Der Böhmweg zählt zu den ältesten Verbindungen zwischen Donau und Moldau. Wohl schon zur Keltenzeit führten ausgetretene Fußwege über den „Nortwald“. Als der Weg im 18. Jahrhundert mit Granitplatten befestigt wurde, konnte er mit Planwagen befahren werden. Wegen der Gefahren durch Wegelagerer, Bären und Wölfe zogen Säumer, Kaufleute, Missionare, Pilger, Könige und Kaiser, Künstler, Krieger und fahrendes Volk in Kolonnen ihres Weges, hinüber und herüber.
Anfang des 19. Jahrhunderts verlor der Böhmweg wegen der Erbauung der Ruselstraße seine Bedeutung als Verkehrsweg, erwachte aber als Wanderweg zu neuer Blüte.
Heute führt er den Wanderer auf den Spuren der alten Händler und Reisenden vom Donautal über die Berge des Bayerischen Waldes bis nach Böhmen hinein. Wegen seiner relativ kurzen Tagesetappen und den überwiegend bequemen, breiten Wegen ist der Böhmweg gut für Familien und gemütliche Wanderer geeignet. Dabei bleibt immer reichlich Zeit, die zahlreichen Ortschaften und Sehenswürdigkeiten am Weg zu besichtigen.
1. Etappe: Deggendorf – Bischofsmais (17 km, ca. 4 Stunden)Mit dem Stadtbus gelangt man vom Busbahnhof oder dem prächtigen Stadtplatz in Deggendorf nach Maxhofen, Zwieslerbruck in Richtung Tattenberg. Von hier führt die abwechslungsreiche Wanderung hinauf in den Bayerischen Wald. Für den Aufstieg bis zur Josephsbuche (480 Höhenmeter) entschädigen herrliche Ausblicke, die idyllische Landschaft sowie die schöne Kirche in Greising (1691/92). Durch ausgedehnte Wälder und Heckenlandschaften geht es dann hinunter nach Bischofsmais zur Wallfahrtsstätte St. Hermann.
2. Etappe: Bischofsmais – Weißenstein (7 km, ca. 2 Stunden)Gemütlich geht’s weiter: Von Bischofsmais geht es zunächst hinab zur Schlossauer Ohe. Dann folgt ein Aufstieg (180 Höhenmeter) zu der majestätischen Burgruine Weißenstein auf den Quarzfelsen des Pfahls. Vom Burgturm bietet sich eine herrliche Rundumsicht über die Berge. Auch bleibt genügend Zeit, das Museum im Fressenden Haus zu besichtigen und im Gläsernen Wald zu spazieren.
3. Etappe: Weißenstein – Zwiesel (12 km, ca. 3. Stunden)Heute geht es von Weißenstein über Poschetsried und Schweinhütt in die Glasstadt Zwiesel ohne Anstrengung durch offene Kulturlandschaften. Wer schmale Fußpfade vorzieht, der kann auch auf dem Flusswanderweg durch das idyllische Regental von Regen nach Zwiesel wandern. In Zwiesel besteht die Möglichkeit, das Waldmuseum, die katholische Stadtpfarrkirche (mit herrlichen Kirchenfenstern im neugotischen Stil) oder eine der Glashütten (und die weltgrößte Glaspyramide) zu besichtigen.
4. Etappe: Zwiesel – Bayerisch Eisenstein (16 km, ca. 5 Stunden)Ohne größere Höhenunterschiede, geht es heute durch die ausgedehnten Bergwälder des Nationalparks Bayerischer Wald und Šumava. Vom Glaspark in Theresienthal erreicht man zunächst Ludwigsthal (Infozentrum „Haus der Wildnis“ mit Freigehege) mit der neuromantischen Jugendstilkirche und schließlich die Waldenklave Zwieslerwaldhaus. Dort geht die Wanderung durch die ausgedehnten Grenzwälder weiter nach Bayerisch Eisenstadt, wo der Grenzbahnhof heute als grenzüberschreitendes Informationszentrum zu besichtigen ist.
Text: Tourismusverband Oberbyern e.V.