Bergtouren

Bergtour_1

Touren auf Bergwegen im Gebirgsgelände stellen zweifelsohne die Königsdisziplin des Wanderns dar. Sowohl spektakuläre Bergpanoramen vor atemberaubenden Sonnenaufgängen und -untergängen, als auch die erholsame Ruhe auf den felsigen Gipfeln sind für Bergsportler der Lohn aller Mühen des schweißtreibenden Aufstiegs.


Wird eine Bergtour in großen Höhen abseits von Wegen und Pfaden durchgeführt, so spricht man auch von Alpinwanderungen. Im Gegensatz zum klassischen Bergsteigen – wozu auch HochtourenSkitouren oder Schneeschuhtouren zählen – wird bei alpinen Bergtouren vollständig auf eine Kletterausrüstung samt Seil und Sicherungsgerät verzichtet. 


Die Gründe für eine Bergtour könnten unterschiedlicher nicht sein: Manch einer unternimmt Touren in Hochgebirgen wie den Alpen, zum Beispiel auf die Zugspitze, aus rein sportlichen Gründen. Hier stehen dann Höhenmeter und Gipfelsieg im Vordergrund. Für manche ist das oft umwerfende Bergpanorama genug Ansporn, sich den Höhenmetern zu stellen. Wer beispielsweise in Bayern, in der Schweiz, in Tirol oder in Südtirol in den Bergen unterwegs ist, weiß auch das gute Essen auf den Hütten zu schätzen. Eine Bergtour ist sicher der richtige Einstieg in die unzähligen Sportmöglichkeiten im Gebirge und im Hochgebirge - egal ob man sich entschließt nur einen Gipfel zu erstürmen oder bei einer mehrtägigen Bergtour gleich mehrere Berge in Angriff zu nehmen.

 

1 Abgrenzung

Bergtouren zeichnen sich vor allem durch die alpine Umwelt aus: Sie führen normalerweise oberhalb der Baumgrenze und weisen ggf. weglose Teilstücke oder Kletterpassagen auf. Insgesamt werden meistens über 1.000 Höhenmeter im Aufstieg zurückgelegt. Aufgrund der alpinen Lage und der Entfernung zur Zivilisation bergen Bergtouren einige alpine Gefahren, allen voran Wetterumschwünge, Steinschlag und Absturzgefahr. Ein Rückzug oder eine Bergung kann häufig problematisch sein, weshalb eine gewissenhafte Vorbereitung und Erfahrung nötig sind. Gemäß der Definition wird bei alpinen Bergtouren weitgehend auf Kletterausrüstung verzichtet. Jeder Bergsteiger muss in der Lage sein, die Strecke selbstständig und ohne Hilfsmittel zu bewältigen.

 

2 Unterscheidung von Bergwegen 
Während eine Talwanderung – an gelben Markierungen erkennbar - eben im Tal auf gebirgstypischem Gelände stattfindet, beginnt die Bergwanderung – in der Regel weiß-rot-weiß markierte Wege – dort, wo der Pfad auf dem Berghang verläuft. Vom Alpinwandern – weiß-blau-weiß markierte Wege – hingegen spricht man erst dann, wenn die Route abseits von Wegen und Pfaden in großen Höhen (auch durch Schnee, Geröllfelder oder Wiesenhänge) verläuft. Verläuft die Route in der Nivalzone auf einer Höhe mit ganzjähriger Eisbedeckung, so spricht man im Gegensatz zur Bergtour von einer Hochtour.

 

3 Sicherheit am Berg

Wer sich auf eine Bergtour begibt, sollte die folgenden Grundregeln unbedingt beachten:

  • Vertrauensperson informieren. Handy mitnehmen und vor dem Aufbruch Startzeit , genauen Ort, geplante Route und die voraussichtliche Ankunftszeit an eine vertraute Person übermitteln.
  • Machbare Tour auswählen. Die ausgewählte Bergtour sollte sich unbedingt an Kondition, Kraft und Ausdauer der Wanderer orientieren.
  • Wettervorhersage beachten. Wetterumschwünge im Gebirge sind häufig und nicht ungefährlich.
  • Warme, wasserfeste Kleidung und Erste-Hilfe-Set einpacken. Auf jede Bergtour gehören wind- und wasserdichte Wechselklamotten sowie ein Erste-Hilfe-Set mit ins Gepäck.
  • Karte, Kompass, GPS-Gerät mitnehmen. Wer sich verantwortungsvoll auf Bergtour begibt, sollte im Vorfeld unbedingt die Route einstudieren und Karte, Kompass oder ein GPS-Gerät mitnehmen.
  •  Nicht alleine wandern.   Gerät man in Gefahr oder verletzt sich, kann keine Hilfe geholt werden.
  • Rechtzeitig umkehren. Kein Berg der Welt ist es wert sein Leben unnötig zu riskieren. Wetterumschwünge sollten beachtet werden und eine rechtzeitige Umkehr erwogen werden.

 

4 Wie werden die Bergtouren bei outdooractive.com bewertet?

 

4.1 Einteilung in  "leicht", "mittel" und "schwer"

Die Kategorisierung "leicht, mittel, schwer" wird vom System automatisch anhand der nötigen Kondition und Technik errechnet. 

  • Touren mit der Kennzeichnung "leicht" (blau)
    • einfachere Wege, die schmal und steil sein können
  • Touren mit der Kennzeichnung "mittel" (rot)
    • überwiegend schmal, oft steil angelegt und können absturzgefährliche Passagen aufweisen
    • kurze versicherte Passagen können vorkommen
  • Touren mit der Kennzeichnung "schwer" (schwarz)
    • schmal, oft steil angelegt und absturzgefährlich
    • Es kommen zudem gehäuft versicherte Gehpassagen und/oder einfache Kletterstellen vor, die den Gebrauch der Hände erfordern
    • Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind unbedingt erforderlich
    • Alpine Routen führen in das freie alpine bzw. hochalpine Gelände und sind keine Bergwege im vorangegangenen Sinne
    • Sie können exponierte, ausrutsch- und absturzgefährdete sowie ungesicherte Geh- und Kletterpassagen enthalten
    • Alpine Routen werden weder markiert noch gewartet

 

4.2 Kondition, Technik, Erlebniswert, Landschaft

Die vergebenen Punkte (1 bis 6) sind Richtwerte, die jeweils an die Region angepasst sind. So unterscheiden sich die Maßstäbe zum Beispiel in Landschaften in Küstenregionen deutlich von denen in einer Alpinlandschaft, bieten aber letztendlich einen guten Anhaltspunkt.


Kondition

  • 1 Punkt: Die Tour verläuft im ebenen Gelände und weist eine geringe Länge auf. Sie ist sehr leicht zu bewältigen, nicht anspruchsvoll und auch ohne jegliche Trainingsvorbereitung gut zu schaffen.
  • 2 Punkte: Die Tour verläuft vorwiegend im ebenen Gelände. Sie ist leicht zu bewältigen und ist auch ohne längere Trainingsvorbereitung möglich.
  • 3 Punkte: Die Tour weist Steigungen und Gefälle auf und erfordert ein gewisses Maß an Grundkondition.
  • 4 Punkte: Die Tour ist durch längere Steigungen größtenteils mittelschwer und erfordert eine gute Grundkondition.
  • 5 Punkte: Die Tour verläuft über längere Strecken bergauf, ist an einigen Stellen anspruchsvoll und erfordert eine gute Kondition.
  • 6 Punkte: Die Tour verläuft über sehr lange Strecken bergauf, ist sehr anspruchsvoll und erfordert eine sehr gute Kondition.

 
Technik

  • 1 Punkt: Das Gelände ist einfach und erfordert kein spezielles Können.
  • 2 Punkte: Das Gelände ist weitgehend einfach und erfordert nur wenig Trittsicherheit.
  • 3 Punkte: Das Gelände der Tour ist abwechslungsreich und erfordert Trittsicherheit.
  • 4 Punkte: Das Gelände der Tour ist teils schwierig und erfordert hohe Trittsicherheit und Erfahrung. Das Gehen im steilen Gelände sollte beherrscht werden.
  • 5 Punkte: Das Gelände der Tour ist anspruchsvoll und sollte nur von Sportlern begangen werden, die über ausreichende Erfahrung, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit verfügen. 
  • 6 Punkte: Das Gelände der Tour ist oft schwierig und erfordert von den Sportlern sehr viel Erfahrung, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. 

 
Erlebniswert

  • 1 Punkt: Zusätzlich zu dem zurückzulegenden Weg bietet die Tour nur sehr wenige interessante Aussichts- oder schöne Rastpunkte. 
  • 2 Punkte: Die Tour bietet nur wenige interessante Punkte und hält so nur einen geringen Erlebniswert bereit.
  • 3 Punkte: Die Tour bietet interessante Aussichts- oder Rastmöglichkeiten, der Abstieg birgt spannende, kurze Herausforderungen.
  • 4 Punkte: Die Tour bietet viele interessante Aussichts- oder Rastmöglichkeiten. Der Abstieg hält einige Varianten bereit und birgt auch für routinierte Bergsteiger interessante Herausforderungen.
  • 5 Punkte: Die Tour ist spannend und abwechslungsreich, sie führt an zahlreichen erlebnisreichen Höhepunkten vorbei. Der Abstieg bietet auch guten Bergsteigern viele spannende Herausforderungen. 
  • 6 Punkte: Die Tour ist enorm abwechslungsreich und bietet auch routinierten Bergsteigern besondere Herausforderungen. 

  

Landschaft

  • 1 Punkt: Die Tour verläuft vorwiegend durch Wald und bietet keine naturräumlichen Highlights.
  • 2 Punkte: Die Tour verläuft an einigen Stellen durch dichten Wald oder Schluchten mit wenig Aussicht und bietet nur wenige naturräumliche Highlights.
  • 3 Punkte: Die Tour führt teilweise durch Wald, bietet jedoch einige naturräumliche Highlights
  • 4 Punkte: Die Tour verläuft zwar nicht ausschließlich in baumloser, aussichtsreicher Natur, bietet jedoch häufig schöne Ausblicke und naturräumliche Highlights
  • 5 Punkte: Die Tour verläuft vorwiegend in aussichtsreicher Natur und hält für die Besucher viele landschaftliche Highlights bereit.
  • 6 Punkte: Die Tour verläuft ausschließlich oberhalb der Baumgrenze und bietet dem Besucher neben herrlichen Ausblicken zahlreiche landschaftliche Highlights.


Zusätzlich zu diesen vier Kriterien, deren Einstufung vom Autor selbst vorgenommen werden kann, gibt es zudem eine generelle Bewertung der Tour. Diese basiert auf Einschätzungen von Community-Mitgliedern, die diese Tour bereits gegangen sind. Häufig finden sich hier auch aktuelle Bedingungen und weitere Tipps.

 

5 Wegbeläge

Jedem einzelnen Abschnitt einer Tour kann der in der Realität entsprechende Wegbelag zugeordnet werden. Das dient einer besseren Vorausplanung und erleichtert auch die Orientierung vor Ort.

  • Unbekannt: der Wegbelag ist unbekannt (Standarteinstellung).
  • Asphalt: geschlossene Asphaltdecke.
  • Weg: unbefestigte Wirtschaftswege (Wald-,Wiesen-, Bergweg) mit mind. 1 m Breite sowie befahrbar mit geländegängigen Fahrzeugen.
  • Pfad: nur zu Fuß begehbar oder mit dem Fahrrad befahrbarer unbefestigter Weg mit max. 1 m Breite.
  • Schotter: von Autos befahrbarer Weg mit geschlossener Schotter- oder Kiesdecke mit mind. 2 m Breite.
  • Weglos: nicht befestigte, unmarkierte und nicht definierte Wegabschnitte (z.B. hochalpine Gipfelsteige).
  • Schieben: Schiebestücke für Fahrradfahrer, die unmöglich gefahren werden können.


6 Notrufnummern

  • Rettungsdienst in allen europäischen Ländern: 112
  • Deutschland - Rettungsdienst / Bergrettung: 112
  • Österreich - Bergrettungsdienst: 140
  • Schweiz - Rettungsdienst: 144
  • Schweizer REGA (Schweizer Rettungsflugwacht): 1414, aus dem Ausland: (+41) 333 333 333
  • Frankreich - zentraler Notruf: 15
  • Italien, Südtirol - Rettungsdienst / Bergrettung: 118

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