Der Pidinger Klettersteig führt durch die Nordflanke des Bad Reichenhaller Hausberges Hochstaufen (1771 m). Der 2003 von Sepp Reichenberger eingerichtete und von der Gemeinde Piding finanzierte Steig ist einer der schwierigsten Klettersteige Deutschlands. Die Routenwahl kann durchweg als gelungen bezeichnet werden. Während der Begehung erleben wir beeindruckende Tiefblicke und der wirklich kraftraubende Anstieg wird von einer Einkehrmöglichkeit quasi direkt am Ausstieg belohnt. Das Reichenhaller Haus (auch Staufenhaus genannt) liegt etwas unterhalb des höchsten Punktes des Hochstaufens. Es ist von Mitte Mai bis Mitte Oktober geöffnet. Die Anforderungen an unsere Kondition sind recht hoch, da während des gesamten Anstieges keinerlei Möglichkeit besteht, die Trinkreserven aufzufüllen. Der Pidinger Klettersteig ist bis auf einige wenige Passagen durchweg mit Sicherungsseilen und Eisenklammern versehen. Die Mitnahme eines Mountainbikes ist empfehlenswert, da der Zustieg größtenteils auf einer Forststraße verläuft. Der Steig selbst ist kraftraubend und verlangt körperliche Ausdauer und absolute Schwindelfreiheit.
Videos vom Pidinger Klettersteig könnt Ihr hier betrachten.
Vom Parkplatz beim Sägewerk in Urwies führt uns ein Forstweg in Richtung Südwesten bergan. Wir folgen diesem Weg, der ab dem Parkplatz eine gute Beschilderung in Richtung Pidinger Klettersteig aufweist, in Richtung Steiner Alm und biegen an einer Lichtung (Felsblock mit Bank) links ab. Zunächst halten wir uns noch ein wenig auf dem Forstweg, um dann den deutlich sichtbaren Steigspuren bis zum Einstieg (1020 m) zu folgen.
Routenbeschreibung:
Einer steilen Einstiegswand (C) folgen kurze Gehpassagen (A) entlang einer Schuttrinne. Der Steig wird passagenweise steiler (B) und quert die Rinne (A). Es folgt ein längeres, ebenes Gehstück, um die Wand nach rechts zu queren (A). Am Ende der Querung kann ein Notausstieg nach rechts erfolgen. Ein sehr steiles Wandstück (C/D) führt zu einer erneuten Querung nach rechts (A/B). Über einen steilen Pfeiler (C) geht es weiter hinauf. Eine kurze Querung bringt uns in eine steile Rinne (B/C). Über einen Blockgrat (A/B) erreichen wir einen steilen Pfeiler (C). Wir steigen nach links über kleine Steilstufen ab und queren ein gutes Stück bis über eine Rinne nach links (A/B). Eine Plattenpassage (B) führt uns an einem Schuttkessel vorbei und bringt uns an den Fuß einer sehr steilen Wand. Über diese (C) hinauf zu einer glatten Rampe (C/D/A). Ein sehr steiles Stück (D) folgt und um eine Kante herum erreichen wir in leichter werdendem Gelände (C/B/A) das Wandbuch. Bis zum Ausstieg folgen noch steile Passagen, die nach oben hin leichter werden (C/B/A).
Abstieg:
Wir folgen dem Normalweg in Richtung Nordwesten bergab. An einer Abzweigung halten wir uns in Richtung Piding und Urwies. Wir steigen durch den Wald hinab und treffen im Gelände der Steiner Alpe wieder auf den Forstweg. Diesem folgen wir (an einer Abzweigung halten wir uns rechts in Richtung Urwies) hinab bis zum Parkplatz.