Das wenige Schritte entfernte Wildbad mit seiner idyllischen Lage im Wald zählte einst zu den alten Mineralbädern Deutschlands. Es diente den Markgrafen von Ansbach als Kur- und Erholungsort. Heute beherbergen die historischen Gebäude einen Waldgasthof. Oberhalb des Wildbades führt der EWW am dreiflügeligen Markgrafenbau vorbei. Er wurde vom letzten Markgrafen von Ansbach 1790 als Jagdschloss errichtet.
Etappe 3: Vom Wildbad nach Neusitz
Das Altmühlquellgebiet um Wildbad ist der nördlichste Punkt der Europäischen Wasserscheide im Bereich der Frankenhöhe. Von hier ab führt uns der EWW wieder in südliche Richtung. Die waldreiche Strecke erreicht kurz vor Nordenberg das Waldschwimmbad. Es bietet Gelegenheit, an heißen Tagen eine Erfrischung zu suchen. Wohltuend für die Füße, kann auch ein Abstecher zum nahen Barfusspfad sein. Wir „erfahren“ das Laufen ohne Schuhe auf verschiedensten Materialien wie Rindenmulch, Gras, Waldboden, Kies oder Wurzeln. Darüber hinaus bietet der Pfad ein Erlebnis für alle Sinne zum Fühlen, Tasten, Riechen und Hören.
In Obernordenberg befinden wir uns genau auf der Europäischen Wasserscheide und genießen einen schönen Blick bis nach Rothenburg ob der Tauber. Hinter Nordenberg, versteckt im Wald, wartet ganz in der Nähe die Ruine von Nordenberg, die durch mächtige Wallgräben geschützt wird, auf ihre Entdeckung. Noch heute stellt der Burgstall Nordenberg ein beeindruckendes Bodendenkmal dar. Der Kernburg ist nach Osten eine vierfache Grabenanlage mit Vorburg vorgelagert, talwärts nach Nordwesten zieht die Befestigung nochmals um eine große Vorburg herum, in der heute noch der zur Burg gehörige Wirtschaftshof (Vorhof) steht.
An der Straße bei Linden steht eine Infotafel über die Europäische Hauptwasserscheide. Nach Westen fließen die Wasser über Tauber und Aisch in den Main und von hier über den Rhein in die Nordsee. Das Wasser der Altmühl fließt zur Donau und gelangt damit in das Schwarze Meer.
An der Schweinsbachquelle und einem Sandsteindenkmal, das an einen ehemaligen Forstbeamten erinnert vorbei, führt der Wanderweg durch den Forst von Kloster- und Karrachwald. Hier verbirgt sich ein landschaftliches Kleinod: der Karrachsee mit der hübsch gelegenen gleichnamigen Mühle. Eine wohltuende Ruhe umgibt seine schilfgesäumten Ufer, die vielen Vögeln und Reptilien noch weitgehend ungestörten Lebensraum ermöglichen. Sogar der vielerorts vertriebene Biber darf hier noch fleißiger Baumeister sein.
Etappe 4: Von Neusitz nach Schillingsfürst
Hinter Wachsenberg bringt uns der Europäische Wasserscheideweg wieder an den Steilrand der Frankenhöhe. Oberhalb von Neusitz, im Bereich des Schlossberges, überwindet der Steilhang einen Höhenunterschied von 100 Metern. Der Hangwald wird meistens von schönen Buchenbeständen bewachsen, aber auch Eichenwald und schöner Mischwaldbestand begleiten uns immer am Rand der Frankenhöhe und dicht an der Wasserscheide in Richtung Süden, bis wir bei Oberbreitenau aus dem Wald heraus treten.
Kurz vor Oberbreitenau berührt der Europäische Wasserscheideweg streckenweise den alten Kirchenweg von Schönbronn nach Kirnberg. Der Weg führt durch den kleinen Ort Schönbronn, in dem das im Jugendstil erbaute Hessingsche Hofgut besonders auffallend ist.
Kurz nach Schönbronn, oben auf der Höhe, lohnt sich ein kleiner Abstecher zum Naturschutzgebiet Kühberg bei Gastenfelden mit wundervoller Aussicht hinunter in das Hagenbachtal: Ein breiter Forstweg zweigt im Effnerwald links zur Aussicht ab – ca. 800 Meter.
Nach Verlassen des Effnerwaldes quert der Europäische Wasserscheideweg ein großes Wiesenstück mit einem schmalen Streifen Wald. Bei genauem Hinsehen, kann man noch erkennen, daß dies früher einmal ein großer Fischteich war; die Bäume sind die westliche Begrenzung des Teiches, an dem die Obrigkeit in vergangener Zeit zu angeln und fischen pflegte (Hinweistafel oben an der Straße).
Über den waldbewachsenen Grasbühl erreichen wir Schillingsfürst. Ein im Hang verlaufender Weg führt zuerst an einem kleinen Weiher, dann im Zick-Zack hinauf zum Kardinalsgarten und weiter am Schloß Schillingsfürst vorbei.
Etappe 5: Von Schillingsfürst nach Schnelldorf
Vom Schlossberg führt der Europäische Wasserscheideweg talwärts am barocken Rathaus, der katholischen Kirche Kreuzerhöhung, der evangelischen St. Kilians Kirche und am Dorfsee vorbei zur Wörnitzquelle. Am Ortsrand von Schillingsfürst können unsere müden Wanderfüße in der Kneippanlage frische Kraft tanken.
Am Friedhof führt der Weg aus Schillingsfürst heraus in Richtung Oberoestheim. Dabei haben wir immer wieder grandiose Blicke von der Wasserscheide aus tief in das Taubertal, bis hin nach Rothenburg o.d.T.. Nach dem Queren der Talsenke und leichtem Anstieg erreicht der EWW den Weiler Obergailnau.
Der folgende Streckenabschnitt zwischen Obergailnau und Grüb ist wohl der romantischste Teil des gesamten Europäischen Wasserscheidweges. Beeindruckend ist der Erdrutsch am Gailnauer Berg bei Obergailnau. Gleich hinter den wenigen Häusern des kleinen Weilers informiert eine Tafel über den Gailnauer Erdrutsch. Im Frühjahr 1957 riss plötzlich der dortige Schilfsandstein, auf einer Höhe von bis zu 10 Metern, einer Breite von bis zu 20 Metern und einer Länge von mehr als 200 Metern, glatt ab und stürzte samt Baum und Strauch ins Tal. Der weitere Weg durch den Wald ist recht romantisch. Er windet sich immer am Waldhang entlang, mit teilweise schroffen Steilabbrüchen zur Rechten.
Nach Grüb führt der Europäische Wasserscheideweg den Wanderer über den Grüber Ranken auf breiten Forstwegen durch ruhige Waldabschnitte.
Ein Abstecher zur ca. zwei Kilometer entfernten St. Jakobskirche (Hinweistafel) in Wildenholz ist lohnenswert. Die auf einer Anhöhe gelegene Kirche wurde im romanischen Baustil errichtet, im Mittelalter dann der Zeit entsprechend im gotischen Stil renoviert und erweitert. Die in der Kirche freigelegten Fresken sind sehenswert. Am besten erhalten werden konnte ein überlebensgroßes Fresco an der Nordwand, das den Heiligen Christopherus mit Stab und Bart abbildet - der Legende nach der Schutzpatron von Wanderern und Pilgern.
Kurz vor Schnelldorf weist der Wanderweg abwärts und erreicht nach dem Wald im Talgrund den idyllisch gelegenen Erlensee, einen schönen Bade- und Angelsee. Im Sommer lädt er, kurz vor dem Ende der langen Wanderung auf dem Europäischen Wasserscheideweg, zu einem erfrischenden Bad ein. In der Badesaison ist der Kiosk mit Biergarten auf der rechten Seite geöffnet.
In Schnelldorf führt der Europäische Wasserscheideweg an der Schule vorbei, durch den oberen Ampfrachgrund, zum Bahnhof. Dort endet der Wanderweg Europäische Wasserscheide.
Quelle:
Tourismusverband Romantisches Franken