Der einschiffige, rechteckige Bau ist rund 15 Meter lang und etwa 8 Meter breit. Er verfügt über einen quadratischen Chor und eine wahrscheinlich im 14. Jahrhundert angebaute Sakristei. Das Mauerwerk ist noch recht gut erhalten und wurde teilweise restauriert. Auch heute vermittelt es noch einen guten Eindruck vom ursprünglichen Aussehen des Bauwerks. Unterhalb der Ruine finden Besucher außerdem eine gefasste Quelle mit einem Lauftrog.
Um 1387 wurde die Kapelle erstmals urkundlich erwähnt. Im 16. Jahrhundert setzte nach der Reformation ihr Verfall ein und im späten 16. Jahrhundert kam es zur Nutzung als Steinbruch durch die Bevölkerung von Lindenfels. Für das Jahr 1786 werden erstmals Wallfahrten zur Lichtenklinger Kapelle erwähnt. 1910 wurden Ausgrabungen und 1911 erste Konservierungsarbeiten durchgeführt. 1953 erfolgten weitere Konservierungsarbeiten. 1980 kam es zur Wiederaufnahme der jährlichen Wallfahrten: Einmal im Jahr findet eine Marienwallfahrt von Abtsteinach nach Lichtenklingen statt.
Bei der Aufgabe von "St. Maria in Lichtenklingen" wurde die Marienfigur in die Kapelle nach Unter-Abtsteinach gebracht. Der Legende nach kehrte die Figur auf ungeklärte Weise dreimal nach Lichtenklingen zurück, bevor sie in der Kapelle blieb, wo sie auch heute noch steht.
