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Folklore

Der Teufelsdukaten

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Der Teufelsdukaten

 
 

Der Teufelsdukaten

In zahlreichen Orten des Illertales wird die über ganz Deutschland verbreitete Sage vom Teufelsdukaten erzählt. Wir berichtet sie so, wie man sie einst in Grönenbach erzählte.

Ein Armenhäusler hatte durch ein Zauberbruch Verbindung mit dem Teufel bekommen. Dieser stellte dem Mann frei, ob er durch ein sofortiges großes Geschenk, etwa durch einen stattlichen Hof, oder durch viele kleine Gaben, die den menschen weniger auffallen würden, reich werden wolle. Der Mann entschied sich für das letztere. Darauf zog der Teufel einen hellglänzenden Dukaten aus der Tasche und gab diesen dem Armenhäusler. Dem erschien diese Gabe ja ganz nett und recht, aber eben doch nicht ausreichend, um alle Not der Seinen lindern zu können. Der Teufel aber sagte, er solle nur erst einmal damit einkaufen.

Kaum war der Böde fort, hieß der arme Mann einer seiner Buben in der Mühle Mehl holen für das Goldstück, das er ihm gab. Der Bub ging hin, zahlte mit dem Dukaten und brachte das Mehl nach Hause. Aber wie sie in den Geldbeutel guckten, war der Dukaten wieder drin. Da wußte der Mann, daß der Teufel ihm einen "Bleibtreu" geschenkt hatte, eine Münze, die, so oft man sie auch ausgibt, immer wieder auf geheimnisvolle Weise in den Beutel ihres ersten besitzers zurückkehrt. darüber war er natürlich hocherfreut. Er glaubte, auf diese Weise werde niemand von seinem Teufelsgeschenk etwas merken, denn er käme nur nach und nach zu Wohlstand, und damit ja kein Mensch etwas ergwöhnen sollte, beschloß er, nach wie vor fleißig zur Arbeit zu gehen.

Aber der Müller merkte doch etwas. Wenn jedesmal der Gleiche mit dem gleichen Dukaten zahlt, und dann am Abend ausgerechnet dieses Goldstück in der Schublade fehlt, dann kann so etwas nicht mit rechten Dingen zugehen. Als nun des Armenhäuslers Bub wieder einmla zum Einkaufen kam, behielt der Müller den Dukaten fest in der Hand. Aber kaum war der Bub aus der Tür, da wars, als ob der Dukaten Kraft gewänne und jenem folgen wolle. Mit aller Kraft mußte der Meister seine Hand zudrücken. Jedenfalls, er hatte den Bleibtreu erkannt.

"Euch werd ich helfen!" dachte der Müller. Im Hof lag seit Jahr und Tag ein alter ausgedienter Mühlstein, der viele Klumsen und Schrunnen hatte. In den schlug der Müller den Bleibtreu mit einem Hammer hinein. Nun würde ihm der Dukaten nicht mehr entrinnen, dachte er bei sich. Aber, er wollte seinen Augen nicht trauen: da stellte sich der alte Mühlstein auf und rollte zum Tor hinaus, dem Armenhaus zu. Der verdutze Müller lief nach, so schnell ihn seine Füße trugen. Aber lange vor ihm war der Mühlstein durch die Tür des Armenhauses gerollt und hatte den Herrn des Bleibtreu zermalmt.

Als man den armen mann außerhalb des Freidhofs begrub, da kam der Mühlstein abermals angerollt und legte sich mitten aufs Grab. Noch lange konnte ihn man da liegen sehen. Wer ihn aber sah, der schlug ein Kreuz und machte einen großen Bigen um diese unheimliche Stätte.

In den Weilern und Einöden des Kemptner Waldes wird die Sage so erzählt, daß der Müller den Dukaten an das im Mühlwerk befestigte Mühlrad genagelt habe. Daraufhin sei das Rad aus seinem Lager gesprungen und querfeldein gegen das Häuslein gestürmt, in dem der Teufelsgünstling wohnte. Die einstürzende Hütte haben diesen dann erschlagen.

(Quelle: Allgäuer Sagen, Endrös H. + Weitnauer A., S. 281-282)

Quelle

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