Ruine Hellkirch im Hahnenbachtal
Die Ruine Hellkirch liegt ein wenig versteckt - fern von jeder Verkehrsstraße - südwestlich von Woppenroth im Hahnenbachtal. Der Weg istab der Ortsmitte ausgeschildert. Die Anhöhe, auf der die Hellkirch steht, erhebt sich etwa 60 m über dem Tal empor und wird von Norden, Westen und Süden vom Hahnenbach umflossen. Nach Westen und Südosten fällt der Felsenkopf steil zum Tal hinunter. Der Zugang erfolgt von der Nordostseite.
Die von einem Laubwald umgebene Ruine hat einen fast quadratischen Grundriss. Heute ist nur noch ein u-förmig angeordnetes Bruchsteinmauerwerk vorhanden. Auffallend ist das 1,5 m starke Mauerwerk. Diesem Umstand ist es wohl zu verdanken, dass das Bauwerk in all den Jahren der Witterung standgehalten hat. Der innere Flächenraum ist recht gering. Er beträgt gerade mal rund 20 qm. Die Ostseite, die unter der Witterung am wenigsten zu leiden hatte, ist am besten erhalten und macht einen noch recht stattlichen Eindruck mit ihrem gotischen Rundbogenfenster. Die Mauer auf der Westseite hat am meisten gelitten und ist fast durchweg dem Boden gleich. Hier befand sich wohl auch der Eingang.
Einige Historiker vertreten die Auffassung, dass es sich bei der Ruine nicht um eine Kirche, sondern eher um eine Warte handelt. Gegen eine Kirche oder Kapelle spricht die relativ unzugängliche Lage und die Größe der Anlage. Alte, im Mittelalter bedeutende Wegeverbindungen von der Nahe zur Mosel und der Weg über Bollenbach nach Heuchelheim lassen eine Wachtanlage, gerade im Hinblick auf die benachbarte Schmidtburg eher sinnvoll erscheinen. In der Nähe dieser Straßen lagen die schon vor langer Zeit untergegangenen Siedlungen „Blickersau“ und „Kaffelt“. Andere vermuten wiederum, dass das Gebäude aufgrund seiner Bauart ehemals ein Kirchlein oder eine Kapelle war. Denn bei einem Wehr- oder Wachturm, selbst bei einer Wehrkirche, hätte man früher nie eine derartige Öffnung im unteren Teil des Turmes gebaut, da man an dieser Stelle besonders angreifbar gewesen wäre. Die Anhöhe, auf der sich die Ruine erhebt, führt in der Flurkarte den Namen „Kirchberg“, was ein Hinweis auf eine Kirche sein könnte.
Urkundliche Erwähungen der „Hellkirch“ gibt es nicht. Fazit: Die Hellkirch ist und bleibt vorläufig ein Rätsel.