Zeitgenössische Verordnungen und Beschwerden von Müllern spiegeln heute die schwierigen Verhältnisse des einstmals zweigeteilten Herrschaftsgebietes wider: Der seit 1778 zum Herzogtum Lothringen gehörende Teil der Bevölkerung musste die Mühle im Nachbarort Imsbach aufsuchen; die zu Kurtrier gehörenden Bürger dagegen durften an Ort und Stelle in der Johann-Adams-Mühle ihr Korn mahlen lassen. Zwei Müllerfamilien, die gemeinsam die Mühle bewohnten, wechselten sich in zweiwöchigem Turnus bei der Nutzung der Mahlstube ab.
Die Johann-Adams-Mühle, ein zweigeschossiger, ursprünglich strohgedecker Fachwerkbau mit hochgezogenem Mühlrad, gilt heute als einzige Mühle im Saarland, bei der die Mahlstube noch mittelalterliche Züge aufweist. Das Wasser wird über eine zwölf Meter lange Brücke aus Eichenholz zum Mühlrad geleitet. Die Gebäudewände wurden ausgefacht und an Ort und Stelle mit einem eigens hergestellten Lehm-Strohgemisch verfüllt. Ein Reetdach schmückt das Mühlengebäude. Auch die offene Feuerstelle und der Backofen im Wirtschaftsraum wurden originalgetreu restauriert. Das Mühlrad dreht sich wieder, und auch das alte, dem mittelalterlichen Vorbild nachempfundene Mahlwerk, ist wieder funktionstüchtig.
Das Mühlenensemble beherbergt heute das Kreismühlenmuseum, in dem das Leben der einstigen Müllerfamilien wieder lebendig wird. Besonders sehenswert ist auch die Ausstellung "Vom Flachs zum Leinen". Im 200 Jahre alten Backofen wird noch immer regelmäßig Brot nach alter Rezeptur gebacken. Im Kleintierstall, wo früher Hühner und Schweine untergebracht waren, werden heute Ausstellungen regionaler Künstlerinnen und Künstler gezeigt und Kreativkurse angeboten. Die Landgaststätte im ehemaligen Ökonomiegebäude lädt zur Rast ein.
Öffnungszeiten des Museums und der Wechselausstellungen:
Ostern bis Oktober: sonn- und feiertags 14.00 - 18.00 Uhr.
Führungen nach Vereinbarung.
Gruppenpreis: 20 €.
Information unter: (06853) 1732