1 Die Geschichte der Klettersteige
Wirtschaftswege zwischen abgelegenen Dörfern und Siedlungen im Gebirge wurden schon vor vielen Jahrhunderten mit Leitern und Seilen versehen. Die ersten „richtigen“ Klettersteige wurden jedoch erst im Laufe des 19. Jahrhunderts geschaffen. So entstand 1843 der erste Klettersteig am Dachstein, wenige Jahre später zierten auch den Großglockner die ersten Seilsicherungen. Im deutschen Alpenraum war es der Heilbronner Weg, der 1899 zu einem der ersten klassischen Klettersteige ausgebaut wurde.
Zu Zeiten des Ersten Weltkriegs herrschte ein verbitterter Kampf auch in den Höhenlagen der Alpen. Um die Fronten mit Nachschub versorgen zu können, schufen die verfeindeten Armeen gesicherte Versorgungswege, die in Italien Via Ferrate (Eisenweg) genannt wurden. Der Begriff wird auch heute noch im gesamten deutschsprachigen Raum synonym für Klettersteige verwendet.
Seit den 1960er Jahren werden Klettersteige auch zur puren Freizeitbetätigung angelegt. Diese, oft entlang exponierter Grate oder mit Überhängen und Seilbrücken versehenen Steigrouten, zählen zu den modernen Sportklettersteigen. Da Klettersteige seit wenigen Jahren einen wahren Boom erleben, werden seitens örtlicher Tourismusverbände oder Bergsportfirmen auch heute noch zahlreiche neue Steige errichtet.
2 Die Ausrüstung
Die beiden lebenswichtigen Utensilien für eine Via Ferrata-Tour sind ein Hüftgurt und ein Klettersteig-Set. Moderne Klettersteig-Sets haben eine so genannte Y-Form. Sie bestehen aus zwei separaten Ästen mit Gummizug und Karabinern und einem zentralen Bandfalldämpfer. Durch die doppelte Sicherung ist der Kletterer bei richtiger Bedienung jederzeit mit mindestens einer Sicherung am Stahlseil gesichert. Kommt es während des Kletterns zum Sturz, so stoppt der Bandfalldämpfer den Sturz des Kletterers und kann so sein Leben retten. Befestigt wird das Klettersteig-Set mit einem Sackstich an der Einbindeschlaufe des Hüftgurts. Neben der alleinigen Verwendung eines Hüftgurts ist zusätzlich die Sicherung mit einem Brustgurt – der mittels Schlauchband mit dem Hüftgurt verbunden werden muss – anzuraten. Unkontrollierte Stürze in Rückenlage sowie Verletzungen von Hinterkopf und Wirbelsäule können so deutlich reduziert werden.
3 Schwierigkeitsskala
Es gibt für Klettersteige unterschiedliche Skalierungen, jedoch bislang keine allgemein anerkannte Schwierigkeitsskala. Die Klettersteig-Touren in unserem Tourenportal orientieren sich an der im deutschsprachigen Alpenraum mittlerweile geläufigsten Skalierung von Kurt Schall:
A = einfach
flach bis steil, meist felsig oder von Felsen durchsetzt, ausgesetzte Passagen möglich
B = mäßig schwierig
steileres Felsgelände, teilweise kleine Tritte, mit ausgesetzten Stellen
C = schwierig
steiles bis sehr steiles Felsgelände, meist kleine Tritte, längere bzw. sehr häufig ausgesetzte Passagen
D = sehr schwierig
senkrechtes, oft auch überhängendes Gelände; meist sehr ausgesetzt
E = extrem schwierig
senkrecht bis überhängend; durchwegs ausgesetzt; sehr kleine Tritte oder Reibungskletterei
F = mehr als extrem schwierig
primär überhängend; ausgesetzt; sehr kleine Tritte oder Reibungskletterei
4 Gefahrenpotenzial - Klettersteige
Die arabischen Ziffern 1-6 benennen das Gefahrenpotential einer Klettersteig-Tour. Dieses wird aus Variablen wie Zustand der Versicherungen, Steinschlagrisiko oder Wegführung (z.B. Eisfelder, Spaltengefahr incl. Zu-, Abstieg) bestimmt. Die Variable mit der größten Gefahreneinstufung bestimmt die Höhe des Gefahrenpotenzials. In der Windrose für die Exposition (Hitze, Kälte) wird die überwiegende Ausrichtung der Hänge, auf denen man sich bewegt, angezeigt.
5 Hier nun noch einige hilfreiche Links mit zusätzlichen Informationen