Roemervilla, Museum
Am Silberberg 1, 53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler
Im März 1980 bescherten die Bauarbeiten für den Ausbau der B267 am Fuße des Silberberges, am westlichen Ortsrand von Ahrweiler gelegen, einen sensationellen Fund: Durch den Bagger wurden Räume eines Herrenhauses des 2. bis 3. Jahrhunderts abgeschnitten. Die anschließenden zehnjährigen Ausgrabungen durch das Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz/Amt Koblenz konnten das Wohnhaus mit seinem großen Badetrakt gänzlich freilegen, einen Vorgängerbau des frühen 1. Jahrhunderts an gleicher Stelle nachweisen und die Geschichte des Siedlungsplatzes am Fuße des Silberberges vom 1. bis 8. Jahrhundert aufzeigen.
Die Ausgrabungen sind abgeschlossen, die Restaurierungsarbeiten haben begonnen und sollen über eine Reihe von Jahren als Museumsprogramm, d.h. vor Besuchern, fortgeführt werden; ein architektonisch überzeugender Schutzbau aus Holz und Glas ist an Ort und Stelle entstanden.
Der Erhaltungszustand der ausgegrabenen römerzeitlichen Bausubstanz ist für die Gebiete nördlich der Alpen einmalig und kann nur mit ähnlichen Bauten des mediterranen Raumes (z.B. Pompeji oder Herculaneum) verglichen werden. Da das Mauerwerk zum Teil bis zur Fensterhöhe ansteht, kann der Besucher in der Tat durch antike Räume hindurchgehen und so die ehemals vorhandene Raumkommunikation und den Eindruck, den diese auf die dort Lebenden machte, nachvollziehen. Doch nicht nur das Mauerwek ist ungewöhnlich gut erhalten, sondern auch dessen farbige Ausschmückung im Bereich der Sockelzone innerhalb der Räume ist in weiten Partien hervorragend an Ort und Stelle erhalten. Hinzu kommt der im Versturz gefundene bemalte Wandverputz, welcher sich zu nahezu vollständigen Ausmalungen von Zimmerdecken oder Wandpartien zusammensetzen läßt.
Auf der Empore über der Eingangshalle des Museums mit Kasse und Museumsshop erhält der Besucher durch ein großförmiges Modell einen Überblick über den Fund als Ganzes. Dieser läßt sich sodann vertiefen, wenn er von der Empore aus über den gesamten Grundriß des römischen Gebäudes hinwegschaut. Im Untergeschoß der Eingangshalle kann man sich anhand einer permanenten Diaschau sowohl über den Fund selbst als auch über die bei seiner Freilegung angewandten Techniken informieren.
Ein festinstallierter, behindertengerechter Rundweg führt den Besucher durch das gesamte Gebäude und vorbei an den interessantesten Teilen des Baus. Im ehemaligen Hof auf der Nordseite des Hauses sind die bei den Ausgrabungen gemachten Kleinfunde und restaurierte Partien der Wandbemalung ausgestellt.
Eintrittspreise:
Erwachsene 4,00 Euro
Ermäßigungen lt. Aushang
3,50/2,00 Euro
Familien 8,00 Euro
(2 Erw. und Kinder bis 14 J.)
Führungen nach Anmeldung:
Gruppen 35,00 Euro, fremdsprachig: 40,00 Euro
(max. 25 Pers.)
Schulklassen 25,00 Euro, fremdsprachig: 35,00 Euro
(max . 20 Pers.)
jeweils zzgl. Eintritt 2,00 Euro/Person