Text: Naturpark Altmühltal
Nach dem Tourstart in Gunzenhausen - wo wir uns die vom fränkischen Baustil geprägte Altstadt und das Museum für Vor- und Frühgeschichte mit römischen Funden aus der Region nicht entgehen lassen sollten - führt der Weg durch eine wiesenreiche Ebene. Im Burgstallwald und bei Rittern sind Reste der rätischen Mauer und steinerne Fundamente von Wachttürmen gut erhalten. Am Etappenziel in Ellingen befindet sich das Deutschordenschloss Ellingen.
2. Etappe: Ellingen - Erkertshofen (30 km):
Kurz nach Ellingen trifft der Limeswanderweg auf das Kastell Sablonetum, dessen Nordfront rekonstruiert wurde. Weiter entlang des Fernwanderweges wartet bei Burgsalach ein echtes Unikum auf Römerfans: Zu entdecken sind hier die Grundmauern des Kleinkastells Burgus, eines für Europa einmaligen Bauwerkes. Parallelen zu seiner Bauweise finden sich nur in Nordafrika. Im Anschluss können wir die schnurgerade Grenzziehung der Römer bewundern, indem wir sie auf dem Limeswanderweg am Rande des Raitenbucher Forstes Schritt für Schritt nachvollziehen. Über eine ausgedehnte Ebene erreicht der Weitwanderweg schließlich Erkertshofen bei Titting.
3. Etappe: Erkertshofen - Denkendorf (22 km):
Kurz nach Erkertshofen erreichen wir die einzige Rekonstruktion eines steinernen Limeswachtturms in Bayern. Es lohnt sich, die schmale Stiege im Inneren emporzusteigen: Wie schon die römischen Grenzsoldaten genießen wir den Blick übers Land. Weiter geht es durch ein stilles Waldgebiet und über die sonnige Jurahochebene. Nach Pfahldorf begegnen wir einem besonders gut nachvollziehbaren Teilstück des Limes. Noch bevor der Limeswanderweg die Altmühl erreicht, treffen wir auf einen hölzernen Wachtturm und auf die gesicherten Mauerreste eines ehemaligen Wachtturmes aus Stein. In Kipfenberg geht es anschließend hinauf zum Römer und Bajuwaren Museum auf der Burg Kipfenberg, wo auch der neue Infopoint Limes auf wissensdurstige Besucher wartet: Mit der Inszenierung einer römischen Wachtstube und vielen Tipps ein anschaulicher Wegweiser zum Limes und der römischen Geschichte im Naturpark Altmühltal. In schattigen Wäldern die Ruhe genießend, folgen wir weiter der im Volksmund ehemals Teufelsmauer genannten römischen Grenze bis Denkendorf.
4. Etappe: Denkendorf - Altmannstein (18 km):
Westlich von Altmannstein macht der Limes im idyllischen Schambachtal seinen berühmten „Knick“: Er verlässt auf sechs Kilometern seinen südöstlichen Kurs Richtung Donau. Für eine erholsame Rast bietet sich die Gegend um Altmannstein an, wo der Limeswanderweg mehrere Dörfer durchquert.
5. Etappe: Altmannstein - Bad Gögging (22 km):
Nach Altmannstein geht es zügig und kerzengerade weiter bis zur Donau, die als sogenannter „nasser Limes“ die Funktion der Grenzmauer übernahm. Gen Süden folgt die letzte Etappe des Limeswanderwegs dem Fluss. Für die Flussüberquerung bei Eining können wir eine Fähre nutzen. Am anderen Ufer setzt das Kastell Abusina als einzige in ihrem Mauerbestand vollständig freigelegte römische Wehranlage in Bayern einen spannenden Schlussakkord. Der Limeswanderweg endet in Bad Gögging. Unter Kaiser Trajan wurden dort 80 n. Chr. Badeanlagen erbaut, die den Ort zu einem der größten Staatsbäder nördlich der Alpen machten. Heute sind die Relikte dieser riesigen Anlage unter der St.-Andreas-Kirche zu besichtigen - und auf müde Wanderer warten die modernen Kur- und Badanlagen diesem traditionsreichen Thermenort.
Text: Naturpark Altmühltal