Der erste Teil des spanischen Jakobswegs führt uns in zwölf Etappen vom französischen Saint-Jean-Pied-de-Port über die Pyrenäen und durch Navarra in die Rebenlandschaft von Rioja. Durch die schattenlose, von Getreidefeldern geprägte Rioja Alta und über die Montes de Oca geht es in die kastilische Kulturstadt Burgos.
Camino francés - das ist der Name des spanischen Jakobswegs, der die Pilger durch den Norden der Iberischen Halbinsel bis nach Santiago de Compostela führt. Wir wollen den historischen Pilgerweg in drei Abschnitten mit insgesamt 33 Tagesetappen begehen. Dieses erste Teilstück führt uns von den Pyrenäen in zwölf Tagen bis ins kastilische Burgos. Als Zugang zum Camino francés wählen wir den Navarrischen Weg von Saint-Jean-Pied-de-Port im französischen Baskenland über die Pyrenäen. In Puente la Reina trifft dieser mit dem zweiten Pyrenäenweg, dem von Somport ausgehenden Aragonischen Weg, zusammen und verläuft nun als Camino francés in Richtung Santiago de Compostela. Dabei wandern wir durch die Landschaft Navarras, in die Weinregion Rioja sowie nach Castilla y León - wo wir die bewaldeten Züge der Montes de Oca überqueren und uns der kargen kastilischen Hochebene, der Meseta, nähern. Bekannte Stationen entlang unseres Weges sind das Kloster Roncesvalles, die Stierkampfstadt Pamplona, Estella (das „Toledo des Nordens“), das Kloster von Irache, Logroño, Santo Domingo de la Calzada (bekannt durch das Hühnerwunder) und Atapuerca mit seinen 800000 Jahre alten, archäologischen Funden. Krönender Abschluss des ersten Teils des Jakobsweges ist die Stadt Burgos, deren Kathedrale zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Der Weg ist durchgehend mit gelben Pfeilen und/oder dem Symbol der Jakobsmuschel gekennzeichnet. In Frankreich finden sich neben der typischen Jakobswegmarkierung auch die rot-weißen Markierungen des Fernwanderwegs GR 65.
Etappe 1 – Von Saint-Jean-Pied-de-Port nach Roncesvalles (8:30 h)
Wir starten unsere erste Etappe im Zentrum von Saint-Jean-Pied-de-Port, passieren das Stadttor, überqueren den Fluss Nive und verlassen die Altstadt durch die Porte d’Espagne. An der zweiten Abzweigung halten wir uns schräg rechts und wandern auf einer Asphaltstraße stets in südliche Richtung, wobei wir uns neben der Jakobsmuschel an den rot-weißen Markierungen des Fernwanderwegs GR 65 orientieren können. Unser Weg schlängelt sich an einigen Bauernhöfen vorbei durch die Felder. In einer S-Kurve am Rand eines Wäldchens gabelt sich die Asphaltstraße – wir folgen der Beschilderung „Roncevaux“ (so heißt unser Etappenziel auf Französisch) nach rechts. Der nun ansteigende Weg beschreibt einen Rechtsbogen, knickt vor einem Waldstück nach links ab und führt uns weiter bergan zum Weiler Honto, den wir nach gut eineinhalb Stunden erreichen. Hinter der kleinen Ansiedlung können wir die Asphaltstraße für kurze Zeit verlassen und auf einem links abzweigenden Trampelpfad in Serpentinen auf den vor uns liegenden, in südliche Richtung verlaufenden Bergrücken hinaufsteigen. Oben treffen wir wieder auf die Straße und folgen ihr nun entlang des Rückens nach Süden, wobei wir nach insgesamt drei Stunden Laufzeit die Herberge „Refuge Orisson“ passieren. Sie wurde an der Stelle eines ehemaligen Pilgerhospizes errichtet. Wir wandern auf dem Sträßchen durch eine S-Kurve, erspähen an der nächsten Gabelung links des Weges, etwas versteckt auf einer Felsformation, die Marienstatue Vierge d’Orrisson oder Vierge de Biakorri und orientieren uns dort nach rechts. Die Ruinen in der Nähe gehören zum ehemaligen Château Pignon, einer spanischen Festung aus dem 16. Jahrhundert. Nun folgen wir weiter unserer Straße, wählen an der nächsten Straßengabelung den linken Abzweig und wandern über den Col d’Elhursaro weiter. Auf unserem Weg durch die Weidelandschaft begegnen wir bestimmt den langhaarigen Manech-Schafen, die typisch für diese Region sind. Gut eine Stunde später – wir wandern gerade auf den markanten Pic de Leizar Athéka zu – zweigt rechter Hand ein Pfad ab, der sich an dessen Westflanke entlang zieht. Auf diesem verlassen wir die Asphaltstraße und wandern auf dem Fußweg weiter – das moderne Steinkreuz Thibault, an dem viele Pilger Erinnerungsstücke hinterlassen haben, zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Hinter dem Col de Bentarte erreichen wir die spanisch-französische Grenze und folgen ihrem Verlauf ein kurzes Stück nach links, bevor wir am Rolandsbrunnen vorbeiwandern, uns danach rechts halten und nun nach ungefähr fünf Stunden Fußmarsch die Grenze zwischen Spanien und Frankreich passieren. Unsere Route beschreibt eine Linkskurve und knickt vor einem Waldstück nach rechts ab, so dass wir unseren Weg nun in westliche Richtung fortsetzen. Am Wegesrand sehen wir die Ruinen der kleinen Kapelle von Elizaxar. Wir treffen an einem Waldstück auf einen breiteren Weg und folgen diesem nach links, wobei wir uns nun wieder in Richtung Süden orientieren und kurz darauf den Col d’Intzondorre passieren. Alle Abzweige nach links oder rechts ignorierend, gelangen wir so am Mendi Chipi vorbei zum höchsten Punkt unserer Etappe, den Col de Leopoeder, der in früheren Zeiten als Cisa-Pass bekannt war. Nun sind wir bereits sechseinhalb bis sieben Stunden gewandert und können unser Ziel tief im Tal unter uns liegen sehen. Ein Holzschild verweist hier auf einen Pfad, der auf direktem Weg steil bergab durch den Wald nach Roncesvalles (auf baskisch Orreaga) führt. Da dieses Gelände besonders bei schlechten Wetterbedingungen unwegig ist, halten wir uns rechts, folgen wenige hundert Meter der Straße nach Roncesvalles/Orreaga und biegen nach etwa 1 km nach rechts in einen leicht zu übersehenden Pfad ein. Dieser führt uns in einen schönen Buchenwald und zum geschichtsträchtigen Ibañeta-Pass, an dem im Jahr 778 der Ritter Roland im Kampf gegen die „Ungläubigen“ gefallen sein soll. Der Pass galt im Mittelalter als wichtigster Pyrenäenübergang, zahlreiche Pilger überquerten hier das Gebirge. An der Stelle befand sich im 11. Jahrhundert die Abtei San Salvador, an die heute nur noch die moderne Capilla del Salvador erinnert. Ein Rolandsdenkmal wurde zu Ehren des Ritters aufgestellt. Nun ist es nur noch eine halbe Stunde Fußweg zur Abtei von Roncesvalles, die wir nach insgesamt achteinhalb Stunden erreichen. Sie wurde im 12. Jahrhundert, etwa 100 Jahre nach Auflösung des Salvator-Klosters am Ibañeta-Pass, erbaut und war mit ihrem Pilgerhospiz von jeher eine wichtige Station des Jakobswegs. Hier können wir in der historischen Casa Itzandeiga aus dem 13. Jahrhundert unter einem Gewölbe im gotischen Stil übernachten. Die schöne gotische Abteikirche Colegiata de Santa María aus dem 13./14. ist von 8-20 Uhr geöffnet, danach wird in der Abendmesse dort der traditionelle Pilgersegen ausgeteilt. Das älteste Gebäude der Abtei ist die Wallfahrtskapelle Capilla del Espíritu Santo – ein ehemaliges Beinhaus aus dem 12. Jahrhundert, das einer Legende nach von Karl dem Großen als Grab für den gefallenen Ritter Roland errichtet worden sein soll.
Etappe 2 – Von Roncesvalles nach Larrasoaña (7:45 h)
Unsere Etappe beginnt in der Abtei Roncesvalles. Von dort wandern wir ein kurzes Stück auf der Straße N135 in Richtung Pamplona, bis rechter Hand ein schöner Waldpfad abzweigt, der einige Meter von der Straße entfernt in südliche Richtung verläuft. Nach etwa 45 Minuten erreichen wir einige Häuser, halten uns dort links, stoßen wieder auf die N135 und durchwandern auf ihr den malerischen Ort Burguete (bask. Auritz) mit seinen typisch navarrischen Häusern. Vor dem Ortsausgang biegen wir nach rechts ab und folgen nun einem Feldweg durch Weiden sowie kleine Waldstücke und über eine Anhöhe nach Espinal (bask. Aurizberri), das wir in südwestlicher Richtung wieder verlassen. Unser Weg schwenkt nach rechts und wir erreichen über einen Bergrücken den Mekritz-Pass, wo wir die N135 überqueren. Hier findet sich eine kleine Marienfigur der Nuestra Señora de Roncesvalles und wir wenden uns nach links. Rechts der Straße wandern wir auf einem erst breiten, dann schmaler werdenden Pfad durch schönen Buchenwald. Schließlich treffen wir auf eine Kurve der Asphaltstraße, setzen unseren Weg aber auf dem Waldpfad durch das dichte Grün fort. Unser Weg ist nun mit Platten gepflastert. Absteigend geht es zu einer Furt des Río Erro, wo wir erneut auf die N135 treffen. Nun wieder näher an ihrem Verlauf wandern wir auf dem Plattenweg in Richtung Südwesten und kommen nach insgesamt drei Stunden nach Bizkaretta-Gerendiain (span. Viscarret). Auch dieses schöne Bergdorf mit der Kirche San Pedro aus dem 13. Jahrhundert durchqueren wir. Wir orientieren uns noch eine Weile an der N135, wandern dabei aber auf Fußwegen links und rechts der Straße. Mehrere hundert Meter hinter dem Ortsausgang weicht die Straße nach links, wir halten uns aber geradeaus und laufen geradewegs auf Lintzoain zu. Die romanische Kirche des Ortes stammt aus dem 13. Jahrhundert und ist dem Heiligen Saturnino geweiht. Hinter Litzoain geht es in gleich bleibender Richtung erst durch Felder, später durch Wald über eine Straße hinweg auf einen Bergrücken hinauf. Wir queren erneut eine Straße und setzen unsere Wanderung durch den Wald fort. Unsere Route beschreibt nun eine Linkskurve und verläuft in südliche Richtung. Dabei passieren wir die „Pasos de Roldán“, die Schritte Rolands. Dies sind längliche Findlinge, die dem riesigen Schrittmaß Rolands entsprechen sollen. Unser Weg wird zu einem Fahrweg und kreuzt am Erro-Pass die N135. Wenige Meter hinter der Straße zweigt rechts ein Waldweg ab, auf dem wir sanft abwärts wandern und die Ruinen des ehemaligen Gasthofes Venta del Puerto passieren. Unser Weg, der nun steiler wird und sich als Hohlweg tief in das Erdreich gegraben hat, bringt uns hinunter nach Zubiri, das wir nach etwa sechs Stunden Gehzeit erreichen. Hier können wir uns mit Lebensmitteln versorgen, einkehren und auch eine Herberge für die Nacht finden. Wir wollen aber heute noch einige Kilometer bewältigen, halten uns deshalb vor der Brücke über den Río Arga links und wandern nun parallel zum Fluss und zur N135, die beide rechts von uns verlaufen, in südwestliche Richtung nach Larrasoaña, wo wir diese Etappe beenden. Dabei passieren wir in einer Senke eine Magnesitfabrik, steigen dahinter zum malerischen Weiler Ilarratz hinauf, wandern an der ehemaligen Einsiedelei Santa Lucía (heute ein Bauernhof) vorbei hinab nach Eskirotz und von dort durch Wiesen an das Ufer der Arga bei Larrasoaña. Nach siebeneinhalb bis acht Stunden betreten wir den Ort über die mittelalterliche Brücke und finden in der örtlichen Herberge oder der linker Hand gelegenen Pension El Peregrino eine Übernachtungsmöglichkeit.
Etappe 3 – Von Larrasoaña nach Pamplona (4:15 h)
In Larrasoaña am Río Arga beginnen wir unsere Etappe, die uns durch das Argatal bis in die Stierkampfstadt Pamplona führt. Über die mittelalterliche Brücke verlassen wir den Ort und wenden uns dahinter nach rechts, um über ein Asphaltsträßchen nach Akerreta aufzusteigen. Dort geht es an der Kirche rechts wieder leicht bergab. Wir wandern durch Felder, queren eine Straße und setzen unseren Weg geradeaus durch ein Waldstück fort, bis wir nahe dem Weiler Zuriain auf den Río Arga treffen und auf einem ufernahen Weg, flussabwärts laufend, den kleinen Ort passieren. Am Ortsende queren wir den Fluss auf einer Brücke und folgen nun der N135, bevor wir nach einigen hundert Metern wieder auf die andere Flussseite wechseln und zwischen steilen Berghängen hindurch nach eineinhalb Stunden nach Irotz gelangen. Unser Weg führt uns durch das Dorf und bringt uns am Ortsende in einer Rechtskurve hinunter an den Fluss. Auf der anderen Flussseite geht es auf einem Pfad parallel zur N135 weiter und wir passieren die Häuser von Zabaldika. Noch ein Stück folgen wir der N135, dann orientieren wir uns kurz vor der nächsten Autobrücke über den Río Arga schräg nach rechts und wandern auf einem Pfad den Hang hinauf. Wir passieren Arleta und genießen die Aussicht in das unter uns liegende Argatal. Der bis hinter Arleta von Bäumen und Büschen gesäumte Weg wird nun kahler und zieht sich weiter am Berghang entlang. Auf einem Sattel queren wir eine Schnellstraße, halten uns dahinter rechts und steigen zum Río Ulzama ab. Über die mittelalterliche Brücke von Trinidad de Arre gelangen wir nach drei Stunden Wegzeit in das gleichnamige Kloster, in dem sich seit dem 12. Jahrhundert auch eine Pilgerherberge befindet. Die Kirche des Konvents, die Iglesia de la Santísima Trinidad, stammt aus dem 13. Jahrhundert. Flussabwärts sind noch die Reste alter Wassermühlen und Wirtschaftsgebäude zu sehen, die von der früheren Bedeutung des Klosters zeugen. Von der günstigen Lage am Flussübergang des Jakobswegs profitierte nicht nur das Kloster, sondern auch das linker Hand gelegene Villava - Geburtsstadt des bekanntesten spanischen Radsportlers Miguel Indurain. Immer geradeaus durchqueren wir erst Villava und dann die anschließende Stadt Burlada. Nach einem längeren Wegstück folgen wir der Jakobsweg-Beschilderung in die schräg rechts abzweigende Calle da Larrainzar, queren eine viel befahrene Straße und biegen nach weiteren knapp 500 m erneut halb rechts in den Camino de Burlada ein. Unser Etappenziel, die mittelalterliche Stadt Pamplona (auf baskisch Iruñea), rückt nun in unser Blickfeld. Einst diente sie der Sicherung des Passes bei Roncesvalles, den wir auf unserer ersten Pyrenäenetappe überquert haben. Schließlich queren wir den Río Ulzama auf der Magdalenenbrücke sowie den dahinter liegenden Parque de Tererca, wenden uns nach rechts und gelangen nun nach vierstündiger Wanderung in einem Linksbogen durch den Befestigungsgraben und durch die Puerta de Zunalagarregui mit einem Wappen Phillips des II. ins Zentrum von Pamplona. Um zur städtischen Herberge zu kommen, folgen wir der geradeaus führenden Calle del Carmen, biegen bei der zweiten Gelegenheit nach links in die Calle Curia ein und verlassen diese noch vor dem Kathedralenplatz nach rechts in die Calle de la Compañía, in der sich die Herberge befindet. Als Alternative können wir in Pamplona auch in der Herberge Paderborn übernachten. Nach dieser vergleichsweise kurzen Etappe bleibt noch ausreichend Zeit, sich Pamplona, die Hauptstadt der spanischen Region Navarra, anzuschauen. Besonders lohnenswert sind das Viertel zwischen der Kathedrale und dem Rathaus sowie der Ausblick von der Redín-Bastion an der Stadtmauer. An der Plaza del Castillo gibt es einige schöne Einkehrmöglichkeiten. Pamplona blickt auf eine lange Geschichte zurück, die man heute noch gut im Stadtbild erkennen kann. Prägende Elemente sind die große und gut erhaltene Zitadelle aus der Renaissancezeit und die Kathedrale, die nicht weit von unserer Herberge entfernt liegt. Die Kathedrale Santa María la Real de Pamplona wurde im 13. und 14. Jahrhundert anstelle eines romanischen Vorgängerbaus im gotischen Stil errichtet und ist Zentrum des Erzbistums Pamplonas. Der gotische Kreuzgang ist einer der schönsten Spaniens. Die Fassade ist jüngeren Datums, sie entstand im 18. Jahrhundert im Stil des Barock. Die Bewegung der Jakobspilger brachte der Stadt im 11. Jahrhundert nach einer langen Zeit der Kämpfe, Besatzung und Zerstörung einen wirtschaftlichen wie geistigen Aufschwung. Heute ist Pamplona bekannt für seine Stierkämpfe in der Arena an der Plaza de Toros und die Stierläufe durch die Calle Estafeta. Diese werden jedes Jahr im Juli während der Feierlichkeiten zu Ehren des Schutzpatrons von Pamplona, Firmin dem Älteren von Amiens, durchgeführt (Sanfermines). Die Tradition geht auf einen Viehmarkt zurück, bei dem die Metzgerburschen das Vieh allmorgendlich durch die Straßen zum Markt trieben. In dieser Zeit sind die Herbergen und Hotels überfüllt und es gestaltet sich schwierig, eine Unterkunft in Pamplona zu finden.
Etappe 4 – Von Pamplona nach Puente la Reina (7:00 h)
Wir beginnen diese Etappe im Zentrum von Pamplona und wandern auf der Calle Mayor, der Avenida de Pio XII. und der Calle Bosquecillo in südwestliche Richtung, bis wir linker Hand den Parque Vuelta del Castillo rund um die Zitadelle erreichen. In einem Linksbogen geht es jetzt durch den Park. Wir verlassen ihn nach rechts, um auf der Calle de la Fuente del Hierro nun immer geradeaus über die große Avenida Navarra hinweg an den Gebäuden der Universität von Pamplona, der Universidad de Navarra, vorbeizulaufen. Nachdem wir die Hochschule hinter uns gelassen haben, halten wir uns weiterhin geradeaus und queren zuerst ein kleineres Gewässer und dann auf einer alten Steinbrücke den Fluss Sadar. In gleich bleibender Richtung führt uns der Weg über eine Eisenbahntrasse und die A15 hinweg nach Cizur Menor. Die beiden romanischen Kirchen aus dem 12. und 13. Jahrhundert im Ort lohnen einen Besuch. Am alten Brunnenhaus knickt die Straße leicht nach links, wir halten uns aber schräg rechts und wandern durch eine Grünfläche, bis wir auf die Calle del Camino de Santiago treffen. Sie führt uns links bis an den Ortsrand von Cizur Menor und geht dann in einen Weg über, der aber alsbald in eine Asphaltstraße übergeht. Immer geradeaus wandern wir an dem Neubaugebiet von Cizur Mayor vorbei, bis die Straße am Ende der Siedlung einen Rechtsknick macht und wir sie linker Hand auf einem kleinen Pfad verlassen. Schnurgerade führt er uns durch die Felder aufwärts, den Kamm der Sierra de Perdón mit seiner langen Kette an Windrädern haben wir immer fest im Blick. Dabei queren wir eine Straße und passieren den kleinen Ort Zariquiegui. Auf dem letzten Wegstück bis zum Gipfel wandern wir durch Wald und erreichen nach etwa dreieinhalb Stunden kurz unterhalb des Passes die Quelle Fuente de la Teja. Um sie rankt sich eine Sage: Der Teufel soll hier durstigen Pilgern zu Trinken angeboten haben, sofern sie ihrem Glauben abschwören. Diese haben sich aber der Sage nach nicht verleiten lassen. In den Sommermonaten führt die Quelle meist kein Wasser, die nächste Trinkmöglichkeit befindet sich in Uterga. An der Passhöhe der Sierra de Perdón wurde zum Gedenken an die Kapelle und das Pilgerhospital Nuestra Señora del Perdón, das sich hier einst befand, ein Gedenkstein aufgestellt. Auch die eiserne Skulptur eines Pilgerzugs ist hier zu finden. In Anspielung auf die Windkraftanlagen trägt sie die Inschrift: „Wo sich der Sternenweg mit dem Weg des Windes kreuzt“. Bei dem Gebirgszug der Sierra de Perdón handelt es sich um eine Klimascheide zwischen dem feuchteren Norden und dem trockenen Süden. So sehen wir hinter uns saftige, grüne Wiesen und Felder, wohingegen vor uns Gelb- und Brauntöne vorherrschen. Auf der anderen Seite steigen wir auf einem steilen und steinigen Pfad an den bewaldeten Berghängen wieder hinab in die Ebene und setzen unseren Weg in südliche Richtung durch Felder fort. Nach ungefähr fünf Stunden halten wir uns in Uterga schräg links und biegen hinter den letzten Häusern nach rechts ab. Vorher können wir uns aber in Uterga an einem Brunnen, einem Getränkeautomaten oder in einer Bar mit Erfrischungen versorgen. Auch eine Herberge gibt es hier. Geradeaus führt uns der Feldweg mit herrlichen Ausblicken nach Muruzabál, wo sich ebenfalls eine Bar zur Einkehr findet. Wir passieren den Ort geradewegs, um auf einem kleinen Pfad parallel zur Calle del Colegío Público Tafalle durch ein Tal und unter einer Schnellstraße hindurch nach Obanos zu wandern. Genau genommen vereinen sich hier die beiden Jakobswege über die Pyrenäen, der Navarrische und der Aragonische Jakobsweg. Aufgrund seiner Bedeutung als Pilgerstation sowie wegen der Symbolträchtigkeit der namensgebenden Brücke und der touristischen Vermarktung beansprucht heutzutage allerdings das größere Puente la Reina diesen Status als Knotenpunkt für sich. Der kleine Ort Obanos ist bekannt für sein Mysterienspiel, das hier alle zwei Jahre im Juli unter Beteiligung fast des ganzen Dorfes von über 600 Laiendarstellern aufgeführt wird. Das Stück erzählt die Legende des Herzogs von Aquitanien, Guillén, und seiner Schwester Prinzessin Felicia, die nach einer Jakobspilgerreise den Beschluss fasste, dem höfischen Leben zu entsagen und ein frommes, bescheidenes Leben zu führen, woraufhin Guillén sie tötete, danach selbst nach Santiago de Compostela pilgerte und aus Reue den Rest seines Lebens als Eremit in der Einsiedelei von Arnotegui nahe Obanos verbrachte. Beide wurden heilig gesprochen. Der versilberte Schädel des Heiligen Guillén wird als Relique in der neugotischen Kirche San Juan Bautista von Obanos aufbewahrt. Diese Kirche passieren wir linker Hand, laufen durch das alte Steintor hindurch und verlassen den Ort, uns wiederum links haltend, auf der Calle de San Salvador, die in den kleineren Camino de Santiago übergeht. Auf ihm wandern wir in südwestliche Richtung abwärts, queren eine Straße und folgen ihr nach rechts. Unser Weg schwenkt schließlich nach links und führt uns an dem Pilgerdenkmal vorbei, das den Knotenpunkt der beiden Pyrenäenwege und den Beginn des gemeinsamen Camino francés markiert, nach Puente la Reina (auf baskisch Gares). Eine erste Herberge, die der Padres Reparadores, befindet sich gleich am Ortseingang, eine zweite, die Herberge Santiago Apóstol, liegt noch vor der Brücke über den Río Arga am westlichen Ortsende links in der Calle San Pedro. Entlang der Hauptstraße Calle Mayor, die auf die Brücke zuführt, sind einige schöne Adels- und Bürgerhäuser mit typisch navarrischen Bauelementen wie z.B. den reich verzierten Dachsparren zu sehen. Drei Kirchen finden sich in der Stadt: die Kreuz-Kirche des ehemaligen Templerklosters, in der ein seltenes, gotisches Y-Kreuz aus dem Rheinland zu sehen ist, die Kirche San Pedro und die Santiago-Kirche mit einer hölzernen Figur des Santiago Peregrino aus dem 14. Jh. mit Stab und Muschel. Sie wird auch „Santiago Beltza“, Jakobus der Schwarze, genannt, was auf die dunkle Farbe zurückzuführen ist, die die Figur vor der Restaurierung hatte. Im Sommer findet hier um 20.00 Uhr, im Winter bereits um 19.00 Uhr eine Pilgermesse statt.
Etappe 5 – Von Puente la Reina nach Estella (6:00 h)
Wir verlassen Puente la Reina auf der mittelalterlichen Brücke über den Río Arga. Die schöne Steinbrücke hat maßgeblich zur Entwicklung des Ortes beigetragen. Sie soll angeblich im 11. Jahrhundert von einer Königin, entweder der Frau oder der Schwiegertochter des navarrischen Königs Sancho III. Mayor, gestiftet worden sein – daher der Name „Puente la Reina“, Brücke der Königin. Wir queren links die Trasse der N111 und schlagen dahinter den zwischen der Straße und dem Fluss verlaufenden Feldweg in Richtung Estella ein. Nach ca. 45 Minuten halten wir uns noch kurz geradeaus, bis wir wenige Meter vor einer Flussbiegung nach rechts auf einem Pfad steil bergan zur Autobahn A21 aufsteigen. Ihr folgen wir nach links und passieren nach weiteren 45 Minuten Mañeru, das wir am südöstlichen Ende auf der Calle de Forzosa wieder verlassen. Mañeru beherbergt zwei Kirchen, die Kirche San Pedro aus dem 18. Jahrhundert und eine Wallfahrtskirche der Heiligen Barbara, sowie die Reste einer gotischen Kirche. Geradewegs geht es nun auf kleinen Pfaden durch Felder und Weinberge nach Cirauqui, das wir schon eine Weile vor uns liegen sehen und nach etwas mehr als zwei Stunden erreichen. Die romanische Kirche San Román aus dem 13. Jahrhundert mit ihrem orientalisch anmutenden Portal thront über dem kegelförmigen, mittelalterlichen Ort. Auf den steinernen Bänken am Rathaus können wir rasten und uns von dem Anstieg zur Kirche und zum Rathaus erholen, bevor wir auf der anderen Seite wieder hinab steigen. Den Ort auf einem alten, gepflasterten Weg in nordöstliche Richtung verlassend, gelangen wir an einen Bach, queren zuerst diesen auf einer in ihren Fundamenten römischen Brücke und kurz danach die N111 sowie die Autobahn A12. Dahinter halten wir uns links und wandern auf einem staubigen Weg am Hang oberhalb der beiden Straßen entlang. In einem Linksbogen nähern wir uns der Autobahn wieder, unterqueren sie und wandern ein kurzes Stück zwischen Autobahn und N111 entlang, bevor wir wieder auf die rechte Seite der A12 wechseln. Dort folgen wir der Straße Carretera de Alloz, die uns bald unter dem Aquädukt des Canal de Alloz hindurchführt und verlassen sie wenig später nach links. So kommen wir zur mittelalterlichen Brücke über den Río Salado, den „salzigen Fluss“, dessen Wasser laut einer mittelalterlichen Pilgerwegsbeschreibung todbringend sei für alle Pferde, die damit getränkt würden. Nun beginnt unser Anstieg nach Lorca, bei dem wir nochmals die A12 und die N111 queren und dann auf einem alten Maultierpfad links des Fahrwegs in südöstliche Richtung wandern. Die Kirche des Ortes, in dem sich in früherer Zeit auch ein Hospiz befand, das dem Kloster Roncesvalles unterstand, datiert auf die zweite Hälfte des 12. Jahrhunderts, wurde aber im Laufe der Jahrhunderte mehrfach umgestaltet und erweitert. Eine Herberge und ein Brunnen stehen hier für die Pilger bereit. Unser Weg führt uns geradewegs wieder aus Lorca hinaus und trifft erneut auf die N111. Auf einem parallel zur Straße verlaufenden Fußpfad wandern wir nach links, bis dieser in einen Feldweg mündet. Hier halten wir uns links und gleich darauf rechts und biegen wenig später nach rechts in einen kleinen Pfad ein, der uns durch die Felder direkt auf Villatuerta zuführt. Unser Pfad geht in einen breiteren Weg über, wir folgen ihm bis kurz vor die Autobahn A12, die ein letztes Mal für diese Etappe gequert werden muss. Dazu biegen wir links ab, wandern in einem Rechtsbogen auf eine Unterführung zu und gelangen durch sie auf die andere Straßenseite. Es ist nur noch ein kurzes Wegstück durch die Felder bis nach Villatuerta, das wir nach insgesamt vier bis viereinhalb Stunden erreichen. Nun haben wir etwas mehr als die Hälfte des heutigen Weges geschafft. Der Jakobsweg führt uns zuerst durch ein Neubaugebiet, dann auf einer mittelalterlichen Brücke über den Río Iranzu und dahinter etwas ansteigend in das ältere Obere Dorf, wo sich auch die schlichte Kirche Iglesia de la Anunciación de Nuestra Señora (Mariä Verkündigung) aus dem 13. Jahrhundert mit ihrem reich verzierten, goldenen Altar befindet. Auf der Calle Camino de Estella geht es aus dem Ort hinaus und an der Ermita de San Miguel Arcángel (Erzengel Michael) vorbei. Die gotische Einsiedelei gehörte einst zu einem Kloster, das sich hier seit dem 11. Jahrhundert befand. Wir nähern uns einer Asphaltstraße (der NA1100), halten uns aber vor ihr links und kreuzen wenig später eine zweite Straße, die NA132. Dahinter bringt uns ein Weg hinunter in des Tal des Río Ega, den wir auf einer Fußgängerbrücke überqueren. Dem breiten Weg, der geradeaus von der Brücke wegführt, folgen wir, bis er nahe einer Industrieansiedlung in eine Fahrstraße mündet. Diese bringt uns rechter Hand in die schöne Stadt Estella. Hier wollen wir übernachten, immerhin haben wir nun schon sechs Stunden Fußmarsch hinter uns. Die städtische Pilgerherberge liegt gleich links in der Altstadtstraße „Rúa“. Eine Alternative ist die Herberge ANFAS auf der anderen Flussseite, in der die Pilger von Menschen mit geistiger Behinderung betreut werden. Bevor wir uns aber zur Ruhe legen, besichtigen wir noch die Stadt, die aufgrund ihrer vielen Prachtbauten den Beinamen „Toledo des Nordens“ trägt. Ihre Blütezeit, die im 11. Jahrhundert begann und bis zum Unabhängigkeitskrieg im 19. Jahrhundert anhielt, verdankt Estella der Ansiedlungspolitik und der Umlenkung der Pilgerströme durch König Sancho Ramírez. Im 12. Jahrhundert war die Stadt Sitz der navarrischen Könige. Aus dieser Zeit stammt noch der Palacio de los Reyes de Navarra, in dem sich heute ein Malereimuseum befindet. Er ist der einzige noch erhaltene romanische Profanbau Navarras und befindet sich ebenso wie die imposante Kirche San Pedro de la Rúa mit ihrer eleganten Freitreppe in der Calle San Nicolas in der Altstadt. Ein Abstecher zur spätromanischen Kirche San Miguel mit ihrem reich verzierten Nordportal lohnt sich ebenso.
Etappe 6 – Von Estella nach Los Arcos (6:00 h)
Immer geradeaus durch die Calle San Nicolas und den Camino de Logroño treffen wir am nächsten Morgen auf die breitere Calle de Carlos VII (N111a), passieren einen Kreisel und biegen an einem zweiten schräg nach rechts ab. An der nächsten Weggabelung halten wir uns rechts und wandern nun geradewegs in südwestlicher Richtung durch den Vorort Ayegui. Hier können wir geradeaus weiterwandern, lohnender ist allerdings ein Abstecher nach links, über die N111a hinweg, vorbei am Weingut Bodegas Irache zum ehemaligen Kloster Monasterio de Santa María la Real de Irache. Das Weingut, das wir nach gut 45 Minuten erreichen, ist bekannt für seinen Weinbrunnen, den Fuente de Vino, an dem Pilger sich seit 1991 kostenlos mit Wasser und einem Schluck Wein stärken können. Größere Mengen des Weines müssen allerdings gekauft werden. Das ehemalige Benediktinerkloster Irache ist eine der ältesten kirchlichen Einrichtungen Navarras und geht zurück auf das 10. Jahrhundert. Der heilig gesprochene Abt Veremundo, der hier im 11. Jahrhundert eines der ersten Pilgerhospitäler am Jakobsweg gründete, ist heute der Schutzpatron des Navarrischen Pilgerwegs. Die ehemaligen Klostergebäude unterhalb des Montejurra vereinen die Stilrichtungen Romanik, Renaissance und Barock. Über zwei Kreuzgänge verfügt die Anlage, besonders sehenswert ist der mit Figuren reich verzierte Kreuzgang aus dem 16. Jahrhundert. In einem Teil der Gebäude ist das navarrische Volkskunde-Museum untergebracht, andere Teile sollen zu einem Parador-Hotel, einem staatlich betriebenen Hotel in historischer Bausubstanz, ausgebaut werden. Die Besichtigung der Anlage ist frei, sonntags um 11 Uhr kann man am Gottesdienst in der ehemaligen Klosterkirche aus dem 12./13. Jahrhundert teilnehmen. Wir folgen weiter unserem Weg, bis wir an eine Neubausiedlung kommen, dort halten wir uns rechts und überqueren nun wieder die Straße N111a. Auf der anderen Seite führt uns die Avenida del Prado de Irache durch die Siedlung, bevor wir durch Felder und einen schönen Steineichenwald nach Azqueta wandern. Dabei orientieren wir uns stets an der linker Hand verlaufenden N111a. Kurz bevor wir in Azqueta wieder auf diese treffen, biegen wir schräg nach rechts in einen Weg ein und biegen hinter einem großen Hofgebäude links ab. An der zweiten Weggabelung orientieren wir uns nach rechts und steigen so vorbei an dem überdachten Brunnen Fuente de los Moros nach Villamayor de Monjardín auf. Der Ort mit dem markanten romanischen Kirchturm der Iglesia de San Andrés ist schon von Weitem sichtbar. Auf dem Pico de Monjardín oberhalb des Ortes liegt eine Wehrburg aus dem 10. Jahrhundert. Nach knapp dreistündigem Fußmarsch haben wir Villamayor de Monjardín erreicht und sollten uns hier mit ausreichend Wasser eindecken, denn die nächste Möglichkeit unsere Trinkflaschen aufzufüllen, finden wir erst wieder nach weiteren drei Stunden in unserem Etappenziel Los Arcos. Den Ort verlassen wir auf einem kleinen Pfad, der in der Verlängerung des Camino de Urtala in Richtung Süden verläuft. Bald trifft dieser auf einen breiteren Weg, dem wir weiter abwärts folgen, um dann parallel zur A12 durch die karge Kulturlandschaft weiter zu wandern. Hier spendet kein Baum Schatten, so dass uns an heißen Tagen die Sonne auf den Kopf brennt. Schließlich entfernt sich unser Weg von der Autobahn und verläuft nun in westlicher Richtung weiter. Linker Hand befindet sich nun ein in Ost-West-Richtung verlaufender Bergrücken, an dem wir uns orientieren können. Wir wandern parallel zu der Bergkette weiter, bis wir an eine Talöffnung kommen und durch sie auf die andere Seite des Rückens gelangen. Dahinter halten wir uns an einem Wegestern rechts, passieren eine kleinere Hügelkette und erblicken dahinter unser Etappenziel: In Los Arcos, das einige herrschaftliche Häuser, eine Burgruine sowie die prachtvoll ausgestattete Kirche Iglesia de Santa María mit romanischem Ursprung, gotischem Kreuzgang, barockem Altar und Rokoko-Orgel bietet, wollen wir übernachten. Dazu bietet sich unter anderem die Herberge „Isaak Santiago“ in der Calle de San Lázaro an. Hier können die Pilger eine Massage bekommen und gehen am Abend gemeinsam in die Pilgermesse.
Etappe 7 – Von Los Arcos nach Logroño (8:00 h)
Zu Beginn unserer siebten Etappe überqueren wir in Los Arcos den Río Odrón und verlassen den Ort auf der Calle de la Rua Jacobea. Parallel zur linker Hand verlaufenden N111 geht es nun schnurgerade in westliche Richtung durch die Felder. Rechter Hand sehen wir die bewaldeten Hänge eines weiteren Bergrückens. Kurz vor einem Wegestern halten wir uns schräg rechts und wandern weiter oberhalb der N111 entlang, bis wir auf eine Asphaltstraße stoßen. Ihr folgen wir links nach Sansol, das wir nach zwei Stunden erreichen. Die dem Märtyrer aus Cordoba geweihte San Ziolo Kirche und der nahe Barockpalast aus dem frühen 18. Jahrhundert sind einen Blick wert. Wir verlassen den Ort in Richtung Süden und wandern in einer Rechtskurve in den auf der anderen Talseite gelegenen Ort Torres del Río, „Türme am Fluss“. Dabei überqueren wir den Río Linares. In Torres del Río ist neben der Pfarrkirche San Andrés vor allem die Iglesia del Santo Sepulcro (Heiliggrabkirche) mit ihrem ungewöhnlichen achteckigen Grundriss und der nach maurischen Vorbildern konstruierten Kuppel sehenswert. Sie geht wahrscheinlich auf das 12. Jahrhundert zurück, ihre genauen Ursprünge und Erbauer sind aber unbekannt. Manche Quellen vermuten die Bauherren im Templerorden, andere unter den Rittern vom heiligen Grab. Wir verlassen den kleinen Ort auf der Calle del Camino de Santiago und folgen dieser in südwestliche Richtung auf eine Hochfläche. Auf dem folgenden Wegstück begleitet uns die N111, die mal näher, mal weiter entfernt von unserem Weg verläuft und die wir mehrfach queren müssen, bevor wir unser Etappenziel erreichen. Eine knappe Stunde, nachdem wir Torres del Río verlassen haben, nähern wir uns der Straße und wechseln nach wenigen hundert Metern erstmalig auf die andere Seite der N111, um dort zur Wallfahrtskapelle Ermita de Nuestra Señora del Poyo zu gelangen. Die Kapelle hat einen quadratischen Grundriss und beherbergt eine gotische Marienstatue, die laut einer Sage immer wieder auf wundersame Weise in diese Kapelle zurückkehrte, nachdem man mehrmals versucht hatte, sie an einen anderen Ort zu bringen. Hinter einer Linkskurve entfernen wir uns auf einem rechter Hand abzweigenden Pfad wieder von der N111 und steigen noch ein Stück bergan. Dann queren wir eine Asphaltstraße, folgen ihr etwa 50 m nach links und setzen unseren Weg nach rechts (nicht halbrechts) fort. Dann führt uns unsere Route in das Tal des Barranco Matabarros hinab, wo wir uns links halten und nach einer Weile wieder der N111 nähern. Wir folgen ihr ein kurzes Stück und wechseln dann auf die gegenüberliegende Straßenseite, um eine Linkskehre abzukürzen und nun immer links der Nationalstraße bis nach Viana zu wandern. Dabei können wir an zwei Stellen auf kleine Pfade etwas abseits der Straße ausweichen. Nach insgesamt fünfeinhalb Stunden erreichen wir Viana, die letzte Stadt Navarras auf dem Jakobsweg und schlendern im Zickzack durch die Gassen der Stadt. Obwohl das Gebiet um Viana schon früh besiedelt wurde – archäologische Funde datieren bis in die Altsteinzeit – erfolgte die Stadtgründung erst im 13. Jahrhundert, mit dem Zweck, die Grenze zu Kastilien zu sichern. Die Altstadt ist malerisch und birgt einige wertvolle und sehenswerte Bauwerke wie die gotische Kirche Santa María, die Reste der alten Stadtmauer, das Rathaus im Renaissance- und Barockstil, die Ruinen der Zisterzienserkirche San Pedro aus dem 13. Jahrhundert und das alte Pilgerhospiz, in dem heute die Casa de Cultura, das Kulturhaus, untergebracht ist. In der Kirche Santa María findet sich das Grab Cesare Borgias – Sohn des späteren Papstes Alexander VI. – der im Jahr 1507 bei einem Angriff auf die Burg in Viana getötet wurde. Die Kirchenruine San Pedro und die städtische Pilgerherberge befinden sich in der Calle San Pedro am Westrand der Stadt. Eine weitere Herberge, die Albergue Santa María, liegt an der Plaza de los Fueros. Wir verlassen Viana am westlichen Ortsrand auf einem kleinen Weg, der hinter einem Parkplatz auf der linken Seite der Calle de los Arbolillos schräg nach links abzweigt und uns durch Gärten hindurch und über eine Asphaltstraße an die N111 bringt. Diese unterqueren (!) wir bald und folgen dahinter dem kleinen Pfad, der in einen breiteren Weg mündet. Dort wenden wir uns nach links, halten uns an der nächsten Weggabelung schräg rechts und gelangen so, den Fluss Río de Longar zu unserer Rechten, an die Ermita de las Cuevas. Hier queren wir den Fluss, ein schöner Rastplatz und ein Trinkbrunnen laden nach knapp sechs Stunden zum Verweilen ein. Kurz hinter der Einsiedelei kommen wir an eine Weggabelung, an der wir den mittleren Weg wählen und dann, immer dem Weg folgend, durch das naturgeschützte Feuchtgebiet Pantano de las Cañas wandern. Vorbei am Rand der Laguna de las Cañas führt uns unser Weg in einem Rechtsbogen wieder an die N111 heran. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite (Vorsicht beim Queren!) geht es links um ein Waldstück herum und dann nahe der Nationalstraße an einem Industriegelände vorbei. Wir betreten nun die für ihren Weinbau bekannte autonome Region La Rioja. Hinter einem Verkehrsknoten queren wir die Straße erneut und folgen einem in südwestliche Richtung verlaufenden Weg rechts am Tafelberg Cerro Cantabria vorbei, wo sich uns ein herrlicher Blick über Logroño, den Fluss Ebro und das Weinland La Rioja bietet. Der Weg führt uns bis in das Stadtgebiet von Logroño und an den Ebro, den zweitlängsten Fluss der iberischen Halbinsel, den wir auf der Puente de Piedra überschreiten. Wir sind nun seit knapp acht Stunden unterwegs und haben uns ein ruhiges Nachtlager verdient. Hinter der Brücke wenden wir uns nach rechts in die Calle de Ruavieja. An dieser historischen Durchgangsstraße für Pilger finden wir viele bauliche Hinweise auf den Jakobsweg, so auch das Pilgerhospiz, in dem wir übernachten können, oder den Pilgerbrunnen. Auch die Santiago-Kirche – ein beeindruckender Kirchenbau aus dem 16. Jahrhundert – zeugt von der Bedeutung des Pilgerwegs und trägt über dem Hauptportal eine Darstellung des kämpferischen Santiago Matamoros auf einem weißen Ross. Ein Abstecher nach links in die Altstadt von Logroño mit ihren Kirchen, Plätzen und Palästen empfiehlt sich. Die Kirche Santa María de Palacio ist die älteste Kirche der Stadt, die romanische San Bartolomé-Kirche ist dem Schutzpatron Logroños geweiht. Auf dem Platz vor der barocken Kathedrale Santa María la Redonda ist ein riesiges Gänsespiel, ein beliebtes Kinderspiel in Spanien, in den Boden eingelassen, das den Jakobsweg mit seinen unterschiedlichen Stationen darstellt. Besonders schöne Exemplare profaner Architektur sind der Palast des Markgrafen von Legarda, der Palacio de los Chapiteles oder das Rioja-Museum im Espartero-Palast.
Etappe 8 – Von Logroño nach Nájera (7:30 h)
Am nächsten Morgen wenden wir uns in südwestliche Richtung und gelangen über die Calle del Barriocepo und die Plaza del Marqués mit ihrem Springbrunnen in die Calle del Marquos de Murrieta. Dieser folgen wir, bis sie in die Avenida de Burgos übergeht und wir links in die Calle del Portillejo einbiegen. Auf kleinen Wegen geht es nun rechter Hand durch den Parque San Miguel bis an den Stadtrand von Logroño, wo wir die Autovia LO20 queren. Auf einem schräg nach rechts abzweigenden, von Bäumen gesäumten Weg durchwandern wir das Naherholungsgebiet La Grajero und erreichen nach eineinhalb Stunden hinter einer Asphaltstraße das Ufer des gleichnamigen Stausees. Dort wenden wir uns nach rechts, umrunden den See und nähern uns dann rechter Hand wieder der Autobahn, die nun Autovia del Camino de Santiago bzw. A12 heißt. Wir folgen ihr linker Hand. Nachdem wir ein Tal durchschritten haben, biegen wir schräg nach links in die Calle de la Carretera de Burgos ein, verlassen sie aber bald schräg nach rechts, um auf einem kleineren Weg auf den weithin sichtbaren Kegel Cerro Tedeón zuzuwandern, an dessen Hänge sich der Ort Navarrete schmiegt. Bevor wir nach gut drei Stunden dort ankommen, muss allerdings noch die Autopista Vasco-Aragonesa, die AP68, gequert werden. Am Ortseingang von Navarrete, das für seine Töpferwaren bekannt ist, liegen die Ruinen des Pilgerhospitals San Juan de Acre aus dem 12. Jahrhundert. Gleich im ersten Haus befindet sich die städtische Pilgerherberge. Wer Zeit hat, sollte sich noch etwas in dem malerischen Ort umsehen: Vom Gipfel des Cerro Tedeón, auf dem sich früher eine Burg befand, hat man eine herrliche Aussicht und auch die Igelsia de la Asunción aus dem 16. Jahrhundert ist sehenswert. Weiter geht es auf der Calle del Arrabal, der Carretera de Burgos und der Carretera de Logroño in südwestlicher Richtung aus dem Ort hinaus. Hinter der Ermita de Santa María de Jesús mit Friedhof und einem schönen romanischen Portal aus dem 12. Jahrhundert (es stammt von den Ruinen des Pilgerhospitals San Juan de Acre) verlassen wir die Straße, indem wir bei der zweiten Möglichkeit links in einen Weg einbiegen, der uns durch die Rioja-Weinberge führt. Nach einer Weile verläuft unsere Route nach rechts, quert eine Straße und nähert sich der A12, die uns nun eine Zeit lang begleiten wird. Wo sich der Jakobsweg teilt, bietet sich die Variante über Ventosa an, da diese entfernt von der Autobahn durch schöne Weinbergslandschaft verläuft. Hinter Ventosa treffen beide Wege wieder zusammen und wir passieren staunend ein Feld von Steinpyramiden, die frühere Pilger hier aufgeschichtet haben, bevor wir zum Alto de San Antón aufsteigen. Nach fünfeinhalb Stunden Laufzeit haben wir den Anstieg geschafft, nun geht es bis zu unserem Etappenziel in Nájera nur noch bergab. Hier auf der Höhe befand sich früher das Kloster San Antón, das die Pilger vor räuberischen Übergriffen schützen sollte. Wir wandern nun an einem einsam stehenden Haus vorbei zur N120, die wir queren. Auf der anderen Seite finden wir einen kleineren, parallel zur Nationalstraße verlaufenden Weg, dem wir in westliche Richtung folgen und dort bald auf einen breiten Weg treffen. Er führt uns nun rechts an einem Hügel mit Funkmast, dem Poyo de Roldán, vorbei, von dem aus der Ritter Roland einer Sage nach einen Felsbrocken auf den Riesen Ferragut geworfen haben soll. Dieser hielt in seiner Festung in Nájera Gefolgsleute des Ritters gefangen. Der Felsbrocken tötete den Riesen und die Gefolgsleute des Ritters waren frei. Dem Fahrweg folgend, kommen wir an ein Kieswerk, das wir rechts umgehen, um dann immer in gleich bleibender Richtung auf einem kleineren Weg weiter zu laufen. Hinter der N120, die wir queren, geht der Weg in die Avenida de Logroño über. Sie führt uns nach Nájera, wo unsere heutige Etappe nach siebeneinhalbstündigem Pilgermarsch endet. Man kann kaum glauben, dass dieser kleine Ort einst Sitz der Könige von Navarra war. Der Name der Stadt, der aus dem arabischen stammt und „zwischen den Felsen“ bedeutet, weist auf ihre Lage an den roten Felsen des Flusses Najerilla hin. Größte Sehenswürdigkeit ist das ehemalige Benediktinerkloster Santa María la Real, dessen Gründung auf ein Wunder zurückgeht. König García Sánchez III. hatte einen Jagdfalken auf ein Rebhuhn angesetzt und fand daraufhin beide friedlich in einer Grotte unter einer Marienstatue sitzen. Das Kloster, das als Bischofssitz und als königliche Grabstätte diente, kann besichtigt werden. Besondere Beachtung verdienen der Kreuzgang, das Chorgestühl aus dem 15. Jahrhundert, das Grab der Königin Blanca aus dem 12. Jahrhundert und die Grotte, in der auch heute noch eine Madonnenfigur steht. Durch die Calle de San Fernando gelangen wir über den Rio Najerilla in die Altstadt, in der sich linker Hand am Flussufer auch unsere Herberge für heute Nacht befindet.
Etappe 9 – Von Nájera nach Santo Domingo de la Calzada (6:30 h)
Da es auf dieser Etappe kaum Schatten gibt, sollten wir uns vor dem Start mit ausreichend Wasser eindecken. Wir verlassen Nájera vorbei am beeindruckenden Kloster in westlicher Richtung auf der Calle de Costanilla und steigen bergan zu einem Kieferwäldchen. Dieses lassen wir hinter uns, wandern dann auf und ab durch Weinberge und halten uns dabei immer weiter in Richtung Westen. An einer Kreuzung geht es geradeaus und kurz dahinter schräg nach links, bevor wir uns an einer Weggabelung für den rechten Weg entscheiden und in einem Rechtsbogen nach Azofra wandern. Nicht ganz zwei Stunden sind wir nun unterwegs und können uns hier in einem der beiden Bar-Restaurants oder in der Tienda an der Herberge stärken. Die Herberge in Azofra geht auf ein altes Pilgerhospiz zurück, das dort vom 12. bis zum 19. Jahrhundert bestand. In Richtung Nordwesten verlassen wir Azofra und gelangen, vorbei an einem steinernen Pilgerkreuz aus dem 16. Jahrhundert, bald nahe an die N120. Ein kurzes Stück halten wir uns parallel zur Nationalstraße, schwenken dann aber nach links, um unseren Weg nun in südwestliche Richtung durch die Felder fortzusetzen. Rechts am Gelände des Rioja Alta Golfclubs vorbei kommen wir nach weiteren zweieinhalb Stunden in den Ort Cirueña. Die Kirche in dem Ort stammt aus den 1960er Jahren, wurde allerdings auf den Grundmauern einer vorromanischen Kirche aus dem 10. Jahrhundert erbaut. In Cirueña wenden wir uns, nachdem wir an einem Brunnen unsere Wasservorräte aufgefüllt haben, nach rechts und biegen kurz hinter dem Ortsausgang nach links in den Camino de Cirueña ein. Dieser geht in den Camino de los Puentes über, der uns geradewegs in Richtung Nordost nach Santo Domingo de la Calzada führt, wo wir unsere Etappe nach sechseinhalbstündiger Wanderung beenden. Hier geht es links in das Zentrum der Kleinstadt, die als eine der wichtigsten Stationen des Jakobswegs gilt. Benannt wurde sie nach ihrem Gründer, der an dieser Stelle Wege anlegte und instand hielt, eine Brücke sowie ein Hospital errichtete und sich um die vorbeiziehenden Pilger kümmerte. Das Grab des Heiligen, der auch der Schutzpatron der spanischen Straßen- und Brückenbauer ist, kann in der im 12. und 13. Jahrhundert erbauten, romanisch-gotischen Kathedrale besichtigt werden. Auch das Chorgestühl und der Hauptaltar, beides im Renaissancestil, lohnen einen Blick. Besonders bekannt ist die Kathedrale von Santo Domingo de la Calzada wegen des weißen Hühnerpaares, das in einem Käfig in der Kirche lebt. Diese Tradition geht auf ein Wunder zurück, das sich im 16. Jahrhundert zugetragen haben soll. Der mit seiner Familie nach Santiago de Compostela pilgernde Deutsche Hugonell, wurde von der Wirtstochter aufgrund verschmähter Liebe zu unrecht des Diebstahls bezichtigt und daraufhin erhängt. Als seine Eltern auf dem Rückweg erneut den Ort passierten, erschien der junge Mann seinen Eltern und verkündete, er sei nicht tot, Santo Domingo (in anderen Quellen auch Santiago) würde ihn am Strick auf seinen Schultern halten. Als die Eltern dies dem Richter meldeten, erwidert dieser: „Euer Sohn ist so tot, wie die Brathühner auf meinem Teller“, woraufhin sich die Tiere erhoben und davonflogen. In dem von Santo Domingo gegründeten Pilgerhospiz nahe der Kirche ist heute ein Parador-Hotel untergebracht. In dem Zisterzienserkloster des Ortes stehen uns einfachere Pilgerunterkünfte zur Verfügung.
Etappe 10 – Von Santo Domingo de la Calzada nach Belorado (6:30 h)
Wir lassen Santo Domingo de la Calzada hinter uns, indem wir den Río Oja queren – die Brücke ist ein Nachfolger der von Santo Domingo errichteten – und geradeaus der N102 folgen. Diese trifft alsbald auf die N120, die uns auf großen Teilen der heutigen Strecke begleiten wird. So folgen wir ihr nach links, verlassen sie aber nach weniger als 1 km wieder, um im rechten Winkel nach links abzubiegen. An der nächsten Abzweigung rechts kommen wir nach zwei Stunden an den Ortsrand von Grañón und machen einen Schlenker nach rechts, um in den Ortskern zu gelangen. Das Dorf gründete sich um eine Burg, die Ende des 9. Jahrhunderts an dieser Stelle erbaut wurde. Einziges Überbleibsel des ehemaligen Johanniterklosters von Grañón ist der Taufstein in der Johanneskirche. Er stammt aus dem 12. Jahrhundert, die gotische Kirche wurde im 15. und 16. Jahrhundert errichtet und verfügt außerdem über einen schönen Renaissancealtar. In dem Ort finden wir unterschiedliche Möglichkeiten, uns zu stärken oder unseren Proviant aufzufüllen: eine Bäckerei, eine Metzgerei, einen Supermarkt und eine Tienda. In nördlicher Richtung verlassen wir den Ort, halten uns am Ortsausgang links, queren rechter Hand einen Bach und biegen dahinter bei der zweiten Möglichkeiten nach links in einen Weg ein, der uns über einen Höhenrücken führt. Hier verläuft die Grenze zwischen den Regionen La Rioja und Castilla y León. Von der Höhe sehen wir bereits unsere nächste Station, Redecilla del Camino, und wandern geradewegs darauf zu. Nach drei Stunden ist der Ort erreicht. Hier befand sich im Mittelalter das Pilgerhospiz Sankt Lazarus und auch heute gibt es in Redecilla del Camino eine Pilgerherberge. Einen besonders schönen, romanischen Taufstein aus dem 12. Jahrhundert finden wir in der Kirche Virgen de la Calle. Wir treffen wieder auf die N120 und folgen ihr, bis kurz vor Castildelgado ein kleiner Weg links abzweigt und uns in den Ort führt, den wir geradewegs auf der Calle Mayor durchqueren. In einer kleinen Tienda und einer Bäckerei gibt es die Möglichkeiten zur Stärkung. Der Brunnen im Ort führt kein Trinkwasser. Weiter geht es entlang der Nationalstraße, bis nach etwa 400 m ein Weg linker Hand nach Viloria de Rioja, dem Geburtsort des heiligen Domingo von Calzada, führt. In dem Ort, der auch über eine Herberge verfügt, sollten wir uns nochmals mit Wasser eindecken, denn das muss bis zu unserem Etappenziel Belorado reichen. Knapp vier Stunden sind wir nun gewandert, weitere zweieinhalb haben wir noch vor uns. Wieder geht es in nordwestlicher Richtung zurück an die Nationalstraße und, ihrem Verlauf folgend, über Villamayor del Río nach Belorado. Linker Hand türmt sich mit den Montes de Ayago das Gebirge der Sierra de la Demanda auf, wir wandern aber gemütlich und ohne größere Steigungen. Nach etwa sechseinhalb Stunden ist unser heutiges Etappenziel erreicht und wir können in einer der Herbergen, beispielsweise in der Albergue Parroquial neben der Kirche Santa María, übernachten. Die Iglesia Santa María (hier findet allabendlich eine Pilgersegnung statt) aus dem 16. Jahrhundert ist eine der zwei Kirchen, die von den ursprünglich neun Gotteshäusern Belorados die Zeit überstanden haben. Bei der zweiten handelt es sich um die mehr als 100 Jahre später entstandene Kirche San Pedro an der Plaza Mayor. Reste einer mittelalterlichen Befestigungsanlage kann man heute noch auf dem Burgberg sehen. Sie diente dazu, den Übergang vom Ebrotal zum kastilischen Hochland, der Meseta, zu überwachen und war ein Hochzeitsgeschenk König Ferdinands I. an den spanischen Ritter und Nationalhelden „El Cid“. Lange Zeit verlief hier die Grenze zwischen Navarra und Kastilien. Ein altes Franziskanerkloster aus dem 13. Jahrhundert wurde zu einem Wohnhaus umgenutzt, das Klarissinenkloster Santa María de la Bretonera am Ortsausgang ist hingegen heute noch aktiv.
Etappe 11 – Von Belorado nach San Juan de Ortega (7:00)
Wir starten in Belorado und wenden uns in westliche Richtung. Das Klarissinenkloster liegt rechts von uns, wenn wir den Ort entlang der N120 verlassen und auf ihr einen Bach queren. Dahinter biegt ein Weg schräg nach links ab, der uns etwas versetzt von der Nationalstraße nach Tosantos bringt. Zwischen der Straße und unserem Weg schlängelt sich ein grün gesäumter Bach dahin. Nach etwas mehr als einer Stunde erreichen wir den kleinen Ort Tosantos, dessen Name eine Kurzform von „Todos los Santos“ (Allerheiligen) ist und können dort einen Abstecher zu der Einsiedelei Virgen de la Peña machen, die sich in den nördlich gelegenen Felsen befindet. Ansonsten wenden wir uns in Tosantos nach Südwesten und wandern weiterhin einige Meter links der N120 leicht ansteigend bis Villambistia. Vor der Kirche Iglesia parroquial de San Esteban befindet sich ein Brunnen und wir genießen von hier einen herrlichen Blick auf die Montes de Oca, die Gansberge, die wir am Ende unserer heutigen Etappe noch passieren. Wir durchqueren den Ort Villambistia geradewegs und wandern nun immer geradeaus, durch die Felder und über die N120 hinweg, nach Espinosa del Camino, das wir nach insgesamt etwa zwei Wegstunden erreichen. In dem malerischen Ort, in dem noch viele Beispiele der traditionellen, ländlichen Fachwerksarchitektur erhalten sind, können wir uns die Renaissancekirche Iglesia de la Asunción anschauen. Wir verlassen Espinosa auf dem mittleren der drei in westliche Richtung führenden Ausfallswege und wandern weiter parallel zur N120, diesmal jedoch etwas nach rechts versetzt. Wer die Augen offen hält, sieht rechts am Wegrand eine verfallene Apsis – die Reste des Klosters San Felix, in dem angeblich der Gründer der Stadt Burgos begraben sein soll. Wo die Nationalstraße in Richtung Süden abknickt, biegen auch wir nach links ab. Nun geht es entlang der N120 nach Villafranca Montes de Oca am Fuß der so genannten Gansberge. Sie trennen uns noch von der kargen Weite der Meseta, der kastilischen Hochebene im Herzen Spaniens. Die letzten Meter vor dem Ortseingang begleitet uns der Río Oca, der das Straßendorf der Länge nach durchfließt. Wir decken uns hier noch mit Wasser und Verpflegung ein, halten uns rechts und verlassen Villafranca Montes de Oca in Richtung Westen. Dreieinhalb Stunden sind wir nun bereits unterwegs, die Hälfte der heutigen Etappe ist geschafft. Allerdings geht es nun an der bewaldeten Flanke der Gansberge steil aufwärts, wobei unser Weg sich langsam nach Südwesten ausrichtet. Auf der Höhe hinter dem Pass Puerto de la Pedraja treffen wir wieder auf die uns bekannte Nationalstraße und folgen ihr nach rechts. Nicht lang und wir entfernen uns wieder von ihr, um alle Abzweige ignorierend durch den herrlichen Wald zu wandern. Allerdings können wir linker Hand noch mal einen Abstecher in Richtung N120 machen, an der an einem Rastplatz die gotischen Reste eines zisterziensischen Klosters, der Einsiedelei Valfuentes, zu finden sind. Die früheren Pilger konnten diesen Streckenabschnitt nicht so entspannt genießen wie wir: Er war aufgrund von Räubern, die in dem dicht bewaldeten Gebirge hausten, unsicher. Doch auch heute noch birgt der Weg durch die einsame Gebirgsregion mit dem strengen Klima seine Tücken, weshalb wir in den kalten Monaten, bei schlechtem Wetter oder drohendem Wetterumschwung auf diese Etappe verzichten sollten. Plötzliche starke Schneefälle können eine Begehung erschweren oder sogar unmöglich machen. Unser Weg trifft auf eine breite Schneise, die Brandschutzzwecken dient. Ihr folgen wir, bis nach etwa 4 km ein Fahrweg schräg nach links abzweigt. Auf ihm gelangen wir leicht absteigend an eine Lichtung auf der das Kloster von San Juan de Ortega, unser Etappenziel, liegt. Der heilige San Juan de Ortega widmete sich ebenso wie San Domingo de la Calzada, dessen Schüler er war, dem Ausbau des Pilgerwegs. Viele Wege, Herbergen, Hospitäler und vor allem Brücken in der Region gehen auf die beiden zurück. Das Grab des San Juan de Ortega ist in der Kirche des von ihm gegründeten Klosters zu finden. Dieses ist zwar nicht mehr von Mönchen bewohnt, bietet uns aber nach siebenstündigem Fußmarsch eine Herberge für die Nacht. Die Übernachtung in den unbeheizten Räumen ist im Winter allerdings nicht zu empfehlen, deshalb sollte man entweder weiterwandern bis Agés oder diese Etappe mit dem Bus zurücklegen.
Etappe 12 – Von San Juan de Ortega nach Burgos (8:00 h)
Zu Beginn unserer letzten Etappe folgen wir kurz der Straße nach Barrios de Colina, biegen dann an der Gabelung am Waldrand nach links ab und gleich darauf rechts in einen Waldweg ein. Er führt uns geradewegs durch das Waldstück, wobei wir einen Graben und einen Picknickplatz mit herrlichem Ausblick passieren, bevor sich der Wald lichtet und wir vorbei an der Ermita de Nuestra Señora del Rebollo hinab nach Agés wandern. Dort finden wir, ebenso wie in Atapuerca, eine Gedenktafel für König García V., der in diesem Gebiet im Jahr 1054 von seinem eigenen Bruder, Ferdinand I., getötet wurde. Die Schlacht besiegelte den Aufschwung Kastiliens und den Bedeutungsverlust Navarras. Bevor wir weiterlaufen, können wir unsere Trinkflasche an einem Brunnen auffüllen, dann folgen wir dem Asphaltsträßchen, das den Ort in nordwestliche Richtung verlässt, durch die Felder nach Atapuerca. Nach etwas mehr als eineinhalb Stunden erreichen wir den Ort, der durch seine spektakulären archäologischen Funde bekannt geworden ist und heute zum UNESCO-Welterbe zählt. Die Knochenfunde aus den nahen Karsthöhlen sind bis zu 800000 Jahre alt und gehörten den Vorfahren der Neandertaler, den „Homo antecessor“. Am östlichen Ortsrand bietet der Archäologische Park Informationen zum Leben in der Altsteinzeit. Viele der Funde sind in unserem Etappenziel Burgos ausgestellt. Wir durchqueren Atapuerca, orientieren uns kurz vor den letzten Häusern des geschichtsträchtigen Orts nach links und halten uns an der nächsten Weggabelung rechts. Unser teils steiniger Weg steigt in westlicher Richtung durch lockere Bewaldung steil zur Sierra de Atapuerca an. Nach insgesamt etwa drei Stunden haben wir den Gebirgsrücken erklommen und passieren nahe dem plateauartigen Matagrande ein Holzkreuz. Bald genießen wir den freien Blick über die Ebene um Burgos und steigen erst auf einem kleinen Pfad, dann auf einem schräg links abzweigenden Sträßchen durch Felder nach Villalval ab. Eine halbe Stunde später passieren wir weiter unten im Tal den Ort Cardeñuela Ríopico und folgen der Straße weiter nach Orbaneja-Ríopico. Dahinter queren wir die Autopista del Norte A1 und wandern vorbei am Gelände des Flughafens von Villafría-Burgos und über eine Bahntrasse hinweg nach Villafría de Burgos. Wir stehen nun nach etwas weniger als sechs Stunden vor den Toren Burgos’ – bis wir die sehenswerte Altstadt erreichen führt uns der historische Pilgerweg jedoch mehrere Kilometer durch Industrieansiedlungen. Wer dies vermeiden möchte, weicht von der traditionellen Wegführung ab, biegt vor dem Flughafengelände links nach Castañares ab und wendet sich dahinter nach rechts. So gelangt man durch Waldgebiete und das Naherholungsgebiet Fuentes Blancas bis fast in die Altstadt von Burgos und passiert dabei ein Kartäuserkloster und eine Badestelle. Der traditionelle Jakobsweg führt uns jedoch in Villafría an die N1, der wir nach links folgen. Ungefähr zwei Stunden geht es nun immer geradeaus durch städtisches Gebiet. Nach einer Weile heißt die Straße Calle de Vitoria und wir bleiben auf ihr, bis linker Hand eine größere Grünanlage und vor uns die Plaza del Rey liegen. Dort wenden wir uns nach rechts und biegen bei der zweiten Möglichkeit wieder nach links in die Calle de las Calzadas ein, durch die seit Jahrhunderten die Pilger nach Burgos einziehen. An ihrem Ende gelangen wir an die Plaza Lesmes, an der sich die gotische Kirche Iglesia de San Lesmes mit dem Grabmal des Stadtpatrons, sowie ein Benediktinerinnenkloster befinden. Das Museo de Pintura "Marceliano Santa María" mit seinen Gemälden ist ebenfalls an der Plaza in dem ehemaligen Kloster San Juan untergebracht, das frühere Pilgerhospiz hier beherbergt heute ein Kulturzentrum. Weiter geht es geradeaus durch die Calle San Juan und schräg nach links in die Calle de Avellanos. Hier lohnt sich ein kleiner Abstecher durch die Calle de San Gil zum Stadttor und zur Kirche des Heiligen, in der sich ein Santisimo Cristo – ein Christus am Kreuz, der echtes Blut geschwitzt haben soll – befindet. Unser Weg beschreibt einen Linksbogen und führt uns durch die Calle de Fernán Gonzáles in südwestliche Richtung bis direkt vor die Kathedrale von Burgos. Auf dem Weg dorthin liegen rechter Hand noch zwei weitere Kirchen, die gotische San Estebán mit dem Museo del Retablo (momentan geschlossen) und die Kirche San Nicolás mit einem sehenswerten 465 Figuren umfassenden, spätromanischen Altar. Dann erheben sich nach achtstündigem Fußmarsch vor uns die Türme der mächtigen, zum UNESCO-Weltkulturerbe zählenden Kathedrale Santa María – das Ziel unseres zwölftägigen Pilgerweges ist erreicht. Drei Jahrhunderte (1260-1576) hat der Bau der gotischen Kathedrale gedauert. Besonders imposant ist die Westfassade der Kirche mit den beiden mehr als 80 m hohen Türmen des Baumeisters Johannes von Köln. Die Rosetten sind mit dem Symbol des Davidsterns verziert und weisen so darauf hin, dass sie durch Spenden der Juden von Burgos finanziert wurden. Eine weitere Sehenswürdigkeit der Kathedrale ist die „Goldene Treppe“, eine der schönsten Renaissancetreppen überhaupt, die den Höhenunterschied von 15 m zwischen dem Nordportal, der Puerta de la Coronería, und der vorbeiführenden Calle Paloma überwindet. Das Portal selbst ist allerdings seit 1830 verschlossen, so betreten wir die Kirche durch einen der anderen Eingänge. Im Inneren der drittgrößten Kathedrale Spaniens (nach Sevilla und Toledo) liegen der spanische Nationalheld El Cid und seine Frau begraben. Unbedingt sollte man dort den Blick in den Vierungsturm erheben und das filigrane, Licht durchflutete Gewölbe bewundern. In dem durch die Capilla de Santiago erreichbaren Kreuzgangkomplex befindet sich das Diözesanmuseum von Burgos. Außerdem sollte man sich die Zeit nehmen, durch die lebhaften Altstadtstraßen Burgos’ zu bummeln und sich die weiteren Sehenswürdigkeiten anzuschauen, so den Adelspalast Casa del Cordón, die beiden Torbögen Arco de Santa María und Arco de San Estebán, die Casa Miranda mit dem Museum von Burgos oder die Abtei Monasterio de las Huelgas. Dann können wir den Tag entweder in der städtischen Herberge Casa de los Cubos in der Calle de Fernán Gonzáles oder im Hospital de Santiago y Sta. Catalina über der Kapelle Capilla de la Divina Pastora in der Calle Laín Calvo nahe der Kathedrale beenden.
Pilgerstab, Pilgerausweis, Jakobsmuschel, Personalausweis/Reisepass, Auslandskrankenschein, festes Schuhwerk zum Wandern, Badeschlappen zum Duschen/Waschen in den Herbergen, Sonnenschutz, Essens- und Trinkwasservorräte, Schlafsack, evtl. Isomatte, Regenschutz, Nähzeug, Taschenmesser, Stirn-/Taschenlampe, Reiseapotheke, Handwaschmittel, Ohrstöpsel. Der Rucksack sollte nicht mehr als 10 kg bei Männern und 8 kg bei Frauen wiegen.
Auf diesem Teilstück gibt es Stellen, die besonders bei Nässe schwer begehbar sind und Trittsicherheit erfordern. Einige Gebirgsquerungen sind im Winter nicht zu empfehlen. Andere Tagesetappen bieten kaum Schatten, deshalb sollte ein Sonnenschutz unbedingt mitgenommen werden. Auf ausreichende Trinkwasservorräte ist zu achten, um bei hohen Temperaturen eine Dehydrierung zu vermeiden.
Ländervorwahlen: Frankreich 00 33, Spanien 00 34
Informationen zum Jakobsweg im Allgemeinen und zu Herbergen am Weg im Speziellen
Saint-Jean-Pied-de-Port: Accueil Pèlerin, Rue de la Citadelle 39, Tel. 0 559 370 357
Roncesvalles: OFICINA DE TURISMO, Tel. 948 76 43 26; Pilgerbüro und Herberge in der Abtei, Tel. 948 76 00 00
Larrasoaña: Pension Peregrino, Calle San Nicolas 50, Tel. 948 30 45 54 und 948 22 78 25
Pamplona: Oficina de Turismo de Pamplona, Calle ESLAVA, Hilarión 1, Tel. 848 42 04 20; Herberge, Albergue de Peregrinos del Camino de Santiago en Pamplona, Calle COMPAÑIA 4, Tel. 662 57 07 16 und 948 22 30 12; Casa Paderborn, Playa de Caparroso 6, Tel. 660 63 16 56
Puente la Reina: Oficina de Tourismo, Tel. 948 34 13 01; Herberge Santiago Apostol, Calle San Pedro, Tel. 948 340 220; Herberge der Padres Reparadores, Tel. 948 34 00 50 (Anmeldung im Kloster in der Calle Crucifijo 1)
Estella: Fremdenverkehrsbüro, Calle San Nicolás 3, Tel. 948 55 63 01; Städtische Herberge, La Rúa 50, 948 55 02 00; Herberge ANFAS, Calle Cordeleros 7, Tel. 695 89 55 51 oder 948 55 45 51
Los Arcos: Oficina de Tourismo, Calle de Los Fueros, 1, Tel. 948 64 00 21; Albergue Isaak Santiago, Calle de San Lázaro, Tel. 948 44 10 91; Albergue La Fuente „Casa de Austria“, Travesía del Estanco 948 64 07 97
Logroño: Oficinas de Información, Avenida de la Paz, 11, Tel. 941 27 70 01; Albergue de Logroño, Rúavieja 32, Tel. 941 23 92 01
Nájera: Oficina de Atencion al Peregrino, Tel. 941 36 36 16; Herberge, Plaza del Mercado, Tel. 941 36 06 75
Santo Domingo de la Calzada: Oficina de Información y Turismo - Centro de Interpretación "Camino de Santiago", Calle Mayor 33, Tel. 902 11 26 60 oder 941 34 12 38; Parador de Santo Domingo de la Calzada, Plaza Del Santo 3, Tel. 941 34 03 00; Hospederia "Cisterciense", Calle Pinar 2, Tel. 941 34 07 00
Belorado: Centro de Promoción Jacobeo, Plaza Mayor 1, Tel. 947 58 02 26; Albergue Parroquial de Peregrinos, Plaza de San Francisco 7, Tel. 947 58 00 85
San Juan de Ortega: Herberge im Kloster, Tel. 947 56 04 38
Burgos: Oficina de Turismo Municipal, Paseo del Espolón, Teatro Principal, Tel. 947 28 88 74; Städtische Herberge „Casa de los Cubos”, Calle Fernán González 28, Tel. 947 46 09 22; Herberge „Santiago y Sta. Catalina”, Calle Laín Calvo 10, Tel. 947 20 79 52
A63 bis Ausfahrt Bayonne-Süd, weiter über die D932 und D918 nach Saint-Jean-Pied-de-Port oder A64 bis Ausfahrt 7 (Bellocq), weiter über die D430 und D933 nach Saint-Jean-Pied-de-Port
In Saint-Jean-Pied-de-Port
Mit dem Zug nach Saint-Jean-Pied-de-Port