilger ein religiöser Ort, wie zum Beispiel eine Kirche, ein Tempel, eine Opferstätte oder eine Reliquie. Und nicht nur das Ziel ist von Bedeutung, auch der Weg dorthin wird durch Gebete und das Tragen religiöser zelebriert. Bei vielen Pilgern stehen auch heute noch religiöse Gründe im Vordergrund. Doch die Zahl derer, die sich Zeit und Raum für sich selbst nehmen, neue Kulturen entdecken und Menschen kennen lernen möchten oder auf einfach der Suche nach einem fordernden Outdoorerlebnis sind, steigt eben gleichzeitig immer mehr an.  

Die Geschichte des Pilgerns…

…ist wohl genauso lang, wie die Geschichte der Menschheit selbst. Schon in der Antike pilgerten die Menschen zu heiligen Stätten wie dem Orakel von Delphi oder dem Tempel der Artemis. Die frühen Christen machten sich etwa ab dem 4. Jahrhundert auf nach Jerusalem, wo angeblich die Kreuzreliquien gefunden wurden und wenig später auch nach Rom zu den Gräbern der Apostel Petrus und Paulus.

Im frühen Mittelalter war Santiago de Compostela das vornehmliche Pilgerziel Europas, nachdem man dort um 820 das vermeintliche Grab des Heiligen Jakob gefunden hatte. Und auch die Route nach Jerusalem weitete sich immer weiter aus, als die Kreuzfahrer – die sich als bewaffnete Pilger verstanden – ins Heilige Land zogen.

Als Pilger der etwas anderen Art kann man die englischen Puritaner („Pilgerväter“) bezeichnen, die im Jahre 1620 nach Amerika segelten um dort eine Kolonie zu gründen, in der sie endlich die ersehnte Glaubensfreiheit praktizieren konnten.

Pilgern im Christentum

Pilgern im Christentum
Quelle: Outdooractive Redaktion
Die Pilgerschaft kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Demensprechend groß ist auch die Zahl an Bräuchen rund um die Wallfahrt. Zu Beginn steht meistens ein Aussendungsgottesdienst, in dem die Pilger den Segen für die bevorstehende Reise empfangen. Bis zum 13. Jahrhundert wurde die Pilgerreise nach Santiago de Compostela durch eine Muschel beglaubigt, die fortan am Hut getragen wurde. Heutzutage erhalten die Pilger am Ziel eine Urkunde – die Pilgermuschel gilt aber weiterhin als Erkennungszeichen.

Pilgern in anderen Religionen

Pilgern in anderen Religionen
Quelle: Outdooractive Redaktion
Pilgerwege gibt es eigentlich – auch wenn viele noch kaum touristisch erschlossen sind und fast ausschließlich von Geistlichen und einheimischen Pilgern benutzt werden. So kommen zum Beispiel jeden Sommer bei Vollmond dutzende Schamanen auf dem 3800 m hohen Kalinchok zusammen, um die Rückkehr der Götter zu feiern und ihnen Tieropfer darzubringen.

Wesentlich bekannter sind die großen Pilgerziele des Islam: Mekka und Medina. Eine der fünf Säulen, auf denen die Religion basiert, ist der Haddsch, demzufolge ein gläubiger Muslim einmal in seinem Leben zur Kaaba in Mekka pilgern muss. Die Reise wird oft mit der Wallfahrt zum Grab Mohammeds in Medina verbunden.

Im Buddhismus gibt es vier heilige Stätten, die alle mit dem Leben und Wirken Buddhas in Verbindung stehen. Juden pilgerten in der Antike zum Tempel von Jerusalem, bis dieser 70 n. Chr. zerstört wurde. Übrig ist nur die Klagemauer, deren Besuch aber nicht im eigentlichen Sinne als Wallfahrt oder Pilgerreise gewertet wird.

Nichtreligiöse Ziele

Seit dem 18. Jahrhundert gab es erste Pilgerreisen, die zwar als solche bezeichnet wurden, nicht aber zu religiösen Zielen führten, sondern zu weltlichen. Im Zeitalter der Romantik unternahmen Kunstliebhaber Reisen zu gefeierten Künstlern und selbst im heutigen Starkult spricht man zeitweise vom „pilgern“, wenn sich Millionen Fans zum Wohnort ihres Stars aufmachen.

Nennenswert ist an dieser Stelle auch der Ökumenische Pilgerweg für Klimagerechtigkeit, eine Bewegung, mit der 2015 etwa 7000 Menschen zum Klimagipfel nach Paris „pilgerten“, um ein Zeichen für ein weitreichendes und verbindliches Klimaabkommen zu setzen.

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Autor:  Patrick Küpper
Quelle:  Outdooractive Redaktion

 

Nun, da wir grundlegende Informationen über das Pilgern gesammelt haben, steht einem eigenen Abenteuer nichts mehr im Wege. Die bekanntesten Pilgerwege haben wir hier zusammengetragen.

 

Der Spanische Jakobsweg (Camino de Santiago oder auch Camino Francés) führt in seiner klassischen Variante von den Pyrenäen bis nach Santiago de Compostela. Er ist knapp 800 km lang und wird üblicherweise in 32 Tagesetappen aufgeteilt. Daneben gibt es schon in Spanien zahlreiche Alternativrouten, sowie einen portugiesischen Jakobsweg, der von Lissabon oder wahlweise von Porto nach Santiago führt.

 

Und auch in zahlreichen anderen Europäischen Regionen gibt es Verbindungen des Jakobsweges, beispielsweise der Abschniss Saar-Blis-Mosel im Saarland oder der Kunigundenweg im Fränkischen Weinland. 

22.05.12
Mehrtägige Wanderung auf dem Jakobsweg
äStrecke 120,0 km

PDauer 33:00 Std.

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Quelle:  Outdooractive Redaktion

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Autor:  Malin Frank
Quelle:  Outdooractive Redaktion

Der Franziskusweg verläuft quer durch Mittelitalien nach Assisi, der Hauptwirkungsstätte des Heiligen Franz von Assisi. Ganz nebenbei lernen wir auf den 14 Etappen die wunderschöne Landschaft der Toskana kennen und kommen an zahlreichen Klöstern, kleinne Dörfern und Städten mit kulturellen Highlights vorbei, die von der langen weltlichen und geistlichen Geschichte der Region zeugen.

Die Ausrüstung eines Pilgers

Die Ausrüstung eines Pilgers
Quelle: Outdooractive Redaktion
Früher waren Pilger traditionell mit einem langen Mantel, einem breitkrempigen Hut und einem Pilgerstab ausgestattet, wer nach Santiago de Compostela unterwegs war heute wandern die meisten in praktischer Outdoorkleidung.

Wie beim Fernwandern sollte man auch beim Pilgern darauf achten, nicht zu viel einzupacken. Nachdem man in den meisten Fällen von Herberge zu Herberge (oder – sofern man in der gehobenen Variante unterwegs ist – auch von Hotel zu Hotel) unterwegs ist, ist ein Rucksack von bis zu 8 kg normal. Die Übernachtungen sollten übrigens vorgebucht werden, wenn man nicht als letzter in der Herberge eintreffen will und dann ins Notlager verfrachtet wird.

Was auf jeden Fall zu einem Pilger gehört ist der Pilgerausweis. In ihm stehen Name, Ziel und manchmal die Fortbewegungsart und es wird um Hilfe und Unterstützung seines Anliegens gebeten. Der Pilgerausweis dient dem Nachweis der erfolgreichen Pilgerschaft und gilt gleichzeitig als Nachweis für Herbergen.

 

Kleidung

  • 2 T-Shirts (eines zum Laufen, eines für die Hütte. Diese Reihenfolge natürlich einhalten, also nicht am nächsten Tag das Hüttenhemd zum Laufen anziehen, sonst wird’s abends eklig. Man kann das Laufhemd auch abends noch kurz waschen – selbst wenn es nicht ganz trocken wird, kann man es morgens trotzdem anziehen, denn nach spätestens einer Stunde ist es eh wieder so nass wie am Tag zuvor)
  • 1 Longsleeve/Midlayer
  • 2 Hosen: eine lange, eine kurze (oder eine Zipperhose)
  • 2 Paar Socken (auch hier: ein Paar Laufsocken, eines für abends in der Hütte)
  • Mütze und dünne Handschuhe (gehört standardmäßig in jeden Rucksack!)
  • Regenjacke und –hose
  • Feste und bequeme Wanderschuhe (vorher einlaufen!)
  • (Trekking)Sandalen

Hardware

  • Trinkflasche
  • kleines Taschenmesser und Feuerzeug
  • Sonnenbrille und Sonnencreme
  • Wanderkarten (mindestens im Maßstab 1:50.000, noch besser 1:25.000)
  • Erste Hilfe-Set
  • Handy (vorher Notfallnummern notieren und ggf. einspeichern)
  • Stirnlampe
  • Hygieneartikel (kleines Handtuch, z.B. aus Mikrofaser, Zahnputzzeug, Seife)

Notrufnummern und Alpines Notsignal

 

Notrufnummern

  • Rettungsdienst in allen europäischen Ländern: 112
  • Österreich - Bergrettungsdienst: 140
  • Schweiz - Rettungsdienst: 144
  • Schweizer REGA (Schweizer Rettungsflugwacht): 1414, aus dem Ausland: (+41) 333 333 333
  • Frankreich - zentraler Notruf: 15
  • Italien, Südtirol - Rettungsdienst / Bergrettung: 118
  • Slowenien: 

Alpines Notsignal  

  • Hör- oder sichtbares Zeichen/Rufen, sechs Mal innerhalb einer Minute
  • Signal jeweils nach einer Minute Pause wiederholen
  • Antwortzeichen erfolgt drei Mal pro Minute

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