Wacholderheide bei Woppenroth
Als kulturhistorisches Relikt ist die Wacholderheide bei Woppenroth mit ihrem ganz eigenen Charme eine besondere Attraktion für Naturliebhaber. Ursprünglich reichte die Woppenrother Heide bis an das Dorf. Was nur noch wenige wissen, die Wacholderheide wurde über Jahrhunderte hinweg auch zum Vogelfangen benutzt. Die Beeren der Zypressengewächse lockten Wacholderdrosseln an, deren Fleisch schon vor tausend Jahren begehrt war. Mit Netzen und Schlingen aus Rosshaar oder Leimruten rückten die Vogelfänger den Drosseln zu Leibe. Das war mühsam, doch die Jagd auf andere Tiere war nicht erlaubt. Die Vogelfänger mussten ihre Beute erst der Herrschaft anbieten, von denen sie die Heideflächen gepachtet hatten. Erst wenn diese ablehnte, stand einem Drosselbraten nichts mehr im Wege. Oft war es das einzige Fleisch, das damals auf den Teller kam.
Durch intensive Aufforstung und die Industrialisierung der Landwirtschaft im 19. Jahrhundert wurde die Heide verdrängt - sie verbuschte allmählich. Im 20. Jahrhundert führte der Einsatz von Dünger dazu, dass auch magere Heideflächen, die bisher keinen Ertrag lieferten, zu Ackerland gemacht wurden. Heute hat man erkannt, dass die Wacholderheide einen hohen kulturellen Wert hat, den es zu erhalten