Gleich drei Loretto-Kapellen befinden sich am südlichen Ortsrand von Oberstdorf. Als der Platz der ersten Kapelle nicht mehr ausreichet, baute man eine zweite und schließlich sogar noch eine dritte. Auf diese Weise entstand ein einmaliges Ensemble.
Im deutschen Sprachraum wurden Loretto-Kapellen ab dem 16. Jahrhundert erbaut, oftmals als Stiftung eines wohlhabenden Pilgers nach der Rückkehr von einer Lorettowallfahrt nach Italien. Jedoch waren sie auch ein Mittel der Gegenreformation und ihr Bau wurde gefördert.
Der Sage nach gelobten die Oberstdorfer den Bau der Kapelle als Dank dafür, dass nachdem die Stillach wiederholt verheerend über die Ufer getreten war auf einem Bittgang mit dem Kreuz hin sich die Stillach dauerhaft wieder in ihr Flussbett zurückzog. Die Kapelle wurde im früheren Sprachgebrauch deshalb früher auch als "Abbachkapelle" bezeichnet.